Ausbildungsmarktbilanz 2025/26

04.11.2026 | Presseinfo Nr. 32

Der Ausbildungsmarkt bietet in Mittelsachsen seit Jahren gute Chancen für junge Menschen.
Das mehr Ausbildungsstellen als Bewerber zur Verfügung stehen, ist eine wichtige
Ausgangslage, die wir gemeinsam mit unseren Partnern nutzen, um Übergänge in
Ausbildung zu stärken und Fachkräftepotenziale nachhaltig erschließen.

Für das Berichtsjahr 2025/2026 vom 1. Oktober 2025 bis zum 30. September 2026 zieht die
Arbeitsagentur Freiberg Bilanz: 1.513 gemeldeten BewerberInnen stehen 1.612 Ausbildungs-
stellen gegenüber. Das sind 21 BewerberInnen mehr und 5 Ausbildungsstellen weniger als
im vergangenen Jahr.

Damit bestehen für die Schülerinnen und Schüler aus Mittelsachsen sehr gute Ausbildungs-
chancen in der Region. Die Relation von Stellen und Bewerbern beträgt über 1,0.

Von den gesamt 1.513 BewerberInnen sind über 82 Prozent unter 20 Jahre alt (1.241). Über
drei Prozent (58) sind sogenannte Spätstarter und älter als 25 Jahre.
Der Großteil (80,6 Prozent) hat einen Hauptschul- oder Realschulabschluss. Über 12 Prozent
haben die allgemeine Hochschulreife.
Von den 1.513 BewerberInnen suchen aktuell 72 noch nach einer Ausbildung oder einem
dualen Studium. Alle anderen haben sich bereits für ein Angebot entschieden oder eine an-
dere Alternative für sich gefunden.

Die Ausbildungswünsche der Jugendlichen haben sich nicht grundsätzlich geändert. Die Top
10 der Berufswünsche der Jugendlichen sind: Verkäufer/in, Kfz.mechatroniker - PKW
Technik, Kaufmann/-frau - Büromanagement, Fachlagerist/in, Tischler/in, Fachinformatiker/
in- Anwendungsentwicklung, Fachkraft - Lagerlogistik, Landwirt/in und Verwaltungsfachan-
gestellte/r Kommunalverwaltung.

Bei den Mädchen steht auch in diesem Jahr der Beruf Verkäuferin an erster Stelle und bei
den Jungs der KFZ-Mechatroniker. Seit Jahren führen diese beiden Berufe die TOP 10 der
beliebtesten Ausbildungsberufe an, obwohl die Chancen für einen Ausbildungsplatz in der
Region in diesen Berufen nicht immer die besten sind.

Insgesamt sind am Ende des Berufsausbildungsjahres 2025/26 167 Ausbildungsstellen un-
besetzt geblieben. Das sind 26 mehr als im Vorjahr. Vor allem in den Berufen Elektroniker/in
Energie-/Gebäudetechnik, Anlagenmechaniker/in Sanitär-/Heizung Klimatechnik, Verkäu-
fer/in, Zerspanungsmechaniker/in, sowie Berufskraftfaher/in hatten Unternehmen Probleme
mit der Besetzung der Ausbildungsstellen.

