Die Arbeitsmarktbilanz für den Monat März fällt positiv aus und setzt damit den Trend vergangenen Monate fort.
Zum Frühlingsbeginn waren im Landkreis Vorpommern-Greifswald insgesamt 10.892 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 289 weniger als im Februar. Die Arbeitslosenquote sank um 0,2 Prozentpunkte auf aktuell 9,6 Prozent.
Diese Entwicklung stimmt zuversichtlich. „Während der anhaltende Frost im Februar noch für eine Stagnation sorgte, zeigt sich nun ein spürbarer saisonaler Aufschwung“, so Klaus-Peter Köpcke, Leiter der Arbeitsagentur Greifswald. Mit Blick auf das bevorstehende Osterfest sei der aktuelle Rückgang der Arbeitslosigkeit ein guter Auftakt in das Frühjahr. Die stärksten Rückgänge in der Arbeitslosigkeit wurden in den Bau- und Ausbauberufen, in Land-, Forst- und Gartenbauberufen sowie den Gastgewerbeberufen verzeichnet. Gerade im Gastgewerbe gingen im März die meisten neuen Stellenmeldungen ein. „Ostern markiert für viele Hotels und Gaststätten den Start in die Hauptsaison“, so Köpcke. Der Agenturleiter rechnet daher in den kommenden Wochen mit einem weiteren Anstieg der Beschäftigung, insbesondere in den saisonal geprägten Berufen.
Im Vergleich zum Vorjahresmonat sind aktuell 122 Menschen weniger arbeitslos gemeldet. Dem gegenüber steht jedoch die Entwicklung bei der Jugendarbeitslosigkeit. Sie ist im Vergleich zum März 2025 um 7 Prozent bzw. 85 Personen gestiegen. „Der Berufseinstieg ist für junge Menschen derzeit so schwierig wie lange nicht mehr“, berichtet Köpcke. „Die Stellensuche ist anspruchsvoller geworden und erfordert mehr Eigeninitiative. Gleichzeitig stellt die fehlende Berufserfahrung ein großes Hindernis für die jungen Leute dar.“ Fachkräfte mit längerer Betriebszugehörigkeit hätten hingegen ein geringeres Risiko, arbeitslos zu werden. „Die Nachfrage nach Fachkräften ist weiterhin hoch, auch, weil in den kommenden Jahren zunehmend ältere Beschäftigte in den Ruhestand gehen.“
Die steigende Zahl an Renteneintritten, vor allem unter deutschen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, spiegelt sich auch in der Beschäftigtenstatistik wider. Im September 2025 waren 84.007 Menschen in Vorpommern-Greifswald sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Rückgang um 786 Beschäftigte. Während die Zahl der deutschen Beschäftigten um 1.191 sank, stieg die Zahl der ausländischen Beschäftigten um 405 an. Sie sind in allen Wirtschaftsbereichen beschäftigt, insbesondere im Gastgewerbe, im verarbeitenden Gewerbe, im Gesundheits- und Sozialwesen sowie im Bereich der wirtschaftlichen Dienstleistungen.
Im Berichtsmonat nahmen 938 Frauen und Männer an einer beruflichen Weiterbildung oder Umschulung teil. 420 Personen wurden beim Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt unterstützt, unter anderem durch finanzielle Förderleistungen.
Arbeitslosenquoten in den Geschäftsstellen
Anklam 10,8 Prozent, Greifswald 7,7 Prozent, Pasewalk 12,2 Prozent, Ueckermünde 11,3 Prozent, Wolgast 9,4 Prozent
Im Vorjahresvergleich entwickelte sich der Arbeitsmarkt im Agenturbezirk recht einheitlich. Die Arbeitslosigkeit ist gegenüber dem März 2025 lediglich in der Geschäftsstelle Greifswald angestiegen. Dennoch wird hier weiterhin die niedrigste Arbeitslosenquote im Landkreis verzeichnet.
In allen anderen Geschäftsstellen ist die Arbeitslosigkeit gesunken. Am höchsten fiel der Rückgang mit einem Minus von 80 Personen in Ueckermünde aus.
