Leichte Frühjahrsbelebung in der Region

Eine leichte, saisonal übliche Frühjahrsbelebung sorgte im März für sinkende Arbeitslosenzahlen und einen Anstieg der neu gemeldeten Stellen. Dennoch ist dies keineswegs als Trendwende zu werten, da insbesondere in dem konjunktursensiblen Bereich der Arbeitslosenversicherung die Zahlen deutlich über dem Vorjahresmonat liegen.

31.03.2026 | Presseinfo Nr. 18

Göttingen. Die Zahl der Arbeitslosen ist im Agenturbezirk Göttingen im März gegenüber dem Vormonat gesunken. Dabei fiel der Rückgang in absoluten Zahlen deutlicher aus als in den letzten Jahren. Insgesamt waren im zurückliegenden Monat 15.672 Menschen bei der Agentur für Arbeit und den Jobcentern der Region gemeldet, 605 bzw. 3,7 Prozent weniger als im Februar. Erfreulich dabei ist der Aspekt, dass erstmals seit September mehr Arbeitslose eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung beginnen konnten als Arbeitnehmende ein Arbeitsverhältnis beenden mussten: zwar haben 986 Menschen ihren Arbeitsplatz verloren oder mussten diesen aufgegeben, doch 1.014 Arbeitnehmende konnten im gleichen Zeitraum ein neues sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis beginnen. 

Die aktuelle Arbeitslosenquote für den Agenturbezirk Göttingen beträgt 6,4%. Gegenüber dem Vormonat ist sie damit um 0,2 Prozentpunkte gesunken.

 

Auch wenn der Rückgang gegenüber dem Vormonat ein positiver Moment ist: Der Arbeitsmarkt in der Region ist weiterhin angespannt. Das zeigt insbesondere ein Blick auf die Arbeitslosigkeit im Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III), für den die Agentur für Arbeit verantwortlich ist. Dieser Bereich reagiert unmittelbarer als die von den Jobcentern verantwortete Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II) auf konjunkturelle Einflüsse. Entsprechend sank hier die Zahl der Arbeitslosen gegenüber Februar zwar um 235 bzw. 3,8 Prozent auf 5.881. Gegenüber März 2025 waren allerdings 459 Menschen (8,5%) mehr arbeitslos gemeldet.

Von den Jobcentern der Region wurden im März 9.791 Arbeitslose betreut. Das waren 370 weniger als im Februar (3,6%).

 

Die Zahl der neu gemeldeten Arbeitsstellen stieg im März gegenüber dem Vormonat an. Insgesamt gaben Wirtschaft und Verwaltung 947 neue Stellen in die Betreuung der Agentur für Arbeit, 168 (21,6%) mehr als im Februar und 21 (2,3%) mehr als im Vorjahresmonat. Die meisten Stellen meldeten Arbeitgebende aus der Zeitarbeit, dem Gesundheitswesen und der öffentlichen Verwaltung.

Der Stellenbestand sank gegenüber Februar nur leicht um 1,6 Prozent bzw. 59 Stellen auf 3.653 Arbeitsangebote insgesamt. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist der Rückgang mit einem Minus von 17,5 Prozent (776 Stellen) weiterhin deutlich spürbar.

 

