Der regionale Arbeitsmarkt im Überblick
Die Lage auf dem regionalen Arbeitsmarkt hat sich erneut leicht verbessert: Die Agentur für Arbeit registrierte im Mai 2026 in den Landkreisen Dachau, Ebersberg, Erding und Freising insgesamt 11.668 Arbeitslose und somit 450 Personen weniger im Vergleich zum Vormonat. Damit sank die Arbeitslosenquote zuletzt um 0,1 Prozentpunkte auf einen aktuellen Wert von 3,0 Prozent.
„Seit Beginn des Jahres beobachten wir monatlich einen leichten Rückgang der Arbeitslosenzahlen im Agenturbezirk. Dieser Trend setzte sich auch im Mai fort,“ bilanziert Andrea Olschewski-Schmitt, Chefin der Agentur für Arbeit Freising. „Es ist erfreulich, dass von den jüngsten Entwicklungen ganz verschiedene Personenkreise profitierten: Frauen wie Männer, Jüngere wie Ältere, Personen mit und ohne Migrationshintergrund.“ Allerdings fiel die saisontypische Frühjahrsbelebung auch in unserer Region in diesem Jahr eher moderat aus: „Die unsicheren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wirken sich in Teilen weiterhin ebenfalls auf die hiesigen Unternehmen aus. Diese versuchen aktuell ihr Personal weitestgehend zu halten, sind aber bei Neueinstellungen zunehmend zurückhaltend,“ so Andrea Olschewski-Schmitt zur aktuellen Situation auf dem Arbeitsmarkt.
Personalnachfrage
Dies bestätigt auch der Blick auf die Stellenmeldungen der Betriebe: Die Unternehmen informierten den Arbeitgeber-Service ihrer Arbeitsagentur im Mai 2026 über 687 neu zu besetzende Arbeitsstellen in den vier Landkreisen. Das waren 71 Stellen weniger als noch im Vormonat. Insgesamt befanden sich zuletzt 4.429 Arbeitsangebote im Stellenpool der Agentur für Arbeit Freising.
Die größten Personalbedarfe wurden im Mai 2026 für das Berufssegment der Verkehrs- und Logistikberufe gemeldet. Hier waren zuletzt 910 Stellen vakant. Bei den Bau- und Ausbauberufen galt es 617 Stellen zu besetzen. Für die Fertigungstechnischen Berufe – darunter fallen die Maschinen- und Fahrzeugtechnikberufe sowie die Mechatronik-, Energie- und Elektroberufe – wurden 605 Mitarbeitende gesucht.
Zwischenbilanz auf dem Ausbildungsmarkt
Mit dem Beginn des neuen Ausbildungsjahres im September rückt für viele junge Leute die Entscheidung über ihre berufliche Zukunft näher: Höchste Zeit für Jugendliche auf Ausbildungsplatzsuche sich – sofern noch nicht geschehen – mit der Berufsberatung ihrer Agentur für Arbeit in Verbindung zu setzen, um Ausbildungsangebote zu besprechen, Alternativen zu fokussieren oder sich über Unterstützungsangebote zu informieren. Denn zum Bewerben ist es nicht zu spät. Im Mai 2026 gab es noch ein breites Angebot an Ausbildungsstellen in den vier Landkreisen – darunter Angebote für angehende Einzelhandelskaufleute, Verkäuferinnen und Verkäufer, Lagerlogistik-Fachkräfte, (Zahn-)Medizinische Fachangestellte, Bank- sowie Großhandelsmanagement-Kaufleute, Elektronikerinnen und Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik oder für Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistungen. Im Handwerk waren ebenfalls noch Ausbildungsplätze zu vergeben.
Zeitgleich suchten im Mai 2026 noch 996 von insgesamt 2.248 gemeldeten Jugendlichen aus den vier Landkreisen nach der passenden Ausbildungsstelle. Nun gilt es, künftige Auszubildende und Betriebe mit offenen Stellen zusammenzubringen. Andrea Olschewski-
Schmitt appelliert deshalb an die Unternehmen, auch Interessenten, die auf den ersten Blick nicht zu den Top-Bewerberinnen oder Bewerbern zählen, eine Chance zu geben: „Die Ausbildung junger Menschen mit Unterstützungsbedarf erfordert auf beiden Seiten erhöhten Einsatz und ist mit Herausforderungen verbunden. Betriebe und Auszubildende müssen diesen Weg jedoch nicht allein gehen. Die Agentur für Arbeit bietet ganz individuelle Unterstützungsmöglichkeiten wie die Einstiegsqualifizierung oder die Assistierte Ausbildung an.“ So ist beispielsweise die Assistierte Ausbildung ein bewährtes Förderprogramm: Dieses umfasst unter anderem Stütz- und Förderunterricht, Hilfen beim Abbau sprachlicher oder schulischer Defizite, sozialpädagogische Begleitung sowie Begleitung bei der Prüfungsvorbereitung. Betriebe werden bei der Verwaltung, Organisation und Durchführung der Ausbildung unterstützt.
Ausführliche Informationen zu allen Förderangeboten erhalten Unternehmen aus den Landkreisen Freising, Erding, Ebersberg und Dachau bei ihrer Ansprechperson im Arbeitgeber-Service oder unter der gebührenfreien Servicenummer 0800 4 5555 20.
Der Arbeitsmarkt in den Landkreisen
Betrachtet man die vier Landkreise jeweils für sich genommen, sind folgende Entwicklungen zu verzeichnen:
Landkreis Freising
Arbeitslosigkeit: Bei der Agentur für Arbeit Freising waren im Mai 2026 insgesamt 3.823 Personen arbeitslos gemeldet. Das waren 189 Frauen und Männer weniger als noch im April 2026. Die Arbeitslosenquote im Landkreis sank entsprechend um 0,1 Prozentpunkte auf einen Wert von 3,3 Prozent. Im Mai vor einem Jahr lag die Quote ebenfalls bei 3,3 Prozent.
