Arbeitslosenquote stabil bei 6,3%

30.06.2026 | Presseinfo Nr. 33

Göttingen. Ohne größere Veränderungen gegenüber dem Vormonat geht der Arbeitsmarkt im Agenturbezirk Göttingen in die Sommerferien. Im Juni waren 15.373 Menschen im Agenturbezirk arbeitslos gemeldet. Das waren 43 mehr als im Mai (+0,3%). Die aktuelle Arbeitslosenquote liegt unverändert bei 6,3 Prozent.

„Die Gesamtzahl der Arbeitslosen hat sich gegenüber dem Vormonat kaum verändert und man könnte meinen, der Arbeitsmarkt habe hitzefrei genommen“, beschreibt Klaudia Silbermann, Chefin der Agentur für Arbeit Göttingen, die Entwicklung. „Doch das täuscht, denn tatsächlich ist weiterhin viel Bewegung auf dem regionalen Arbeitsmarkt. So haben sich beispielsweise im vergangenen Monat knapp 2.600 Menschen neu oder erneut arbeitslos gemeldet. Und etwa genauso viele Personen konnten die Arbeitslosigkeit ganz oder vorübergehend beenden. Dabei ist nicht jede Abmeldung gleichbedeutend mit einem neuen Job. Diese erfolgt zum Beispiel auch dann, wenn eine länger andauernde Fortbildung begonnen wird. Und nicht jede neue Arbeitslosmeldung erfolgt nach einer Kündigung. So melden sich Frauen und auch Männer beispielsweise nach einer Kinderbetreuungs- oder Pflegezeit neu arbeitslos und suchen wieder eine Beschäftigung.“ 

Gerade die Arbeitslosmeldung nach einer Familienphase sei ein wichtiger Schritt. Denn so könnten Männer und Frauen, die nach oder während einer Erziehungs- oder Pflegezeit wieder ins Berufsleben zurückkehren möchten, zielgerichtet unterstützt werden, so die 

Arbeitsmarktexpertin weiter. Ein erstes Angebot für diese Zielgruppe seien beispielsweise Informationsveranstaltungen wie das Format „Zurück in den Beruf“. Diese gäben einen ersten Überblick über den Markt, vorhandene Chancen sowie Unterstützungs- und Förderangebote. Der nächste Termin findet am 6. Juli, 9:00 bis 12:30 Uhr, im Berufsinformationszentrum (BIZ) der Göttinger Arbeitsagentur statt. 

„Was immer noch wenig bekannt ist: Die Arbeitsagentur kann Arbeitsuchende auch fördern, wenn sie keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld haben. Denn es ist wichtig, dass die Erziehenden und Pflegenden nach der Familienphase wieder in den Beruf zurückkommen. Auch wenn der Arbeitsmarkt derzeit insgesamt etwas schwächelt: Sie werden in den Unternehmen unserer Region als Arbeits- und Fachkräfte gebraucht,“ wirbt die Expertin.

Die Zahl der im Juni von Wirtschaft und Verwaltung neu gemeldeten Stellen belegt die Aussage der Agenturchefin: Im zurückliegenden Monat nahm die Agentur für Arbeit Göttingen 1.433 neue Stellenangebote auf. Das waren 362 (33,8%) mehr als im Mai und 421 (41,6%) mehr als im Vorjahresmonat. 

Insgesamt konnten Arbeitsuchende unter 4.313 Arbeitsofferten wählen, das waren 496 (13%) mehr als im Mai und 421 (41,6%) mehr im Juni des Vorjahres. Besonders gefragt sind Mitarbeitende derzeit im Gesundheitswesen, in der Arbeitnehmerüberlassung, in der Unternehmensverwaltung und im Einzelhandel.

Unterbeschäftigung

Ergänzend zur gesetzlich definierten Arbeitslosenzahl veröffentlicht die Agentur für Arbeit Angaben zur Unterbeschäftigung. Dazu zählen zusätzlich zu den Arbeitslosen solche Personen, die nicht als arbeitslos gelten, die aber z.B. im Rahmen von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen gefördert werden.

Die Unterbeschäftigung betrug nach vorläufigen Angaben im Juni 18.528. Damit stieg der Wert um zehn Personen bzw. 0,1 Prozent im Vergleich zum Vormonat.

