Jugendliche haben klare Vorstellung von Berufswunsch
Elektriker, Frisörin, Tischler, Restaurantfachfrau, Verwaltungsfachkraft oder auch Zweiradmechaniker, die Schülerinnen und Schüler der Klasse neun an der Oberschule
"Gottfried Pabst von Ohain" wissen genau welchen Beruf sie erlernen möchten.
Sven Großmann von der Agentur für Arbeit Freiberg ist Berufsberater an der Ohain-Schule in Freiberg und unterstützt die Jugendlichen bei Ihrer Berufswahl, informiert, berät und hilft bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz oder einem Studium. In der Klasse neun erarbeitet er die Stärken jedes Einzelnen mit Hilfe des Erkundungstools Check-U. Mit dem Ergebnis können die Jugendlichen herausfinden welcher Beruf oder welches Studium zu einem passt.
Im zweiten Schritt erläutert Sven Großmann worauf es in einem Bewerbungsgespräch ankommt.
Neben der Begrüßung, der Unternehmensvorstellung und den Fragen zu Stärken und Schwächen
ist die Selbstpräsentation der wichtigste Punkt und kann für eine Einstellung entscheidend sein. Sven Großmann gibt wichtige Tipps und Hinweise, zum Beispiel immer das Positive hervorheben und dem Gegenüber erklären warum ich genau auf diesen Job Lust habe. Aus diesem Grund wird die Selbstpräsentation im Berufsorientierungsunterricht mit den Jugendlichen geübt.
Jim V. macht auch gleich den Anfang und stellt sich der Aufgabe erstmals vor der gesamten Klasse. In rund drei Minuten stellt er sich vor; in seiner Freizeit beschäftigt er sich mit Sport und Fitness, ist familiär, handwerklich geschickt und technisch interessiert, er bastelt und repariert gern Fahrräder und Mopeds. Das Schrauben und Tüfteln machen ihm Spaß, besonders wenn am Ende alles einwandfrei funktioniert. Seine Praktika hat er bereits in verschiedenen Autohäusern und Werkstätten absolviert und konnte so praktische Erfahrung sammeln und seine Teamfähigkeit unter Beweis stellen.
Jim V. möchte Zweiradmechaniker werden und sein Hobby zum Beruf machen. Das er begeisterter Zweiradfan ist, erkennt man unschwer an seinem Hoodie. Darauf angesprochen lacht Jim: „Ja, Zweiräder, insbesondere Mopeds sind eben mein Hobby, das kann jeder sehen. Von den Hoodies habe ich tatsächlich verschiedene Varianten“.
Die Schülerinnen und Schüler konnten anschließend ein Feedback zur Selbstpräsentation von Jim V. geben und jeder konnte für seine künftige Bewerbung etwas lernen. Schließlich müssen sich die Jugendlichen mit dem Halbjahreszeugnis der Klasse 9 für ihre (Wunsch- )Ausbildung bewerben.
„Die Berufsorientierung von Jugendlichen ist ein entscheidender Baustein für ihre persön-
liche Entwicklung und ihre erfolgreiche Integration in die Arbeitswelt. In einer Zeit, die von technologischem Wandel, Digitalisierung und sich verändernden Berufsbildern geprägt ist, benötigen junge Menschen frühzeitig, praxisnahe und individuelle Unterstützung bei ihrer beruflichen Entscheidungsfindung. Ziel moderner Berufsorientierung muss sein, Talente
und Interessen frühzeitig zu erkennen, Selbstreflexion zu fördern und praxisnahe Zukunfts-perspektiven aufzuzeigen. Dabei sollten sowohl die klassischen Ausbildungsberufe als auch
neue Berufsfelder im Bereich Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Innovation berücksichtigt werden. Die Berufsorientierung der Agentur für Arbeit stärkt nicht nur die individuelle Zukunft junger Menschen, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit unserer Gesellschaft,“ sagt Kathrin Groschwald, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Freiberg. Und fügt hinzu,
“ich empfehle allen Jugendlichen, sich rechtzeitig bei uns in der Berufsberatung zu melden.
Unsere Berufsberater und Beraterinnen kennen den regionalen Ausbildungsmarkt, die Ausbildungschancen und die Anforderungen der Unternehmen.“
Schulleiter Jens Gernegroß fügt hinzu: „Schulen, Unternehmen, Eltern und Institutionen wie die Bundesagentur für Arbeit tragen gemeinsam Verantwortung, Jugendlichen vielfältige Einblicke in Ausbildungsberufe, Studiengänge und alternative Bildungswege zu ermöglichen. Praktika, Berufs-beratung sowie Kooperationen mit Partnern sind dabei besonders wertvolle Instrumente. Wir haben den Auftrag die Jugendliche auf die Berufsreife vorzubereiten, das heißt auf Ausbildung oder Studium. Dazu werden die Jugendlichen von den Lehrern, der Schulassistenz oder dem Praxisberater unterstützt. Die Berufsberatung der Agentur für Arbeit Freiberg in der Schule zu implementieren habe ich sehr begrüßt, so wird tatsächlich jeder Schüler erreicht. Die Schülerinnen und Schüler haben somit kurze Wege zur Berufsberatung, auch während der Unterrichtszeit. Die Berufsberatung an den Schulen halte ich für sehr wichtig und Herr Großmann macht wirklich gute Arbeit. Die ausgeprägte Berufsorientierung beginnt an unserer Schule bereits in der Klasse 5, zum Beispiel mit Exkursionen oder dem Projekt „Eltern stellen ihren eigenen Beruf vor“. Denn der wichtigste Faktor zur Berufsfindung sind immer noch die Eltern. Außerdem haben die Schüler die Möglichkeit an der Woche der offenen Unternehmen teilzunehmen und Praktika zu absolvieren. Unsere Schule ist eine von 12 UNESCO-Projekt-Schulen in Sachsen, deren Aufgabe es ist, den allgemeinen Bildungs- und Erziehungsauftrag in der täglichen Schularbeit zu konkretisieren. Wir tun das nach dem Grundsatz - global denken, lokal handeln.“
