4.334 Euro – so viel betrug 2025 das mittlere monatliche Bruttoentgelt von Vollzeitbeschäftigten im Landkreis Freising. Gegenüber dem Vorjahr sind die Entgelte damit erneut gestiegen: um 178 Euro oder 4,3 Prozent. Doch wer verdient besonders gut? Welche Rolle spielen Qualifikation und Berufserfahrung? Und in welchen Branchen sind die Verdienstmöglichkeiten am höchsten? Die aktuellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit geben Antworten darauf und zeigen, wie unterschiedlich die Entgelte im Landkreis Freising ausfallen.
Das Medianentgelt beschreibt den mittleren Wert der Entgelte aller sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten: Die Hälfte der Beschäftigten verdient somit weniger als diesen Betrag, die andere Hälfte mehr. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 55.759 sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigte im Landkreis Freising betrachtet. Der Anstieg der Entgelte ist insbesondere auf die Entwicklung der Tariflöhne und die damit verbundenen Entgeltsteigerungen zurückzuführen.
Frauen verdienen weiterhin weniger
Auch im Jahr 2025 zeigen sich Unterschiede beim Medianentgelt von Frauen und Männern. Männer, die im Landkreis Freising arbeiteten, erzielten ein mittleres monatliches Brutto-entgelt von 4.487 Euro, Frauen kamen auf 4.014 Euro. Damit lag der Unterschied bei 473 Euro. Gegenüber dem Vorjahr ist die Differenz um 34 Euro gesunken. Dieser sogenannte unbereinigte Gender-Pay-Gap hat verschiedene Ursachen. Eine entscheidende Rolle spielen dabei die unterschiedlichen Berufsfelder bzw. Branchenschwerpunkte von Frauen und Männern. Auch die bei Frauen häufiger vorkommenden familienbedingten Erwerbsunterbrechungen verzögern oder verhindern teilweise berufliche Entwicklungsmöglichkeiten – und in diesem Zuge höhere Erwerbseinkommen.
Qualifikation beeinflusst die Verdienstmöglichkeiten
Deutliche Unterschiede zeigen sich auch beim Blick auf die Qualifikation. Vollzeitbeschäftigte ohne Berufsabschluss erzielten im Landkreis Freising im Jahr 2025 ein Medianentgelt von 3.428 Euro. Bei Beschäftigten mit anerkanntem Berufsabschluss lag das mittlere Entgelt bei 4.326 Euro. Am höchsten fiel das Medianentgelt bei Akademikerinnen und Akademikern aus. Sie erzielten im vergangenen Jahr im Mittel 6.121 Euro brutto im Monat.
Mit zunehmender Berufserfahrung steigt das Entgelt
Auch das Alter und die damit häufig verbundene größere Berufserfahrung spiegeln sich in den Entgelten wider. Beschäftigte unter 25 Jahren erzielten im Landkreis Freising im vergangenen Jahr ein Medianentgelt von 3.204 Euro. Bei den 25- bis unter 55-Jährigen waren es 4.419 Euro. Beschäftigte ab 55 Jahren erwirtschafteten im Mittel 4.683 Euro.
Landkreis Freising im bayerischen Vergleich
Bundesweit lag das Medianentgelt für sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigte im Jahr 2025 bei 4.217 Euro, bayernweit bei 4.363 Euro. Der Landkreis Freising rangierte damit im Vergleich mit den anderen bayerischen Landkreisen und Städten im oberen Viertel. Die höchsten Medianlöhne in Bayern wurden in Erlangen mit 6.083 Euro, Ingolstadt mit 5.937 Euro und München mit 5.600 Euro erzielt. Am niedrigsten lagen die mittleren Entgelte in den Landkreisen Hof (3.464 Euro), Coburg (3.470 Euro) und Kronach (3.494 Euro).
Die regionalen Unterschiede lassen sich unter anderem durch die Wirtschaftsstruktur, die Branchen und die Betriebsgrößen erklären. Größere, häufig tarifgebundene Unternehmen zahlen zumeist höhere Löhne. Auch Konzernsitze sowie gut bezahlte Bereiche in Forschung und Entwicklung können das regionale Entgeltniveau beeinflussen. Regionen mit stärker von kleineren Betrieben geprägten Wirtschaftsstrukturen weisen dagegen häufig eher niedrigere Medianentgelte auf.
Unterschiedliche Verdienstmöglichkeiten je nach Branche
Auch zwischen den einzelnen Branchen im Landkreis Freising gibt es deutliche Unterschiede. Das höchste Medianentgelt wurde 2025 unter anderem im Wirtschaftszweig Information und Kommunikation erzielt. Dort lag es bei 5.931 Euro. Das niedrigste Medianentgelt verzeichnete hingegen das Gastgewerbe mit 3.228 Euro.
Entgeltatlas zeigt Verdienstmöglichkeiten nach Berufen
Wer sich über die Verdienstmöglichkeiten einzelner Berufe informieren möchte, findet weitere Informationen im Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit. Dort können die aktuellen Medianentgelte für zahlreiche Berufe und Regionen abgerufen und miteinander verglichen werden: https://web.arbeitsagentur.de/entgeltatlas/
Methodische Hinweise
Die Statistik der Bundesagentur für Arbeit (BA) weist Medianentgelte und keine „Durchschnittsgehälter“ im engeren Sinne aus. Zudem werden nur Vollzeitbeschäftigte berücksichtigt. Die Daten basieren auf der Meldung der Arbeitgeber zur Sozialversicherung. Da Löhne und Gehälter nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze für die Rentenversicherung gemeldet werden, die im vergangenen Jahr bei 8.050 Euro lag, ist nicht für alle Beschäftigten bekannt, wie hoch das tatsächlich erzielte Entgelt war. Die Statistik der BA weist deswegen das Medianentgelt aus, das heißt, die eine Hälfte der Beschäftigten erzielt ein Entgelt, das unter diesem Medianentgelt liegt, die andere Hälfte liegt darüber. Die BA erhebt die Entgelte immer zum Stichtag 31. Dezember für alle Vollzeitbeschäftigten.
