Saisonaler Anstieg der Arbeitslosigkeit

31.07.2026 | Presseinfo Nr. 38

Göttingen. Im Juli stieg die Zahl der Arbeitslosen in Südniedersachsen gegenüber dem Vormonat saisonbedingt an. Im zurückliegenden Monat waren 16.077 Menschen bei der Agentur für Arbeit Göttingen und den Jobcentern der Region arbeitslos gemeldet. Das waren 704 (4,6%) mehr als im Juni. Gegenüber Juli 2026 sank die Zahl um 0,9 Prozent bzw. 149 Personen. Die aktuelle Arbeitslosenquote für den Agenturbezirk Göttingen beträgt 6,6 Prozent. Damit liegt sie auf dem Niveau des Vorjahresmonats. Gegenüber Juni stieg der Wert um 0,3 Prozentpunkte. 

 „Der Anstieg der Arbeitslosenzahlen im Juli ist Teil der saisonalen Bewegungen am Arbeitsmarkt, erklärt Antje Frische, Geschäftsführerin Operativ der Agentur für Arbeit Göttingen. „Im Sommer, insbesondere in der Haupturlaubszeit, ist auch auf dem Arbeitsmarkt Ferienstimmung. Darüber hinaus steigen die Zahlen im Juli zusätzlich durch zwei Aspekte besonders an: Der 30. Juni ist ein klassisches Befristungsdatum für Arbeitsverträge. Und in den Sommermonaten melden sich auch verstärkt junge Menschen, die einen Job suchen, um bis zum Studien- oder Ausbildungsbeginn Geld zu verdienen. Aber auch die Zahl gerade ausgebildeter Fachkräfte steigt vorübergehend. Denn nach der schulischen Ausbildung geht es auf die Suche nach der ersten Stelle im Beruf. Und die eine oder andere Nachwuchskraft konnte vom Ausbildungsbetrieb nicht übernommen werden und sucht jetzt einen Betrieb, in dem sie das erworbene Fachwissen anwenden kann.“ Diese Zahl dürfte sich in den nächsten Monaten aber auch schnell wieder abbauen, prophezeit die Arbeitsmarktexpertin. 

Die Zahl der jugendlichen Arbeitslosen unter 25 Jahren betrug im Juli 1.728. Das waren 275 mehr als im Juni (18,9%) und 53 mehr als vor Jahresfrist (3,2%).

„Allerdings“, räumt die Arbeitsmarktexpertin ein, „spielen insbesondere hinsichtlich der Entwicklung gegenüber dem Vorjahresmonat, weitere Faktoren eine Rolle. Hierzu zählen unter anderem die Zurückhaltung von Konsumentinnen und Konsumenten, Transformationsprozesse oder gestörte Lieferketten und -wege in Folge von Kriegen.“ 

Dies mache sich derzeit nicht in den Gesamtzahlen bemerkbar. Allerdings stiegen die Arbeitslosenzahlen im Bereich der Arbeitslosenversicherung, der von der Agentur für Arbeit betreut werde, seit geraumer Zeit kontinuierlich an. So wurden im Juli 6.110 Arbeitslose von der Arbeitsagentur betreut, 452 (8,0%) mehr als vor Jahresfrist. Demgegenüber sank in den Jobcentern der Region die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Juli 2025 um 5,7 Prozent bzw. 601 Personen auf 9.967 Personen. 

Auf der Seite der Stellenangebote sank der Bestand an offenen Stellen auf 3.753 Angebote. Das waren 560 weniger als im Juni (-13%) und 238 weniger als im Vorjahresmonat (-6,0%). 934 Stellenangebote wurden von Unternehmen und Verwaltung im Juli neu gemeldet. Um die Arbeits- und Personalsuche zu unterstützen, setzt die Arbeitsagentur auf unterschiedliche Begegnungsformate, wie beispielsweise Jobbörsen, um direkte Kontakte zwischen Arbeitsuchenden und Arbeitgebenden zu ermöglichen. So findet beispielsweise am 13. August ab 17 Uhr ein JobTalk auf dem Northeimer Münsterplatz statt. Mit diesem Format will das Veranstalterteam, bestehend aus Northeimer Gesellschaft für Wirtschaftsförderung, Marketing und Tourismus mbH und dem Jobcenter Landkreis Northeim und der Arbeitsagentur, Unternehmen und Jobsuchende in entspannter Atmosphäre ohne Bewerbungshürden miteinander ins Gespräch zu bringen. 