Die Situation am mittelsächsischem Ausbildungsmarkt ist insgesamt stabil und Aus-
bildung steht weiter hoch im Kurs. Um die wirtschaftliche Situation in Mittelsachsen
weiterhin zu sichern, benötigen wir junge Menschen in den Unternehmen und in der
dualen Ausbildung. Die mittelsächsischen Unternehmen zeigen eine hohe Ausbil-
dungsbereitschaft und Ausbildungsinitiative, sie bieten durch die duale Ausbildung
gute Aufstiegsmöglichkeiten und Konditionen. Der Erfolg von Projekten wie „Schule
macht Betrieb“ sprach in diesem Jahr wieder für sich. Junge Menschen, die auf der
Suche nach einem Ausbildungsbetrieb sind, empfehle ich die Möglichkeit von Praktika.
Mit einem Praktikum erhält man einen echten Einblick in die Arbeitswelt. Die Jugendli-
chen sammeln praktische Erfahrungen und lernen, wie Abläufe, Teamarbeit und Kom-
munikation im Berufsalltag aussehen. Auch die Unternehmen profitieren, sie lernen
Nachwuchskräfte in der Praxis kennen und können sie nach Möglichkeit langfristig
binden. Gerade bei schulschwächeren Bewerbern, jungen Erwachsenen ohne Berufs-
abschluss oder Studienabbrechern sehe ich Potenziale, die es noch besser zu erschlie-
ßen gilt. Daher sollten Unternehmen auch Kompromisse eingehen, indem sie Jugend-
liche mit Förderbedarf einstellen. Die Arbeitsagentur berät gern zu Unterstützungsund
Fördermöglichkeiten,“ konstatiert Kathrin Groschwald Vorsitzende der Geschäfts-
führungder Agentur für Arbeit Freiberg.

Dr. Olaf Richter, Geschäftsführer Bildung Handwerkskammer Chemnitz: „Die Zahl der neu
abgeschlossenen Ausbildungsverträge im Handwerk pendelt sich auf hohem Niveau ein. Das
ist ein starkes Signal der Betriebe, die trotz der anhaltend schwierigen wirtschaftlichen Lage
den Wert der Ausbildung schätzen. Um diese Entwicklung beizubehalten braucht es aber
auch verlässliche Rahmenbedingungen für die Betriebe, um investieren, planen und jungen
Menschen eine berufliche Perspektive bieten zu können. Dass die Betriebe ausbilden wollen,
steht außer Frage, denn die Ausbildung eigener Fachkräfte für das Handwerk von entschei-
dender Bedeutung, um den Fachkräftebedarf der Zukunft zu decken. Umso wichtiger ist es,
dass daher jetzt die notwendigen politischen Reformen angegangen werden: weniger Büro-
kratie, tragfähige, nachhaltig finanzierte und vor allem auf den demografischen Wandel an-
gepasste Sozialsysteme und gezielte Investitionen in den Wirtschaftsstandort. Ebenso müs-
sen wir die berufliche Bildung stärken und die Chancen, die eine Ausbildung im Handwerk
bietet, auch und trotz KI, noch stärker in den Fokus rücken.“

Dr. Cindy Krause, Geschäftsführerin IHK Chemnitz, Regionalkammer Mittelsachsen zum
 Abschluss des Ausbildungsjahres 2024/25: „Unsere Unternehmen investieren auch in 
herausfordernden Zeiten in die Ausbildung junger Menschen. Das ist ein wichtiges Signal 
für die Zukunft des Wirtschaftsstandortes Mittelsachsen. Dass die Zahl der Ausbildungs-
verträge erstmals seit mehreren Jahren zurückgeht, macht deutlich, wie wichtig verläss-
liche Rahmenbedingungen, eine starke Berufsorientierung und leistungsfähige Berufs-
schulen und Verbundpartner für die Fachkräftesicherung sind.“

Blick in die Regionen - Ausbildungsstellen und Bewerber
  • In Döbeln gibt es weniger gemeldete Ausbildungsstellen als Bewerber
  • Die meisten unbesetzten Stellen gibt es in Döbeln
  • Stärkste Differenz zwischen Bewerbern und Ausbildungsstellen in Hainichen
Landkreis Mittelsachsen Gesamt
  • 1.513 gemeldete Bewerber
  • 1.612 gemeldete Ausbildungsstellen
  • davon 167 unbesetzt
Region Hainichen
  • 479 gemeldete Bewerber
  • 560 gemeldete Ausbildungsstellen
  • davon 16 unbesetzt
Region Freiberg
  • 635 gemeldete Bewerber
  • 665 gemeldete Ausbildungsstellen
  • davon 73 unbesetzt
Region Döbeln
  • 399 gemeldete Bewerber
  • 387 gemeldete Ausbildungsstellen
  • davon 78 unbesetzt