Die Unternehmen im Agenturbezirk Fürth mit den Städten Fürth und Erlangen sowie den Landkreisen Fürth, Erlangen-Höchstadt und Neustadt/Aisch-Bad Windsheim haben von Oktober 2024 bis einschließlich September diesen Jahres 3.039 Berufsausbildungsstellen gemeldet. Das sind 196 oder 6,1 Prozent weniger als im Vorjahr. Davon konnten 334 oder 11 Prozent bis zum 30.09. nicht besetzt werden. In demselben Zeitraum haben sich 2.533 Ausbildungssuchende bei der Berufsberatung der Arbeitsagentur gemeldet. Das sind 14 Interessierte oder 0,6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Davon blieben bis Ende vergangenen September 218 oder knapp 9 Prozent unversorgt. Demnach kommen auf 100 noch unbesetzte Lehrstellen 65 unversorgte Bewerberinnen und Bewerber.
Die Lage auf dem Ausbildungsmarkt stellt für viele Betriebe je nach Branche eine große Herausforderung dar. So hat der Handel (ohne Verkauf) als eine der Schlüsselbranchen unserer Region im letzten Berufsberatungsjahr 324 Ausbildungsplätze gemeldet. Darauf beworben haben sich gerademal 42 Personen. Dies zeigt, wie schwer es für viele Betriebe ist, überhaupt noch Ausbildungsstellen besetzen und damit Nachwuchskräfte gewinnen zu können.
Thomas Dippold, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Fürth, sagt: „Unser Ausbildungsmarkt hat sich seit Corona deutlich verändert. Wir haben im Vergleich zu Herbst 2020 gut 20 Prozent weniger Ausbildungssuchende und annähernd 25 Prozent weniger gemeldete Ausbildungsplätze. Dagegen gleich geblieben ist die Tatsache, dass das Angebot weit größer ist als die Nachfrage. Als Konsequenz ergibt sich die Notwendigkeit, die Attraktivität der betrieblichen Ausbildung zu steigern und das vorhandene Bewerberpotenzial noch effizienter zu nutzen. Ich denke dabei beispielsweise an Schul- und Studienabbrecher, junge Menschen mit Migrationshintergrund oder auch Alleinerziehende. Es gibt verschiedene Unterstützungsprogramme wie die Ausbildung in Teilzeit oder auch die assistierte Ausbildung, die es Betrieben und Jugendlichen leichter machen sollen, eine Ausbildung erfolgreich zu absolvieren. Unser Ziel bleibt es, jedem Jugendlichen, der eine Ausbildung beginnen möchte, eine passende Perspektive zu eröffnen. Sprechen Sie uns an, unsere Fachkräfte beraten Sie gerne.“
Blick in die Regionen: Zeitraum: Oktober 2024 bis September 2025
Stadt Fürth: Anzahl Bewerberinnen und Bewerber spürbar gesunken
In diesem Zeitraum haben die örtlichen Arbeitgeber 623 Berufsausbildungsstellen gemeldet. Das sind 18 oder 3,0 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Davon konnten bis einschließlich September 63 oder 10,1 Prozent nicht besetzt werden. In demselben Zeitraum haben sich 645 Ausbildungssuchende bei der Berufsberatung der Arbeitsagentur gemeldet. Das sind 80 oder 11,0 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Davon blieben bis Ende September 100 oder 15,5 Prozent unversorgt. Demnach kommen auf 100 noch unbesetzte Ausbildungsstellen 159 unversorgte Bewerberinnen und Bewerber. Jedem Einzelnen von diesen stehen zumindest rein rechnerisch 0,6 noch unbesetzte Ausbildungsstellen zur Wahl.
Landkreis Fürth: Anzahl gemeldete Ausbildungsstellen gestiegen
Im Fürther Umland haben die ansässigen Arbeitgeber 416 Berufsausbildungsstellen gemeldet. Das sind 38 oder 10,1 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Davon blieben bis einschließlich September 57 oder 13,7 Prozent unbesetzt. In demselben Zeitraum haben sich bei der Berufsberatung der Arbeitsagentur 490 Ausbildungssuchende gemeldet. Das sind 34 oder 6,5 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Davon blieben 35 oder 7,1 Prozent unversorgt. Demnach kommen auf 100 noch unbesetzte Berufsausbildungsstellen 61 unversorgte Bewerberinnen und Bewerber. Jedem Einzelnen von diesen stehen zumindest rein rechnerisch 1,6 unbesetzte Ausbildungsstellen zur Wahl.
Stadt Erlangen: Anzahl gemeldete Ausbildungsstellen drastisch gesunken
In der Stadt Erlangen wurden im letzten Berufsberatungsjahr 713 Berufsausbildungsstellen gemeldet. Das sind 240 oder 25,2 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Davon blieben bis Ende September 50 oder 7,0 Prozent unbesetzt. In demselben Zeitraum haben sich 429 Ausbildungssuchende bei der Berufsberatung der Arbeitsagentur gemeldet. Das sind 39 oder 10,0 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Davon blieben bis einschließlich September 29 oder 6,8 Prozent unversorgt. Demnach kommen auf 100 noch unbesetzte Berufsausbildungsstellen 58 unversorgte Bewerberinnen und Bewerber. Jedem Einzelnen von diesen stehen zumindest rein rechnerisch 1,7 noch unbesetzte Ausbildungsstellen zur Wahl.
Landkreis Erlangen-Höchstadt: Angebot und Nachfrage ausgeglichen.
Hier wurden im letzten Berufsberatungsjahr 564 Berufsausbildungsstellen gemeldet. Das sind 102 oder 15,3 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Davon konnten 61 oder 10,8 Prozent nicht besetzt werden. In demselben Zeitraum haben sich 553 Ausbildungssuchende bei der Berufsberatung der Arbeitsagentur gemeldet. Das sind 16 oder 3,0 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Davon blieben 38 oder 6,9 Prozent unversorgt. Demnach kommen auf 100 noch unbesetzte Berufsausbildungsstellen 62 unversorgte Bewerber. Jedem Einzelnen von diesen stehen zumindest rein rechnerisch 1,6 noch freie Ausbildungsstellen zur Wahl.
Neustadt/Aisch – Bad Windsheim: Angebot viel größer als Nachfrage
Hier haben die hiesigen Arbeitgeber im letzten Berufsberatungsjahr 723 Berufsausbildungsstellen gemeldet. Das sind 90 oder 14,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Davon blieben bis einschließlich September 103 oder 14,2 Prozent unbesetzt. In demselben Zeitraum haben sich 416 Ausbildungssuchende bei der Berufsberatung der Arbeitsagentur gemeldet. Das sind 73 oder 21,3 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Davon blieben bis einschließlich September 16 oder 3,8 Prozent unversorgt. Demnach kommen auf 100 noch unbesetzte Ausbildungsstellen 16 unversorgte Bewerberinnen und Bewerber. Jedem Einzelnen von diesen stehen zumindest rein rechnerisch 6,4 noch freie Ausbildungsstellen zur Wahl.