2025: Ein schwieriges Jahr für den regionalen Arbeitsmarkt 

Arbeitsmarkt im Dezember und Rückblick auf den Arbeitsmarkt 2025 

07.01.2026 | Presseinfo Nr. 2

Göttingen. „Auch wenn das Jahr mit einem minimalen Rückgang der Arbeitslosenzahlen endet, so war es doch ein schwieriges Jahr für Arbeitsuchende und Unternehmen in der Region“, zieht Klaudia Silbermann, Chefin der Agentur für Arbeit Göttingen, Bilanz für die vergangenen zwölf Monate. Im Jahresdurchschnitt waren 16.225 Menschen im Agenturbezirk Göttingen arbeitslos gemeldet, 23 weniger (-0,1%) als 2024. Die Arbeitslosenquote beträgt für 2025 6,6 Prozent und liegt damit 0,1 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert.

Dass das Jahr 2025 letztlich im Vergleich zum Vorjahr eine stabile Arbeitslosenzahl ausweise, so die Arbeitsmarktexpertin, liege nicht daran, dass die wirtschaftlichen Eintrübungen an der Region vorbeigezogen seien. Vielmehr hätten hier die vergleichsweise günstige Entwicklung im Bereich der Jobcenter bei der Grundsicherung für Arbeitsuchende eine Rolle gespielt, insbesondere die einmaligen Sondereffekte im Rahmen von Plausibilitätsprüfungen beim Softwarewechsel im Jobcenter im Landkreis Göttingen. 

„Die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt ist während der letzten zwölf Monate durch vielfältige Krisen, wie beispielsweise den Ukrainekrieg, hohe Energiekosten oder den Zollstreit, aber auch infolge von Transformationsprozessen, etwa durch Digitalisierung, KI oder E-Mobilität, beeinflusst worden“, so Silbermann weiter. „Das spüren wir insbesondere im Bereich der Arbeitslosenversicherung, für den die Agentur für Arbeit verantwortlich ist, und an dem Rückgang der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten.“ Im zurückliegenden Jahr waren durchschnittlich 5.375 Menschen bei der Agentur für Arbeit Göttingen arbeitslos gemeldet. Das waren 560 mehr als im Vorjahreszeitraum, was einem Anstieg um 11,6 Prozent entspricht. Der Bereich der Arbeitslosenversicherung ist konjunktursensibler als die Grundsicherung für Arbeitsuchende, die von den Jobcentern verantwortet wird. Denn in den meisten Fällen melden sich Arbeitnehmende nach einem Arbeitsplatzverlust zunächst bei der Arbeitsagentur.

Die konjunkturelle Eintrübung macht sich auch auf andere Weise bemerkbar. So sank beispielsweise der durchschnittliche Stellenbestand von 2024 auf 2025 um 910 Arbeitsangebote (-18,1%) auf 4.109. Die Zahl der neu gemeldeten Stellen legte mit 10.765 Angeboten auf niedrigem Niveau im Vorjahresvergleich leicht zu (plus 322 Stellenofferten / +3,1%).

„Deutliches Zeichen von Krisen und Transformation ist insbesondere der Beschäftigtenrückgang im Verarbeitenden Gewerbe“, sorgt sich die Agenturchefin. „Wir haben, Stand Juni, hier rund 2.200 Arbeitsplätze in unserem Bezirk im Vergleich zum Vorjahresquartal verloren. Und längst nicht alle ehemaligen Beschäftigten finden nahtlos in anderen Unternehmen oder Branchen eine neue Perspektive. Aufnahmechancen bietet weiterhin das Gesundheits- und Sozialwesen. Hier gab es von Juni 2024 auf Juni 2025 ein Beschäftigungswachstum von gut zwei Prozent, das entspricht 833 Arbeitsplätzen. Hier bestehen große Möglichkeiten für Arbeitnehmende, aber es fehlen die Fachkräfte. Das gilt auch für andere Bereiche. Daher appelliere ich an Arbeitsuchende, sich gegebenenfalls auch für neue Berufsfelder zu öffnen und die Zeit der Arbeitslosigkeit für Weiterbildung zu nutzen. Mehr als 1.300 Menschen begannen 2025 eine berufliche Qualifizierung, die wir als Agentur für Arbeit fördern konnten, darunter waren auch mehr als 300 Beschäftigte.“

Arbeitsmarkt im Dezember

Zum Jahresende blieben die Arbeitslosenzahlen in Südniedersachsen stabil. Gegenüber dem Vormonat waren im Dezember 32 Menschen weniger ohne Arbeit (-0,2%). 15.173 Arbeitslose waren im Agenturbezirk Göttingen gemeldet. Die Arbeitslosenquote bewegt sich auf dem Niveau des Vormonats und liegt bei 6,2 Prozent. Gegenüber dem Vorjahresmonat verringerte sich die Arbeitslosigkeit um 750 Personen (-4,7%), die Arbeitslosenquote sank gegenüber Dezember 2024 um 0,3 Prozentpunkte. Dabei stieg die Zahl der Arbeitslosen im Bereich der Arbeitslosenversicherung im Vergleich zum Vormonat um 121 (2,3%) und gegenüber Dezember 2024 um 398 (8,1%) auf 5.282. Im Bereich der Grundsicherung für Arbeitsuchende hingegen ging die Zahl um 153 (-1,5%) gegenüber November und um 1.148 (-10,4%) gegenüber dem Vorjahresmonat zurück. Im Dezember wurden von den Jobcentern 9.891 Arbeitslose betreut.