Ausbildungsmarkt

Auch einen Monat vor dem Start der ersten Ausbildungen sind weiterhin zahlreiche Lehrstellen unbesetzt. Im zurückliegenden Monat waren noch 869 Ausbildungsstellen und duale Studiengänge nicht abschließend vergeben. Auf der anderen Seite hofften noch 968 junge Menschen auf die Zusage eines Betriebes. 

Seit Oktober meldeten Ausbildungsbetriebe insgesamt 2.084 Lehrstellen bei der Agentur für Arbeit. Auf der anderen Seite suchten 2.066 Bewerberinnen und Bewerber mit Unterstützung der Arbeitsagentur oder der Jobcenter nach einem Berufseinstieg. Das waren auf der Stellenseite 296 Angebote weniger als vor Jahresfrist (-12,4%) und auf Bewerberseite zwölf Suchende mehr als im Vorjahreszeitraum (+0,6%). 

Aktuell kommen auf 100 unbesetzte Berufsausbildungsstellen 111 unversorgte Bewerberinnen und Bewerber. Dennoch gibt es in vielen Berufsbereichen weiterhin gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz. Besonders werden noch Nachwuchskräfte in den Berufen der Lagerwirtschaft, Post und Zustellung, in Handel und Verkauf sowie Arzt- und Praxishilfen gesucht. „Es sind auch in zahlreichen anderen Berufen noch Ausbildungsstellen gemeldet. Wer überlegt, ob es auch Alternativen zum Wunschberuf gibt, könnte zum Beispiel ein kurzes Praktikum absolvieren. Das bietet Einblicke in den Beruf und kann helfen, den Ausbildungsbetrieb von Motivation und Fähigkeiten zu überzeugen. Besonders dann, wenn das Zeugnis vielleicht nicht auf den ersten Blick überzeugen kann“, rät Silbermann.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit in den Landkreisen 

In den beiden zum Agenturbezirk Göttingen zählenden Landkreisen Northeim und Göttingen blieb die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vormonat relativ konstant.

Im Landkreis Northeim waren im Juni 4.714 Menschen arbeitslos gemeldet, 13 weniger als im Vormonat (-0,3%), aber 275 mehr als im Juni 2025 (+6,2%). Die aktuelle Arbeitslosenquote liegt hier bei 6,7% und somit auf dem Niveau des Vormonats. Allerding übersteigt sie den Juni-Wert 2025 um 0,4 Prozentpunkte.

Gegenüber Mai stieg die Zahl der Arbeitslosen im Landkreis Göttingen um 56 (0,5%) auf 10.659. Die aktuelle Arbeitslosenquote. beträgt 6,1 Prozent und liegt damit auf dem Niveau des Vormonats.

  1. ^

    In Folge eines Softwarewechsels im Jobcenter Landkreis Göttingen verringerte sich hier der Bestand an Arbeitslosen im SGB II zum Juni 2025 deutlich (um ca. 1.000); die Zahl der Abgänge (Schätzung) erhöhte sich entsprechend. Der infolge der Datenrevision verzeichnete, spürbare Rückgang der Arbeitslosigkeit im Landkreis Göttingen ist somit nicht ausschließlich auf marktliche Entwicklungen zurückzuführen. Ein Vergleich der Daten SGB II im Agenturbezirk Göttingen zum Vorjahresmonat ist somit nur bedingt aussagekräftig.

  2. ^

     Dazu gehören Personen, die mit Arbeitsmarktmaßnahmen wie z.B. beruflicher Weiterbildung, Arbeitsgelegenheiten oder Gründungszuschuss gefördert werden, oder sich in einem arbeitsmarktpolitischen Sonderstatus befinden. Aufgrund der Vorläufigkeit der Daten zur Förderstatistik können sich hier in den kommenden Monaten noch Änderungen ergeben. Nicht enthalten sind Beschäftigte in Kurzarbeit, da diese Daten erst mit mehrmonatiger zeitlicher Verzögerung erhoben werden können.

  3. ^

    Ein Vergleich mit den Vorjahreswerten ist aktuell für den Landkreis Göttingen nicht zielführend. Der ausgewiesene Rückgang ist nicht ausschließlich marktlich bedingt, sondern insbesondere auf eine Datenrevision in Folge einer Softwareumstellung im Jobcenter Landkreis Göttingen zurückzuführen (vgl. Fußnote 1)