Zum Jahresbeginn hat die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Gießen deutlich zugenommen. Insgesamt waren im abgelaufenen Monat 21054 Personen arbeitslos gemeldet, 1193 mehr als im Dezember. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,3 auf nun 5,4 Prozent.
Im Januar des Vorjahres waren damals 843 Menschen weniger registriert. Die Quote lag bei 5,3 Prozent.
"Der Anstieg der Arbeitslosigkeit klingt viel, ist jedoch für einen Januar nicht ungewöhnlich", kommentiert Michael Beck, Leiter der Arbeitsagentur Gießen, die aktuellen Zahlen vom Arbeitsmarkt. "Grund dafür ist, dass Menschen in Außenberufen wetterbedingt nicht arbeiten und viele Arbeitsverträge zum Jahresende auslaufen. Die Zahl der Beschäftigungsverhältnisse hat im Vergleich zum Vorjahresmonat zugenommen, verliert jedoch zunehmend an Kraft. Unternehmen halten sich bei der Personalsuche nach wie vor zurück. Grund dafür ist die aktuelle wirtschaftliche Lage, die ihre Spuren auf dem Arbeitsmarkt hinterlässt. Das ist eine Herausforderung für Arbeitslose, wieder eine Arbeitsstelle zu finden. Daher sind Ausbildung und Qualifizierung in der jetzigen Situation sehr wichtig und sollten nicht vernachlässigt werden. Es ist eine lohnende Investition in die Zukunft."
Unterbeschäftigung
Die "Unterbeschäftigung im engeren Sinne", die auch Personen in entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen und in kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit mitzählt, belief sich im Januar auf 26195 Personen. Das waren 756 mehr als vor einem Monat und 443 weniger als im Januar 2025.
Gemeldete Stellen
Die Zahl der neu gemeldeten Arbeitsstellen ist im Januar gestiegen. Arbeitgeber meldeten im Bezirk der Arbeitsagentur Gießen insgesamt 796 neue Stellen. Dies waren 124 Stellen mehr als im Januar des Vorjahres.
Beim Bestand gemeldeter Arbeitsstellen hat sich auch im Januar der Negativtrend fortgesetzt. Zum Stichtag waren 4860 Arbeitsstellen gemeldet, 422 weniger als im Januar 2025.
Männer und Frauen
Geschlechtsspezifisch betrachtet ist die Arbeitslosigkeit bei Männern und Frauen im Januar gestiegen.
Bei der Arbeitsagentur Gießen waren insgesamt 12052 Männer im abgelaufenen Monat arbeitslos gemeldet, 673 mehr als im Dezember. Die Quote stieg um 0,3 und liegt aktuell bei 5,9 Prozent. Im Vorjahresvergleich waren im Januar 2025 629 Männer weniger gemeldet. Seinerzeit lag die Quote bei 5,6 Prozent.
Die Zahl der arbeitslosen Frauen lag im Januar bei 9002, 520 mehr als im Vormonat. Die Quote stieg um 0,3 auf nun 5,0 Prozent. Im Vorjahresmonat waren 214 Frauen weniger registriert. Damals lag die Quote bei 4,9 Prozent.
Besondere Personengruppen
Bei den Personengruppen der Älteren und der Jugendlichen ist die Anzahl der Arbeitslosen zum Vormonat gestiegen.
Die Zahl der Jugendlichen unter 25 Jahren, die eine Arbeitsstelle suchten, ist im Januar um 116 auf 2101 Personen gestiegen. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,3 auf jetzt 5,2 Prozent an. Im Vorjahresmonat waren damals 178 junge Menschen weniger gemeldet und die Arbeitslosenquote lag bei 4,7 Prozent.
Im Bezirk der Agentur für Arbeit Gießen ist die Anzahl der über 50-jährigen Erwerbslosen im Januar um 387 Personen auf nun 6827 Ältere gestiegen. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich um 0,3 und liegt derzeit bei 5,0 Prozent. Im Vorjahresmonat waren 164 Menschen dieser Altersgruppe weniger arbeitslos gemeldet. Damals lag die Quote bei 4,9 Prozent.
Regionale Unterschiede
Wie im Monat Dezember, ist die Arbeitslosigkeit im jetzt abgelaufenen Monat in allen zum Bezirk der Arbeitsagentur Gießen gehörenden Landkreise, dem Landkreis Gießen, dem Wetteraukreis und dem Vogelsbergkreis, gestiegen.
Im Kreis Gießen waren im Januar insgesamt 10128 Menschen erwerbslos gemeldet, 753 Personen mehr als den Monat zuvor. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,5 und liegt jetzt bei 6,6 Prozent. Im Vorjahresmonat lag die Quote bei 6,2 Prozent. Damals waren 765 Menschen weniger registriert.
Im Wetteraukreis ist die Zahl der Arbeitslosen im Januar um 263 Personen auf 8353 gestiegen. Die Quote erhöhte sich gegenüber dem Vormonat um 0,2 auf nun 4,8 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sind jetzt 166 Erwerbslose mehr gemeldet. Seinerzeit lag die Arbeitslosenquote bei 4,7 Prozent.
Im Vogelsbergkreis ist die Anzahl der Erwerbslosen im Januar gestiegen. 2573 Personen waren arbeitslos gemeldet, 177 mehr als im Dezember. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich um 0,3 Prozent auf 4,4 Prozent. Im Vorjahresmonat waren 88 Personen mehr erwerbslos gemeldet und die Quote lag bei 4,6 Prozent.
Die beiden Rechtskreise (Sozialgesetzbuch II und III)
Bei einer Betrachtung der Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen, im Bereich der Arbeitslosenversicherung (Arbeitsagentur, Sozialgesetzbuch III) und im Zuständigkeitsbereich der Jobcenter (Bürgergeld, SGB II), ist eine gleichlaufende Entwicklung im Januar zu beobachten gewesen. In Beiden Bereichen ist die Arbeitslosigkeit gestiegen.
Bei der Arbeitsagentur Gießen (und den Geschäftsstellen in Bad Vilbel, Büdingen, Friedberg und Lauterbach) waren im Januar 8002 Personen gemeldet, 691 mehr als im Vormonat Dezember. Im Vergleich zum Vorjahresmonat liegt die Zahl damit heute um 633 Personen höher.
Die Zahl der in den Jobcentern geführten Erwerbslosen stieg um 502 Personen auf nun 13052. Ein Jahr zuvor wurden dort noch 210 Personen weniger geführt.
Das Jobcenter Gießen betreute im Januar 6991 Arbeitslose, 393 Personen mehr gegenüber Dezember.
Im Jobcenter Wetterau waren im abgelaufenen Monat 4689 Arbeitslose gemeldet, 71 Personen mehr als im Vormonat.
Im Vogelsbergkreis wurden bei der Kommunalen Vermittlungsagentur (KVA) insgesamt 1372 Arbeitslose im Januar betreut, 38 mehr als im Monat zuvor.
Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung
Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Bezirk der Arbeitsagentur Gießen ist gemäß den jüngsten hochgerechneten vorläufigen Daten (Stand 31. Juli 2025) im Vergleich zum Vorjahr um 1173 auf 231503 Personen gestiegen. Dies entspricht einem Anstieg um 0,5 Prozent.
