Kompetenzen stärken, Zukunft sichern

Aktionstag zur Berufsorientierung an der Sekundarschule Hassel 

20.04.2026 | Presseinfo Nr. 8

„Jugend in Beruf“ lautet das Motto, unter dem sich zahlreiche Akteure aus dem Übergangssystem Schule/Beruf zusammengetan haben, um neue und innovative Wege in der Berufsorientierung junger Menschen zu gehen. Zu Beginn des Schuljahres 2025/26 starteten daher landesweit 16 Schulen unterschiedlicher Kreise und kreisfreier Städte eine einjährige Laborphase, in der – aufbauend auf der bestehenden Angebotsstruktur der NRW- Landesinitiative „Kein Abschluss ohne Anschluss (KAoA)“ – neue Formate der beruflichen Orientierung entwickelt werden dürfen. Ausprobieren und Erproben ist hier ausdrücklich erwünscht mit dem Ziel, Jugendliche frühzeitig zu beraten und engmaschiger zu begleiten, um damit ihre Berufswahlkompetenz zu stärken. 
Eine der 16 Laborschulen ist die Sekundarschule Hassel. Dort fand im Rahmen der Laborphase zum ersten Mal ein Aktionstag für die Jahrgangsstufen acht und zehn statt. Sieben Unternehmen waren vor Ort, um ihre Berufsbilder bei einem Mitmachparcours vorzustellen und in praxisorientierten Aufgaben für ihre Ausbildungsberufe zu werben. So wurde fleißig der Blutzucker gemessen, die Reaktionsschnelligkeit an einer Buzzerwand getestet sowie Rohre gesteckt oder Sicherungen in einen Stromkasten eingebaut. Von der Pflegefachkraft über den/die Verkäufer/in im Einzelhandel bis hin zum Elektroniker waren zahlreiche unterschiedliche Berufsbilder vertreten.
In mehreren Durchgängen konnten an diesem Vormittag rund achtzig Schülerinnen und Schüler klassenweise in direkten Kontakt mit Arbeitgeberinnen und -gebern kommen, ihre Fertigkeiten und Vorlieben austesten oder sich auch ganz konkret für Praktika oder Ausbildungsplätze bewerben.
Für die teilnehmenden Unternehmen fiel der Tag in Hassel durchweg positiv aus. „Uns hat die Umsetzung der Veranstaltung sehr gut gefallen“, resümierten Christoph Reichel und Christian Kellner von der Penny Markt GmbH. „Dadurch, dass sich die Schülerinnen und Schüler in kleinen Gruppen jede Station einzeln angeschaut haben, konnte man gut ins Gespräch kommen und sein Unternehmen in Ruhe vorstellen. Mitmachaktionen machen ohnehin viel Spaß und so wurde man schnell locker und es wurden schon einige Fragen rund um unsere Ausbildungsangebote gestellt.“ Und auch Nicole Paeßens von kern – Katholische Einrichtungen Ruhrgebiet Nord GmbH stellte fest: „Die Jugendlichen heute waren wirklich motiviert. Einigen von ihnen hat man angemerkt, dass sie gut in den Pflegebereich passen würden, auch wenn sie in der achten Klasse natürlich noch nicht unmittelbar nach einer Ausbildungsstelle suchen. Aber für uns ist es wichtig, durch solche Aktionen positiv in Erinnerung zu bleiben.“

Michael Kaspari, Schulleiter Sekundarschule Hassel: „Die Sekundarschule Hassel hat die Herausforderung „Laborschule im Kontext von Jugend in Beruf“ angenommen und sich mit allen beteiligten Akteurinnen und Akteuren – der Agentur für Arbeit, dem Jobcenter, der kommunalen Koordination sowie den Arbeitgebern – sofort auf den Weg gemacht, ein aktualisiertes Konzept zur Berufsorientierung zu entwickeln. Ziel ist, unsere Schülerinnen und Schüler so früh wie möglich mit der Berufswelt in Berührung zu bringen.
Umso mehr freuen wir uns, dass wir heute im Rahmen des Aktionstages Schüler*innen und Arbeitgeber zusammenbringen konnten. Dieser Austausch stärkt das Vertrauen in eine praxisnahe, zukunftsorientierte berufliche Orientierung und zeigt, wie eng Schule, Wirtschaft und 
Kommune gemeinsam an einer erfolgreichen Zukunft unserer jungen Menschen arbeiten. Außerdem soll der heutige Tag den Kindern Wege in den Beruf anhand ihrer Kompetenzen aufzeigen und ihnen konkrete Orientierungshilfen geben.“

Annette Höltermann, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Gelsenkirchen: „Wir begrüßen die Möglichkeit, während der Laborphase bereits etablierte Instrumente der Berufsorientierung neu zu sortieren, zu überprüfen und neue Wege ausprobieren zu können. Nur eine engmaschige und stringente Begleitung der Schülerinnen und Schüler kann gute Orientierung bieten und letztlich eine fundierte Berufswahlkompetenz ergeben. Wir hinterfragen uns daher immer wieder selbst und scheuen uns nicht, über den Tellerrand hinaus zu schauen und neue Wege zu gehen. Das zeichnet die Zusammenarbeit der Netzwerkpartner hier in Gelsenkirchen in besonderem Maße aus.“

Anne Heselhaus, Vorständin für Kultur, Bildung, Jugend, Sport und Integration der Stadt Gelsenkirchen: „Als Bildungsdezernentin erlebe ich immer wieder, wie entscheidend es ist, Systemlücken zu erkennen und konsequent zu schließen. Bildungsangebote müssen eng verzahnt, aufeinander abgestimmt und transparent gestaltet sein. Nur so lassen sich Brüche in Bildungsbiografien wirksam reduzieren.
Eine fundierte berufliche Orientierung ist dabei ein zentraler Baustein für die Entwicklung junger Menschen. Sie stärkt die Selbstwahrnehmung, hilft dabei, eigene Stärken und Fähigkeiten zu erkennen und fördert Selbstwirksamkeit.
In der einjährigen Laborphase erhalten die beteiligten Akteure nun die Möglichkeit, ergänzende Angebote gezielt zu erproben und bestehende Maßnahmen passgenau miteinander zu verknüpfen. Allen Beteiligten danke ich herzlich für ihr Engagement und ihre Bereitschaft, diesen Prozess aktiv und gemeinsam zu gestalten.“