Tag des Handwerks 2026

Handwerksberufe in der Region – Zahlen und Entwicklungen

16.09.2026 | Presseinfo Nr. 42

Die Nachfrage nach Fachkräften im Handwerk ist in der Region weiterhin hoch.

Handwerksberufe bieten gute Beschäftigungsperspektiven. Welche Handwerksberufe in der Region zuletzt besonders nachgefragt waren, wie sich Beschäftigung und Einkommen im Handwerk entwickelt haben und wo Nachwuchskräfte aktuell gesucht werden, zeigen die Zahlen der Agentur für Arbeit. Ein Blick auf die aktuelle Situation im Handwerk anlässlich des Tags des Handwerks am 19. September:

Zahl der Beschäftigten im Handwerk bleibt stabil
Im Jahr 2025 arbeiteten im Bezirk der Agentur für Arbeit Freising, der auch die Landkreise Dachau, Ebersberg und Erding umfasst, 22.340 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte als Fachkräfte in einem Handwerksberuf. Das waren 1.209 Beschäftigte mehr als noch vor zehn Jahren und 95 Beschäftigte mehr als 2024. Zu den TOP 3 der Handwerksberufe mit den meisten beschäftigten Fachkräften zählten 2025 die Bereiche Fahrzeugtechnik, Energietechnik sowie Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Insgesamt waren 9,8 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Region als Fachkräfte in einem Handwerksberuf tätig.

 

Handwerksberufe sind weiterhin eine Männerdomäne
86,1 Prozent der Fachkräfte in Handwerksberufen waren im Jahr 2025 Männer. Der Anteil an Frauen in Handwerksberufen ist in den letzten Jahren nur leicht angestiegen – von 13,1 Prozent 2015 auf nun 13,9 Prozent. 2025 übten somit insgesamt 3.113 Frauen einen Handwerksberuf aus. Die Beschäftigten im Handwerk werden außerdem älter: Während vor zehn Jahren lediglich 10,9 Prozent der beschäftigten Fachkräfte 55 Jahre und älter waren, zählten 2025 schon 18,4 Prozent zu dieser Altersgruppe.

Medianentgelt steigt in Handwerksberufe an
Das Medianentgelt entspricht dem „mittleren“ Gehalt – das bedeutet, die Hälfte der Beschäftigten erzielt ein Entgelt, das unter diesem Medianentgelt liegt, die andere Hälfte liegt darüber. Im Bezirk der Agentur für Arbeit Freising errechnete sich für die 22.340 vollzeitbeschäftigten Fachkräfte in Handwerksberufen im vergangenen Jahr ein mittleres Bruttoeinkommen von 3.954 Euro pro Monat. Damit ist das Einkommen im Vergleich zum Vorjahr gestiegen – um 190 Euro oder 5,0 Prozent. Trotzdem liegt das Medianentgelt der Fachkräfte in den Handwerksberufen in der Region weiterhin etwas unter dem Medianentgelt aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten von 4.103 Euro brutto.

Bedarf an Fachkräften in Handwerksberufen weiterhin hoch
Die Nachfrage nach Fachkräften im Bereich der Handwerksberufe war im Bezirk der Agentur für Arbeit Freising 2025 weiterhin hoch. Auf 10 gemeldete Arbeitsstellen kamen statistisch sechs Arbeitslose. Insgesamt waren im Jahresdurchschnitt 2025 monatlich 1.094 Stellenangebote für Fachkräfte in Handwerksberufen bei den Arbeitsagenturen der Region gemeldet, 89 weniger als 2025 und 393 mehr als 2015. Gesucht wurden Fachkräfte für die Bereiche Energietechnik, Fahrzeugtechnik, Hochbau, Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik sowie Aus- und Trockenbau (TOP 5 der nachgefragtesten Handwerksberufe 2025).

Auch Nachwuchskräfte sind gesucht
Zwischen Oktober 2025 und August 2026 meldeten Betriebe, die der Handwerkskammer zuzuordnen sind, den Arbeitsagenturen der Region 442 offene Ausbildungsstellen in den Landkreisen Dachau, Ebersberg, Freising und Erding. Das waren 17,6 Prozent aller gemeldeten Ausbildungsstellen in diesem Zeitraum. 165 Ausbildungsstellen waren im August 2026 noch zu vergeben, darunter Stellen für Maurer/innen, Elektroniker/innen für Energie- und Gebäudetechnik, Zimmerer/Zimmerinnen, Köche/Köchinnen, Anlagenmechaniker/innen für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, Maler/innen und andere. Zu den beliebtesten Handwerksberufen unter den Jugendlichen zählten 2025/2026 Ausbildungen in den Bereichen Fahrzeugtechnik, Energietechnik, Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, im Friseurgewerbe sowie zum Koch oder zur Köchin.


Methodischer Hinweis
In den offiziellen Arbeitsmarktstatistiken gibt es keine Zuordnung eines Berufs oder einer Firma zum Handwerk. Um trotzdem Aussagen machen zu können, hat die Statistik der Bundesagentur für Arbeit ein Aggregat von „typischen“ Handwerksberufen gebildet – das sind Berufe, die eindeutig dem Handwerk zugeordnet werden können. Darunter sind auch Berufe, die sowohl in Industriebetrieben als auch in Handwerksbetrieben ausgeübt werden können (z. B. Elektronikerinnen und Elektroniker). Enthalten sind zudem nur Berufe mit Berufs-, Weiterbildungs- oder Studienabschlüssen – keine Helferberufe. Das Aggregat der Handwerksberufe stellt also nur eine Teilmenge des Geschehens im Handwerk dar.