Arbeitslosigkeit steigt saisonal

- 17.417 Frauen und Männer im Agenturbezirk ohne Arbeit

- Arbeitslosenquote steigt auf 4,4 Prozent

28.08.2026 | Presseinfo Nr. 71

Die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen im Bezirk der Agentur für Arbeit Freiburg hat im August weiter zugenommen. Zum Stichtag waren 17.417 Frauen und Männer auf der Suche nach einer Beschäftigung – ein Plus von 980 Personen im Vergleich zum Vormonat. Infolgedessen kletterte die Arbeitslosenquote um 0,2 Prozentpunkte auf nun 4,4 Prozent. Besonders deutlich fiel der Anstieg bei den jüngeren Menschen aus: Hier stieg die Quote um 0,8 Punkte auf 3,9 Prozent.

Alexander Merk, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Freiburg, ordnet die Entwicklung ein: „Hinter dem aktuellen Zuwachs verbergen sich in erster Linie die üblichen jahreszeitlichen Effekte.“ So sei es typisch, dass sich gerade jüngere Menschen nach der Schule oder Ausbildung sowie befristet beschäftigte Lehrkräfte und Erziehende zum Ferienstart vorübergehend arbeitslos melden. Zudem pausieren während der Sommerwochen viele arbeitsmarktpolitische Maßnahmen, die sonst für eine statistische Entlastung sorgen.

Die schwache Konjunktur bremst den Arbeitsmarkt zusätzlich. Die typische Belebung der Personalnachfrage vor dem Herbstgeschäft bleibt erneut aus. Dazu kommt, dass sich mehr junge Menschen als üblich nach einer Ausbildung arbeitslos melden. Für Agenturchef Merk offenbart sich hier ein echtes Dilemma. „Wenn die Betriebe wegen wirtschaftlicher Zwänge weniger Auszubildende übernehmen, steht das in einem spürbaren Kontrast zum strukturellen Fachkräftebedarf“.

Zum Start in die neue Ausbildungssaison appelliert Merk: „Es ist noch nicht zu spät, für eine Berufsausbildung zusammenzufinden.“ Eine konkrete Chance dazu bietet die Aktion „Ausbildung 2026 klar machen - #dagehtNOCHwas“ am Donnerstag, 24. September von 15 bis 18 Uhr in der Jubag25 – Jugendberufsagentur Freiburg. Jugendliche auf Lehrstellensuche können dort Angebote checken, ihre Bewerbungsmappen prüfen lassen und direkt mit Betrieben ins Gespräch kommen.

Dynamik nimmt etwas zu
Im August meldeten sich 4.546 Menschen arbeitslos, darunter 1.727 aus Erwerbstätigkeit. Gleichzeitig konnten 3.554 Personen ihre Arbeitslosigkeit beenden. 1.242 von ihnen nahmen eine Beschäftigung oder selbständige Tätigkeit auf.

Wer besonders betroffen ist
Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der Arbeitslosen insbesondere bei älteren Menschen, bei Jugendlichen sowie bei Menschen mit Schwerbehinderung. Rückgänge gab es dagegen Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit und Langzeitarbeitslosen. Nach Rechtskreisen ergibt sich folgendes Bild: SGB III - Arbeitslosenversicherung: 8.963 Arbeitslose (Anteil 51,5 Prozent), SGB II - Grundsicherung: 8.454 Arbeitslose (Anteil 48,5 Prozent).

Arbeitskräftenachfrage zieht etwas an
Im August meldeten die Unternehmen im Bezirk 951 offene Stellen. Das sind 149 oder 13,5 Prozent weniger als im Juli und 115 oder 10,8 Prozent weniger als vor einem Jahr. Der größte Bedarf nach Branchen: Freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen (174 neue Stellen), Gesundheits- und Sozialwesen (166), Verarbeitendes Gewerbe (123), Unternehmensnahe Dienstleistungen (102, darunter 81 aus der Zeitarbeit), Handel (97). Ende August lagen der Agentur für Arbeit Freiburg 4.256 Aufträge zur Stellenbesetzung vor. Das sind 304 Offerten weniger als noch vor einem Jahr. 83 Prozent der offenen Stellen richten sich an Fachkräfte, Spezialistinnen und Spezialisten sowie Expertinnen und Experten.