Personalnachfrage: Die Unternehmen informierten den Arbeitgeber-Service der Freisinger Arbeitsagentur zuletzt über 258 neu zu besetzende Arbeitsstellen im Landkreis, 46 Stellen weniger als noch im Vormonat. Insgesamt befanden sich damit im Mai 1.671 offene Arbeitsangebote im Stellenpool der Agentur für Arbeit.
Zwischenbilanz Ausbildungsmarkt: Seit Beginn des Berufsberatungsjahres am 1. Oktober 2025 nahmen 689 Bewerberinnen und Bewerber für Ausbildungsstellen das Beratungsangebot der Agentur für Arbeit Freising wahr – 6 Personen weniger als im Vorjahreszeitraum. Davon waren im Mai 2026 noch 282 Jugendliche auf der Suche nach einer beruflichen oder schulischen Perspektive.
Landkreis Erding
Arbeitslosigkeit: Im Landkreis Erding reduzierte sich die Zahl der Arbeitslosen im Mai 2026 um 134 Personen. Damit waren insgesamt 2.371 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote sank im Landkreis um 0,2 Prozentpunkte auf 2,7 Prozent. Im Mai vor einem Jahr errechnete sich noch eine Quote von 2,8 Prozent.
Personalnachfrage: Beim Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Erding gingen im Mai 2026 Meldungen über 172 neu zu besetzende Arbeitsstellen ein. Das entspricht einem leichten Plus von 6 Stellen im Vergleich zum Vormonat. Insgesamt befanden sich zuletzt 1.053 Arbeitsangebote im Stellenpool der Erdinger Arbeitsagentur.
Zwischenbilanz Ausbildungsmarkt: Seit Beginn des Berufsberatungsjahres am 1. Oktober 2025 sind acht Monate vergangen. In dieser Zeit nahmen 421 Erdinger Jugendliche auf Ausbildungsplatzsuche das Beratungsangebot der Agentur für Arbeit wahr, 66 Personen weniger als im Vorjahreszeitraum. Davon waren im Mai 2026 noch 210 junge Leute auf der Suche nach einer beruflichen oder schulischen Perspektive.
Landkreis Dachau
Arbeitslosigkeit: Im Mai 2026 zählte die Agentur für Arbeit Dachau 2.953 Arbeitslose und damit 66 Personen weniger im Vergleich zum Vormonat. Die Arbeitslosenquote reduzierte sich um 0,1 Prozentpunkte auf 3,1 Prozent. Im Mai 2025 lag die Quote ebenfalls bei 3,1 Prozent.
Personalnachfrage: Die Dachauer Unternehmen informierten die Agentur für Arbeit im Mai über 107 neu zu besetzende Arbeitsstellen, 50 Stellen weniger als noch im April 2026. Insgesamt befanden sich 742 Arbeitsangebote im Stellenpool der Agentur für Arbeit Dachau.
Zwischenbilanz Ausbildungsmarkt: Seit Beginn des Berufsberatungsjahres am 1. Oktober 2025 machten sich 604 junge Leute aus dem Landkreis Dachau mithilfe der Arbeitsagentur auf Ausbildungsplatz-Suche, 60 Personen weniger als im Vorjahreszeitraum. Davon hatten zuletzt 273 Jugendliche noch keine berufliche oder schulische Perspektive.
Landkreis Ebersberg
Arbeitslosigkeit: 2.521 Personen waren im Mai 2026 im Landkreis Ebersberg arbeitslos gemeldet und damit 61 Frauen und Männer weniger als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Prozentpunkte auf nun 2,9 Prozent. Im Mai vor einem Jahr errechnete sich für den Landkreis ebenfalls eine Quote von 2,9 Prozent.
Personalnachfrage: Die Unternehmen der Region informierten den Arbeitgeber-Service der Ebersberger Arbeitsagentur im Mai 2026 über 150 neu zu besetzende Arbeitsstellen, 19 Stellen mehr als im Vormonat. Insgesamt befanden sich zuletzt 963 offene Arbeitsangebote im Stellenpool der Arbeitsagentur.
Zwischenbilanz Ausbildungsmarkt: Viel Bewegung herrscht auch auf dem Ebersberger Ausbildungsmarkt: Seit Beginn des Berufsberatungsjahres am 1. Oktober 2025 machten sich 534 Jugendliche mithilfe der Berufsberatung der Agentur für Arbeit auf die Suche nach einem passenden Ausbildungsplatz, 44 Personen mehr als im Vorjahreszeitraum. 231 Jugendliche hatten zuletzt noch keine berufliche oder schulische Perspektive gefunden.
Hinweise zur Berechnung der Arbeitslosenquote
Die Bezugsgrößen für die Berechnung der Arbeitslosenquoten auf der Basis aller Erwerbspersonen basieren auf folgenden Eckwerten:
Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte
+ ausschließlich geringfügig Beschäftigte
+ Personen in Arbeitsgelegenheiten
+ Beamte
+ auspendelnde Grenzarbeitnehmer
+ Arbeitslose
+ Selbständige und mithelfende Familienangehörige
Alle Komponenten sind wohnortbezogen. Diese Bezugsgrößen werden einmal im Jahr – jeweils im Mai – für alle Agenturen für Arbeit, Regionaldirektionen sowie für die Bundesagentur für Arbeit aktualisiert. Entsprechend wurde die Arbeitslosenquote auch für die Agentur für Arbeit Freising ab dem Berichtsmonat Mai anhand der neuen, aktualisierten Berechnungsgrundlage ermittelt.