Klaudia Silbermann, Chefin der Göttinger Arbeitsagentur, freut sich über die leichte Frühjahrsbelebung: „Nach der Winterzeit gehört es zu den üblichen saisonalen Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt unserer Region, dass die Zahl der arbeitslosen Menschen sinkt. Aber in Zeiten, in denen der Arbeitsmarkt aufgrund der vielfältigen wirtschaftlichen Krisen und Transformationsprozesse vor großen Herausforderungen steht, ist auch ein Rückgang per se eine gute Nachricht. Eines treibt uns allerdings beständig um, und das ist die sehr unterschiedliche Chancenverteilung auf dem Arbeitsmarkt zu Lasten der Menschen ohne Ausbildung.“ Dies zeige sich, so die Arbeitsmarktexpertin weiter, an unterschiedlichen Zahlen: Rund 57 Prozent aller Arbeitslosen im Agenturbezirk hätten aktuell keine abgeschlossene oder anerkannte Ausbildung. Nur jede fünfte gemeldete Stelle habe sich im März an Anlernkräfte gerichtet. Und 2025 habe die Arbeitslosenquote für Menschen mit abgeschlossener Berufsausbildung (schulisch/ betrieblich 3,6 Prozent, akademisch 3,3 Prozent) lediglich 3,5 Prozent betragen. Die Arbeitslosenquote für Personen ohne abgeschlossene Ausbildung habe hingegen bei 23,4 Prozent gelegen. „Diese Zahlen“, so Silbermann weiter, „lassen nur einen Schluss zu: ob beschäftigt oder arbeitsuchend, das Augenmerk muss sich – auch eigenverantwortlich – auf das Thema Erwerb und Weiterentwicklung von beruflichen Qualifikationen richten. Ein erster Schritt ist hier die Information über bestehende Angebote. Das gilt fachlich-inhaltlich. Das gilt aber auch bezüglich möglicher Beratungs- und Fördermöglichkeiten.“ Orientierung bietet hier die Berufsberatung im Erwerbsleben der Agentur für Arbeit. Die Beraterinnen und Berater organisieren beispielsweise vom 20. bis 30. April eine kostenfreie Online-Veranstaltungsreihe zur Orientierung und Weiterentwicklung. Informationen hierzu finden sich unter www.arbeitsagentur.de/goettingen - Berufsberatung im Erwerbsleben – WOW. 

Unterbeschäftigung

Ergänzend zur gesetzlich definierten Arbeitslosenzahl veröffentlicht die Agentur für Arbeit Angaben zur Unterbeschäftigung. Dazu zählen zusätzlich zu den Arbeitslosen solche Personen, die nicht als arbeitslos gelten, die aber z.B. im Rahmen von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen gefördert werden. Die Unterbeschäftigung betrug nach vorläufigen Angaben im März 18.672. Damit sank der Wert um 473 bzw. 2,5 Prozent im Vergleich zum Vormonat.

Entwicklung in den Landkreisen des Arbeitsagenturbezirkes Göttingen 

In den zum Agenturbezirk Göttingen gehörenden Landkreisen Northeim und Göttingen sank die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Februar.

Im Landkreis Northeim waren im März insgesamt 4.855 Menschen bei der Arbeitsagentur und dem Jobcenter arbeitslos gemeldet. Das waren 148 bzw. 3,0 Prozent weniger als im Februar. Gegenüber März 2025 stieg die Zahl um 397 Personen bzw. 8,9 Prozent. Die Arbeitslosenquote beträgt aktuell 6,9% und liegt damit 0,2 Prozentpunkte unter dem Februarwert, aber 0,6 Prozentpunkte über dem Niveau des Vorjahresmonats.

Im Landkreis Göttingen liegt die aktuelle Arbeitslosenquote bei 6,2%, und damit 0,3 Prozentpunkte unter dem Februar-Wert. Im zurückliegenden Monat waren im Landkreis Göttingen 10.817 Menschen bei den Jobcentern und der Arbeitsagentur gemeldet, 457 weniger als im Februar (-4,1%).

  1. ^

    In Folge eines Softwarewechsels im Jobcenter Landkreis Göttingen verringerte sich hier der Bestand an Arbeitslosen im SGB II zum Juni 2025 deutlich (um ca. 1.000); die Zahl der Ab-gänge (Schätzung) erhöhte sich entsprechend. Der infolge der Datenrevision verzeichnete, spürbare Rückgang der Arbeitslosigkeit im Landkreis Göttingen ist somit nicht ausschließlich auf marktliche Entwicklungen zurückzuführen. Ein Vergleich der Daten SGB II im Agenturbezirk Göttingen zum Vorjahresmonat ist somit nur bedingt aussagekräftig.

  2. ^

    Dazu gehören Personen, die mit Arbeitsmarktmaßnahmen wie z.B. beruflicher Weiterbildung, Arbeitsgelegenheiten oder Gründungszuschuss gefördert werden, oder sich in einem arbeitsmarktpolitischen Sonderstatus befinden. Aufgrund der Vorläufigkeit der Daten zur Förderstatistik können sich hier in den kommenden Monaten noch Änderungen ergeben. Nicht enthalten sind Beschäftigte in Kurzarbeit, da diese Daten erst mit mehrmonatiger zeitlicher Verzögerung erhoben werden können.

  3. ^

     Siehe zur fehlenden Aussagekraft des Vorjahresvergleich Fußnote 1.