Unterschiede zwischen den Rechtskreisen im Vorjahresvergleich
Die Agentur für Arbeit (Rechtskreis SGB III, Arbeitslosenversicherung) betreute im März 3.924 Arbeitslose und damit 89 mehr als vor einem Jahr. Die Jobcenter (Rechtskreis SGB II, Grundsicherung) waren für 6.968 arbeitslose Personen verantwortlich, 211 weniger als im März 2025.
SGB III + 2,3 Prozent
SGB II - 2,9 Prozent
Stellenmarkt
Der Stellenzugang blieb mit 501 neuen Arbeitsangeboten weiter auf hohem Niveau. Der Arbeitgeberservice von Arbeitsagentur und Jobcentern betreuten aktuell 2.359 Stellen.
Die neu gemeldeten Arbeitsstellen stammen vorrangig aus den Wirtschaftsbereichen Gastgewerbe (77), Handel (71) Öffentliche Verwaltung (~60) sowie dem Gesundheits- und Sozialwesen mit 53 neuen Offerten. Aber auch in anderen Branchen werden Arbeitskräfte gesucht.
Hinter den neuen Stellen verbergen sich die verschiedensten Berufe: Baukalkulator/in, Botenfahrer/in, Servicetechniker/in für Biogasanlagen, Arbeitsmedizinische/r Assistent/in, Auslieferungsfahrer/in, Fährschiffer/in, Fahrlehrer/in, Fassadenmonteur/in, Fluggerätemechaniker/in, Laborleiter/in, Gabelstapler- und Baggerfahrer/innen und viele mehr.
Ausblick
„Ich rechne in den kommenden Monaten mit einem weiteren, deutlichen Rückgang der Arbeitslosigkeit. Ostern steht vor der Tür und nach Rückmeldungen von Unternehmen des Gastgewerbes liegen die Buchungen auf einem hohen Niveau. Auch sind bereits die Arbeiten im Außenbereich angelaufen und die insgesamt hohe Nachfrage nach Arbeitskräften stimmen uns optimistisch“, so Agenturleiter Köpcke abschließend.
Ausbildungsmarkt
Im März veröffentlichen die Arbeitsagenturen traditionell zum ersten Mal im Jahresverlauf die aktuellen Ausbildungsmarktzahlen. Seit Oktober 2025 meldeten sich 819 Jugendliche aus dem Landkreis Vorpommern-Greifswald bei der Arbeitsagentur, die eine Ausbildung suchen. Von ihnen haben noch nicht alle einen Ausbildungsplatz gefunden. 534 Mädchen und Jungen sind derzeit noch auf der Suche. Die aktuellen Zahlen sind aber kein Grund zur Beunruhigung. Agenturleiter Köpcke erklärt: „Aktuell herrscht noch viel Bewegung auf dem Arbeitsmarkt. Bis zum Ausbildungsstart im August beziehungsweise September wird die Zahl der sogenannten unversorgten Bewerber noch deutlich sinken.“ Wichtig ist ihm: „Jugendliche, die noch keinen Ausbildungsvertrag in der Tasche haben, sollten auf jeden Fall den Kontakt zur Berufsberatung halten!“
An die Unternehmen appelliert er: „Machen Sie Ihre Ausbildungsstellen sichtbar und übermitteln Sie freie Stellen an den Arbeitgeberservice von Arbeitsagentur und Jobcenter. Denken Sie dabei nicht nur an die Bedarfe für den diesjährigen Ausbildungsstart, sondern auch an die Bedarfe in den kommenden Jahren. Beispielsweise hilft die Sichtbarkeit von Praktikumsmöglichkeiten auch den Schulabsolventen der Zukunft sowie deren Eltern und den Schulen.“ Über das Jobportal der Bundesagentur für Arbeit, die JOBSUCHE, sind Stellenangebote bundesweit sichtbar. Zudem können sie über eine Schnittstelle automatisiert in anderen Jobbörsen veröffentlicht werden.