Unterbeschäftigung

Ergänzend zur gesetzlich definierten Arbeitslosenzahl veröffentlicht die Agentur für Arbeit Angaben zur Unterbeschäftigung. Dazu zählen zusätzlich zu den Arbeitslosen solche Personen, die nicht als arbeitslos gelten, die aber z.B. im Rahmen von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen gefördert werden. Die Unterbeschäftigung betrug nach vorläufigen Angaben im Juli 19.024. Damit sank der Wert um 20 bzw. 0,1% im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Ausbildungsmarkt

Obwohl im August bereits etliche Nachwuchskräfte in ihren Ausbildungsbetrieben starten, ist der Ausbildungsmarkt noch in Bewegung. 669 junge Menschen sind noch auf der Suche nach einem Einstieg in das Berufsleben. Und auf der anderen Seite stehen noch 712 Ausbildungsstellen zu Buche, die nicht abschließend besetzt sind. „Es gibt noch zahlreiche Chancen, in diesem Jahr beruflich durchzustarten und keinen Grund, die Suche nach Ausbildungsplatz einzustellen“, macht die Arbeitsmarktexpertin Bewerberinnen und Bewerbern Mut. Sie empfiehlt zum einen, den Blick für mögliche Alternativen zu schärfen. „Es gibt fast immer spannende Berufe, die viel mit dem Wunschberuf gemeinsam haben, die aber nicht so stark nachgefragt werden.“ Und einen weiteren Tipp hat Frische: „Wenn das Abschlusszeugnis nicht auf den ersten Blick überzeugt, dann kann es hilfreich sein, ein Praktikum anzubieten. Das macht einem Ausbildungsbetrieb die Entscheidung leichter, denn Motivation für einen Beruf und Talent lassen sich nicht immer im Zeugnis finden. Und auch die Ausbildungsinteressierten können gucken, ob es passt.“

Seit Oktober 2025 haben sich insgesamt 2.159 Bewerberinnen und Bewerber für einen Ausbildungsplatz bei der Agentur für Arbeit Göttingen und den Jobcentern der Region gemeldet. Das sind sieben mehr als vor einem Jahr (+0,3%). Und auf der Angebotsseite sind seit Oktober 2.207 Ausbildungsstellen und duale Studienangebote bei der Agentur für Arbeit gemeldet worden. Das waren 272 weniger als im Vorjahreszeitraum (-11,0%). 

Wer noch eine Ausbildungsstelle für 2026 oder eine Anschlussperspektive nach der Schule sucht, kann online unter www.arbeitsagentur.de/kontakt einen individuellen Termin mit der Berufsberatung vereinbaren. 

Entwicklung in den Landkreisen des Arbeitsagenturbezirkes Göttingen 

In den beiden Landkreisen Göttingen und Northeim, die zum Agenturbezirk Göttingen gehören, stieg die Arbeitslosigkeit gegenüber Juni an. Im Vergleich zum Vorjahresmonat verlief die Entwicklung unterschiedlich, was sich insbesondere in den Zahlen des Jobcenters Landkreis Göttingen widerspiegelt.

Im Landkreis Northeim stieg die Arbeitslosenquote im Vergleich zum Juli 2025 um 0,6 Prozentpunkte auf 7,2%. Hier waren im zurückliegenden Monat 5.035 Menschen arbeitslos gemeldet, 321 mehr als im Vormonat (+6,8%) und 354 mehr als vor zwölf Monaten (+7,6%).

Im Landkreis Göttingen liegt die aktuelle Arbeitslosenquote bei 6,4% und damit 0,2 Prozentpunkte unter dem Wert des Vorjahresmonats. Insgesamt waren hier im Juli 11.042 Menschen arbeitslos gemeldet, 383 mehr als im Juni (+3,6%). Gegenüber dem Vorjahresmonat sank die Zahl hingegen um 503 bzw. 4,4 Prozent. Der Rückgang der Arbeitslosenzahlen beschränkt sich allerdings auf den Rechtskreis SGB II, der von den Jobcentern verantwortet wird. In den Jobcentern im Landkreis Göttingen sank die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vorjahresmonat um 767 (9,9%). Die Zahl der Arbeitslosen im Bereich der Arbeitslosenversicherung, die von der Agentur für Arbeit betreut werden, stieg hingegen im Vergleichszeitraum um 6,9 Prozent bzw. 264 Personen.

 ArbeitslosenzahlVeränderung gegenüber VormonatVeränderung gegenüber VorjahresmonatArbeitslosenquote (Vorjahreswert)
Agentur für Arbeit Göttingen16.077+704 / +4,6 %-149 / -0,9 %6,6 % (6,6 %)
Landkreis Göttingen11.042+383 / 3,6 %-503 / -4,4 %6,4 % (6,6 %)
Landkreis Northeim5.035+321 / +6,8 %+354 / +7,6 %7,2 % (6,6 %)
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    Dazu gehören Personen, die mit Arbeitsmarktmaßnahmen wie z.B. beruflicher Weiterbildung, Arbeitsgelegenheiten oder Gründungszuschuss gefördert werden, oder sich in einem arbeitsmarktpolitischen Sonderstatus befinden. Aufgrund der Vorläufigkeit der Daten zur Förderstatistik können sich hier in den 

    kommenden Monaten noch Änderungen ergeben. Nicht enthalten sind Beschäftigte in Kurzarbeit, da diese Daten erst mit mehrmonatiger zeitlicher Verzögerung erhoben werden können.