Die Zahl der Arbeitslosen ist im Oktober im Bezirk der Arbeitsagentur Gießen zurückgegangen. Im abgelaufenen Monat waren insgesamt 19528 Menschen arbeitslos gemeldet, 196 weniger als im September. Die Arbeitslosenquote ging um 0,1 auf nun 5,0 Prozent zurück.
Im Oktober des Vorjahres waren damals 134 Menschen mehr registriert. Die Quote lag seinerzeit bei 5,1 Prozent.
„Der Arbeitsmarkt zeigt sich in einer soliden Verfassung, jedoch mit verhaltener Dynamik“, erklärt der Leiter der Arbeitsagentur Gießen, Michael Beck. „Der Rückgang der Arbeitslosigkeit ist im Oktober saisonüblich. Erfreulich ist, dass alle Personengruppen von der positiven Entwicklung profitieren konnten, Männer und Frauen sowie jüngere und ältere Arbeitsuchende. Und auch wenn der Stellenbestand auf einem soliden Niveau liegt, stellt der vergleichsweise niedrige Stellenzugang im Oktober eine Herausforderung dar.“ Beck appelliert an Beschäftigte und Arbeitgeber: „Jetzt ist ein guter Moment, um sich mit Weiterbildung zu beschäftigen. Wenn zum Jahresbeginn die Auftragsspitzen weniger werden, sollte nun eine Qualifizierung organisiert werden, damit diese im neuen Jahr startet. Hierbei steht die Arbeitsagentur mit Informationen und passenden Fördermöglichkeiten gerne bereit.“
Unterbeschäftigung
Die „Unterbeschäftigung im engeren Sinne“, die auch Personen in entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen und in kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit mitzählt, belief sich im Oktober auf 24567 Personen. Das waren 331 weniger als vor einem Monat und 610 weniger als im Oktober 2025.
Gemeldete Stellen
Wie bereits im September ist die Anzahl der bei der Arbeitsagentur Gießen neu gemeldeten Arbeitsstellen gegenüber dem Vorjahresmonat gesunken. Insgesamt wurden von Arbeitgebern 829 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen im Oktober gemeldet. Das waren 162 Stellen weniger als im Vorjahresmonat.
Beim Stellenbestand wurde im gleichen Zeitraum ein Anstieg verzeichnet. Zum Stichtag waren 5401 Arbeitsstellen gemeldet, 69 mehr als im Oktober 2025.
Männer und Frauen
Nach Geschlechtern betrachtet hat sich bei der Arbeitslosigkeit eine gleichermaßen positive, jedoch relativ verhaltene Entwicklung gezeigt.
Im Oktober waren bei der Arbeitsagentur Gießen insgesamt 10869 Männer arbeitslos gemeldet, 125 weniger als im September. Die Quote sank um 0,1 auf jetzt 5,3 Prozent. Im Oktober des Vorjahres waren 175 Männer mehr gemeldet. Seinerzeit lag die Quote bei 5,4 Prozent.
Die Zahl der arbeitslosen Frauen lag im Oktober bei 8659, 71 weniger als im Vormonat. Dies entspricht einer zum Vormonat unveränderten Quote von 4,8 Prozent. Im Vorjahresmonat waren 41 Frauen weniger registriert. Damals lag die Quote bei 4,7 Prozent.
Besondere Personengruppen
Die Arbeitslosigkeit ist bei den Personengruppen der Älteren und der Jugendlichen gleichermaßen zurückgegangen. Aus saisonalen Gründen konnten die jungen Menschen stärker profitieren.
Die Anzahl der Jugendlichen unter 25 Jahren, die eine Arbeitsstelle suchten, ist im Oktober um 57 auf 1983 Personen zurückgegangen. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 und liegt derzeit bei 5,0 Prozent. Im Vorjahresmonat waren damals drei junge Menschen mehr gemeldet und die Arbeitslosenquote lag bei 4,9 Prozent.
Im Oktober ist die Zahl der über 50-jährigen Erwerbslosen ist im Bezirk der Arbeitsagentur Gießen um 31 Personen auf nun 6424 Ältere gesunken. Dabei blieb die Arbeitslosenquote bereits den vierten Monat in Folge unverändert bei 4,7 Prozent. Im Vorjahresmonat waren 59 Menschen dieser Altersgruppe mehr arbeitslos gemeldet. Damals lag die Quote bei 4,8 Prozent.
Regionale Betrachtung
In den Landkreisen Gießen, Wetteraukreis und Vogelsbergkreis, die dem Gießener Agenturbezirk zugeordnet sind, hat sich die Arbeitslosigkeit ungleich entwickelt. Während die Arbeitslosenzahl in den Landkreisen Gießen und Vogelsberg sank, ist sie im Landkreis Wetterau gestiegen.
Im Kreis Gießen waren im Oktober insgesamt 9122 Menschen erwerbslos gemeldet, 269 Personen weniger als den Monat zuvor. Die Arbeitslosenquote ging um 0,2 auf nun 5,9 Prozent zurück. Im Vorjahresmonat lag die Quote bei 6,1 Prozent. Damals waren 234 Menschen mehr registriert.
Im Wetteraukreis ist die Zahl der Arbeitslosen im Oktober um 110 Personen auf 7948 gestiegen. Die Quote blieb gegenüber dem Vormonat unverändert bei 4,5 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sind jetzt sieben Erwerbslose mehr gemeldet. Seinerzeit lag die Arbeitslosenquote ebenfalls bei 4,5 Prozent.
Im Vogelsbergkreis ist im Oktober die Anzahl der Erwerbslosen zurückgegangen. 2458 Personen waren arbeitslos gemeldet, 37 weniger als im September. Die Arbeitslosenquote blieb unverändert zum Vormonat bei 4,3 Prozent. Im Vorjahresmonat waren damals 93 Personen weniger erwerbslos gemeldet. Die Quote lag bei 4,1 Prozent.
Die beiden Rechtskreise (Sozialgesetzbuch II und III)
Die Arbeitslosigkeit hat sich im Oktober bei der Betrachtung nach Rechtskreisen ungleich entwickelt. Während im Zuständigkeitsbereich der Jobcenter (Grundsicherung, SGB II) die Anzahl der gemeldeten Erwerblosen sank, wurde bei der Arbeitslosenversicherung (Arbeitsagentur, Sozialgesetzbuch III) ein Anstieg registriert.
Bei der Arbeitsagentur Gießen (und den Geschäftsstellen in Bad Vilbel, Büdingen, Friedberg und Lauterbach) waren im Oktober 7555 Personen gemeldet, 49 mehr als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat liegt die Zahl damit heute um 567 Personen höher.
Die Zahl der in den Jobcentern geführten Erwerbslosen sank um 245 Personen auf nun 11973. Ein Jahr zuvor wurden dort noch 701 Personen mehr geführt.
Das Jobcenter Gießen betreute im Oktober 6209 Arbeitslose, 186 Personen weniger gegenüber September.
Im Jobcenter Wetterau waren im abgelaufenen Monat 4418 Arbeitslose gemeldet, genauso viele Personen wie im Vormonat.
Im Vogelsbergkreis wurden bei der Kommunalen Vermittlungsagentur (KVA) insgesamt 1346 Arbeitslose im Oktober betreut, 59 weniger als im Monat zuvor.
Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung
Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Bezirk der Arbeitsagentur Gießen ist gemäß den jüngsten hochgerechneten vorläufigen Daten (Stand 30. April 2026) im Vergleich zum Vorjahr um 1.118 auf 233112 Personen gestiegen.
