Arbeitslosigkeit im Juni noch einmal gesunken

01.07.2026 | Presseinfo Nr. 21

Im Juni sank die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat noch einmal um 161 Personen. Aktuell sind im Landkreis Vorpommern-Greifswald 9.942 Frauen und Männer auf Jobsuche. Die Arbeitslosenquote liegt bei 8,8 Prozent. 

 

„Die Dynamik hat zwar nachgelassen, dennoch war weiterhin Bewegung am Arbeitsmarkt spürbar, sodass die Arbeitslosigkeit weiter zurückging“, sagt Klaus-Peter Köpcke, Leiter der Arbeitsagentur Greifswald. Rückgänge wurden vor allem in den Berufsgruppen Land-, Forst- und Gartenbau, im Gastgewerbe sowie im Baugewerbe verzeichnet.

 

Dass vor allem touristisch geprägte Unternehmen für zusätzliche Dynamik am Arbeitsmarkt sorgen, zeigt der Blick in die Regionen: In der Geschäftsstelle Wolgast, wozu große Regionen der Insel Usedom gehören, wurde der stärkste Rückgang innerhalb eines Monats registriert. Die Arbeitslosenquote liegt dort inzwischen auf dem Niveau der Geschäftsstelle Greifswald (7,3 Prozent). Der Tourismus bleibt damit ein wichtiger Motor des Arbeitsmarktes auf der Sonneninsel. 

 

Auch im Vorjahresvergleich zeigt sich eine positive Entwicklung. Im Juni des letzten Jahres waren noch über 10.000 Menschen (genau 10.211) arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote lag damals bei 9 Prozent.

 

Von der insgesamt guten Entwicklung profitieren Menschen fast alle Personengruppen. Allerdings haben es junge Menschen unter 25 Jahren und Menschen mit einer Schwerbehinderung weiterhin schwerer am Arbeitsmarkt. „Gemeinsam mit dem Jobcenter Vorpommern-Greifswald werden wir in den kommenden Wochen und Monaten den Fokus auf junge Menschen ohne Ausbildung und ohne Job richten. Unser Ziel ist es, ihnen zeitnah verbindliche Stellenvorschläge und Unterstützungsangebote zu unterbreiten. 

 

Endspurt am Ausbildungsmarkt

Im Juni lud die Agentur für Arbeit Greifswald noch einmal alle Jugendlichen ein, die für das aktuelle Ausbildungsjahr noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben. Gemeinsam mit der Industrie- und Handelskammer sowie der Handwerkskammer informierte die Berufsberatung gezielt über offene Lehrstellen. Die Jugendlichen erhielten dabei konkrete Bewerbungsvorschläge für offene Stellen und weitere Unterstützungsangebote. 

Von insgesamt 1.049 gemeldeten Berufsausbildungsstellen waren im Juni noch 431 unbesetzt.

 

Jugendlichen ohne Ausbildungsplatz empfiehlt Agenturleiter Köpcke, sich umgehend bei der Berufsberatung zu melden. Die Bundesagentur für Arbeit bietet darüber hinaus auch Apps für junge Menschen an, die sich im Übergang von Schule zum Beruf befinden. „Mit der App  ‚AzubiWelt‘ können sich Jugendliche über sämtliche Berufsbilder informieren. Dazu gibt es Videos, Bilder und wichtige Informationen auf einen Blick“, erklärt Köpcke. Zudem lässt sich die App individuell einstellen, so dass sie automatisch nach entsprechenden Lehrstellen sucht. Der Arbeitsmarktexperte sieht die digitalen Möglichkeiten als eine Bereicherung des klassischen Angebots. „Aber auch künftig wird ein gutes Gespräch oder ein Praktikum ebenso wenig ersetzbar sein wie die Orientierung auf einer Messe“, ergänzt er. 

 

Auszubildende, die in einer eigenen Wohnung leben und deren Azubi Gehalt nicht ausreicht, um den Lebensunterhalt zu decken, können Anspruch auf Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) haben. Voraussetzungen sind, dass man eine betriebliche oder außerbetriebliche Ausbildung in einem anerkannten Beruf absolviert, der Betrieb zu weit vom Elternhaus entfernt ist oder bestimmte persönliche Voraussetzungen erfüllt sind, wie ein Alter über 18 Jahre, man verheiratet ist oder ein eigenes Kind hat. 

Ob ein Anspruch auf BAB besteht, kann man via BAB-Rechner einfach und schnell online prüfen: www.babrechner.arbeitsagentur.de   

 

Arbeitslosenquoten in den Geschäftsstellen

Anklam 10,1 Prozent, Greifswald 7,3 Prozent, Pasewalk 11,5 Prozent, Ueckermünde 11,1 Prozent, Wolgast 7,3 Prozent

 

Im Vergleich zum Vorjahresmonat sank in allen Geschäftsstellen die Zahl der arbeitslosen Personen. In der Geschäftsstelle Pasewalk fiel der Rückgang im Vergleich zum Vorjahresmonat mit einem Minus von 91 Personen bzw. 5,1 Prozent am stärksten aus. 

 

Unterschiede zwischen den Rechtskreisen im Vorjahresvergleich

 

SGB III            + 6,2 Prozent

SGB II             - 6,4 Prozent

 

Die Agentur für Arbeit (Rechtskreis SGB III, Arbeitslosenversicherung) betreute im Juni 3.261 Arbeitslose und damit 189 mehr als vor einem Jahr. Das Jobcenter Vorpommern-Greifswald (Rechtskreis SGB II, Grundsicherung) war für die Unterstützung 6.681 arbeitsloser Personen verantwortlich, 458 weniger als im Juni 2025. 

 

Geldleistungen

Im Juni erhielten 3.146 Personen Arbeitslosengeld, 269 mehr als vor einem Jahr. Die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten in der Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II) lag bei 12.233. Gegenüber Juni 2025 ist dies ein Rückgang um 791 Personen.

 

Stellenmarkt 

Im aktuellen Berichtsmonat wurde der Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcenter bei der Besetzung von 522 neuen Arbeitsstellen eingeschaltet. Insgesamt betreuen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Arbeitgeberservices 2.455 offene Stellen. 

Die meisten neuen Angebote stammen aus dem Gesundheits- und Sozialwesen (74), dem Gastgewerbe (67), der öffentlichen Verwaltung (63), dem verarbeitenden Gewerbe (57) und dem Handel mit 43 Stellen.

Hinter den neuen Stellenangeboten verbergen sich die verschiedensten Berufe. Gesucht werden unter anderem: Betriebsplaner/in, Gabelstaplerfahrer/in, Landmaschinenmechaniker/in, Klimaschutzmanager/in, Fahrzeugpfleger/in, Zweiradmechaniker/in, Ambulante/r Pfleger/in, Hafenarbeiter/in, Pizzabäcker/in und viele mehr. 

 

Ausblick

„Mit dem Beginn der Sommerferien flacht auch die Dynamik auf dem Arbeitsmarkt ab“, prognostiziert Klaus-Peter Köpcke. „Touristisch ausgerichtete Unternehmen haben ihr Personal größtenteils an Bord und in den meisten anderen Unternehmen herrscht Urlaubszeit.“ Ab September rechnet der Arbeitsmarktexperte noch einmal mit einem Rückgang der Arbeitslosigkeit, bevor sie dann jahreszeitlich üblich wieder ansteigen wird.