Üblicher Anstieg vor den Sommerferien

16.437 Frauen und Männer im Agenturbezirk ohne Arbeit

Arbeitslosenquote steigt auf 4,2 Prozent

31.07.2026 | Presseinfo Nr. 68

Im Juli ist die Zahl der Arbeitslosen im Bezirk der Agentur für Arbeit Freiburg gestiegen. Zum Stichtag waren in der Stadt Freiburg und den Landkreisen Breisgau-Hochschwarzwald und Emmendingen insgesamt 16.437 Frauen und Männer ohne Beschäftigung. Das sind 378 mehr als im Juni. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Punkte auf jetzt 4,2 Prozent. Die Quote für Jugendliche stieg ebenfalls um 0,1 Punkte auf jetzt 3,1 Prozent.

Für die Entwicklung am Arbeitsmarkt sind im Juli überwiegend saisonale Gründe verantwortlich. Schulabgänger und nicht übernommene Auszubildende melden sich erst einmal arbeitslos, bevor sie nach den Ferien eine Ausbildung, ein Studium, einen Freiwilligendienst oder eine Arbeit beginnen. „Dieser Effekt kehrt jedes Jahr im Juli wieder und verstärkt sich im August, wenn auch Lehrkräfte und Erziehende über die Ferien arbeitslos gemeldet sind“, sagt der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Freiburg, Alexander Merk.

An der grundsätzlichen Lage habe sich wenig verändert. Zwar melden Unternehmen wieder etwas mehr offene Stellen, von einer Trendwende könne aber noch keine Rede sein. „Die Stimmung ist häufig schlechter als die Auftragslage und bremst Investitionen ins Personal. Dabei wären diese vor dem Hintergrund des anstehenden Strukturwandels wichtig“, sagt Merk.“

Deutlich in Fahrt kommt der Ausbildungsmarkt: Zur Last-Minute-Lehrstellenbörse am vergangenen Freitag kamen über 50 Ausbildungsbetriebe und mehr als 800 junge Menschen zusammen. Die Rückmeldungen waren durchweg positiv. „Ich bin zuversichtlich, dass aus vielen Begegnungen bald Ausbildungsverträge werden“, sagt Merk. Insgesamt suchen in den drei Kreisen des Agenturbezirks noch immer 1.150 Jugendliche einen Ausbildungsplatz. Ihnen stehen 1.250 unbesetzte Ausbildungsstellen gegenüber. „Da ist für beide Seiten noch viel möglich“.

Dynamik nimmt etwas zu
Im Juni meldeten sich 4.043 Menschen arbeitslos, darunter 1.690 aus Erwerbstätigkeit. Gleichzeitig konnten 3.658 Personen ihre Arbeitslosigkeit beenden. 1.279 von ihnen nahmen eine Beschäftigung oder selbständige Tätigkeit auf.

Wer besonders betroffen ist
Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der Arbeitslosen insbesondere bei älteren Menschen, bei Jugendlichen sowie bei Menschen mit Schwerbehinderung. Rückgänge gab es dagegen Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit und Langzeitarbeitslosen. Nach Rechtskreisen ergibt sich folgendes Bild: SGB III - Arbeitslosenversicherung: 8.383 Arbeitslose (Anteil 51 Prozent), SGB II - Grundsicherung: 8.054 Arbeitslose (Anteil 49 Prozent).

Arbeitskräftenachfrage zieht etwas an
Im Juli meldeten die Unternehmen im Bezirk 1.100 offene Stellen – 113 oder 11,4 Prozent mehr als im Juni und 32 oder 3,2 Prozent mehr als vor einem Jahr. Der größte Bedarf nach Branchen: Unternehmensnahe Dienstleistungen (275 neue Stellen, darunter 239 aus der Zeitarbeit), Freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen (175), Gesundheits- und Sozialwesen (161), Verarbeitendes Gewerbe (167), Handel (79). Ende Juli lagen der Agentur für Arbeit Freiburg 4.347 Aufträge zur Stellenbesetzung vor. Das sind 260 Offerten weniger als noch vor einem Jahr. 86 Prozent der offenen Stellen richten sich an Fachkräfte, Spezialistinnen und Spezialisten sowie Expertinnen und Experten.

Wie es nach Regionen aussieht
Mit Ausnahme des Hochschwarzwaldes stieg die Arbeitslosigkeit in allen Regionen des Agenturbezirks.