Auch wenn auf den ersten Blick im letzten Monat wenig Veränderung festzustellen ist, so gibt es auf Arbeitsmarkt doch viel Bewegung. Insgesamt haben sich 2.503 Menschen neu oder erneut arbeitslos gemeldet. Darunter haben 988 ihre Erwerbstätigkeit beendet, 561 meldeten sich nach einer Ausbildung oder einer Qualifizierungsmaßnahme arbeitslos. 

Auf der anderen Seite haben 2.526 Menschen aus unterschiedlichen Gründen ihre Arbeitslosigkeit ganz oder zwischenzeitlich beenden können: 640 Personen konnten eine neue Arbeitsstelle antreten, 569 haben die Chance zu einer Ausbildung oder Weiterbildung ergriffen. Auch andere Faktoren, wie zum Beispiel Krankheit, Renteneintritt, Kinderbetreuungsphasen und Pflegezeiten, Zuwanderung oder die Arbeitsuche nach einer Familienzeit haben Auswirkungen auf die Zahl der Zu- und Abgänge und damit auf die Zahl der Arbeitslosen.

Unterbeschäftigung 

Ergänzend zur gesetzlich definierten Arbeitslosenzahl veröffentlicht die Agentur für Arbeit Angaben zur Unterbeschäftigung. Dazu zählen zusätzlich zu den Arbeitslosen solche Personen, die nicht als arbeitslos gelten, die aber z.B. im Rahmen von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen gefördert werden[1].

Die Unterbeschäftigung betrug nach vorläufigen Angaben im Dezember 18.089. Damit sank der Wert um 1.327 bzw. 6,8% im Vergleich zum Vorjahresmonat. 

Entwicklung der Arbeitslosigkeit in den Landkreisen 

In den Landkreisen Göttingen und Northeim, die zum Agenturbezirk Göttingen zählen, verlief die Entwicklung der Arbeitslosenzahlen im Dezember unterschiedlich. Das gilt sowohl für den Vergleich zum Vormonat, als auch im Vergleich zum Vorjahresmonat. 

Im Landkreis Northeim waren im Dezember 4.608 Menschen bei der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter arbeitslos gemeldet, 44 mehr als im November (+1,0%) und 214 mehr als vor Jahresfrist (4,9%). Die aktuelle Arbeitslosenquote beträgt 6,5% und liegt damit 0,3 Prozentpunkte über dem Dezember-Wert 2024. 

Im Landkreis Göttingen sank die Zahl der Arbeitslosen gegenüber November um 76  (-0,7%) und gegenüber dem Vorjahresmonat[2] um 964 (-8,4%) auf 10.565. Die Arbeitslosenquote im Landkreis Göttingen beträgt für Dezember 6,1% und liegt damit 0,5 Prozentpunkte unter dem Vergleichswert von 2024. 
 


[1] Dazu gehören Personen, die mit Arbeitsmarktmaßnahmen wie z.B. beruflicher Weiterbildung, Arbeitsgelegenheiten oder Gründungszuschuss gefördert werden, oder sich in einem arbeitsmarktpolitischen Sonderstatus befinden. Aufgrund der Vorläufigkeit der Daten zur Förderstatistik können sich hier in den kommenden Monaten noch Änderungen ergeben. Nicht enthalten sind Beschäftigte in Kurzarbeit, da diese Daten erst mit mehrmonatiger zeitlicher Verzögerung erhoben werden können.

[2]Ein Vergleich der Arbeitslosenzahlen zum Vorjahresmonat ist für den Agenturbezirk Göttingen aktuell nur bedingt zielführend. Denn aufgrund einer im Jahresverlauf 2025 vorgenommenen Schätzung der Daten des kommunalen Jobcenters Landkreis Göttingen in Folge einer Softwareumstellung kam es in den zurückliegenden Monaten zu einer Überzeichnung der Arbeitslosigkeit im Bereich des SGB II – Landkreis Göttingen. Dies wurde im Juni entsprechend korrigiert. Der für den Bereich des Jobcenters Landkreis Göttingen zu verzeichnende Rückgang ist daher insbesondere als Sondereffekt in Folge von Plausibilitätsprüfungen im Zuge einer Software-Umstellung zu bewerten.