Im Juli waren im Landkreis Vorpommern-Greifswald 10.281 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Das sind 339 mehr als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,3 Prozentpunkte auf nunmehr 9,1 Prozent an.
Der Leiter der Arbeitsagentur, Klaus-Peter Köpcke, ordnet die Entwicklung wie folgt ein: „Der Anstieg ist für die Sommermonate nicht ungewöhnlich. Während der Ferienzeit stellen Unternehmen deutlich weniger ein. Gleichzeitig enden Arbeitsverträge, die im Zusammenhang mit dem Schuljahr geschlossen wurden, insbesondere im sozialen Bereich. Hinzu kommen auslaufende befristete Beschäftigungsverhältnisse zur Jahresmitte.
Insgesamt meldeten sich im Juni 843 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus einer Beschäftigung arbeitslos. Ihnen standen 589 Abmeldungen in Arbeit gegenüber.
Der Anstieg betraf alle Alters- und Personengruppen. Auffällig ist, dass sich gegenüber dem Vormonat mehr Frauen (202) als Männer (137) neu arbeitslos gemeldeten. Das hängt vor allem mit dem hohen Frauenanteil in sozialen Berufen zusammen.
Zwei Aspekte möchte Agenturleiter Köpcke hervorheben: Die Arbeitslosigkeit ist gegenüber dem Vorjahresmonat um 184 Personen zurückgegangen. Im Juli 2025 waren 10.465 arbeitslos gemeldet. Zudem liegt die Zahl der gemeldeten Stellen weiterhin über dem Vorjahresniveau. Im Juli meldeten die Unternehmen 523 neue Stellenangebote, 103 mehr als im Juli 2025. Seit Jahresbeginn gingen insgesamt 3.339 Stellenangebote ein, ein Plus von 406 gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Bei der Beschäftigtenstatistik liegen aktuell die Daten für Dezember 2025 vor. Demnach waren im Landkreis Vorpommern-Greifswald 82.242 Frauen und Männer sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das sind knapp 1.000 (genau 998) weniger als im Dezember 2024. Damit setzt sich der rückläufige Trend fort.
Die Entwicklung verläuft allerdings je nach Branche unterschiedlich. Zuwächse gab es vor allem im Gesundheits- und Sozialwesen. Rückgänge wurden insbesondere in den Wirtschaftsbereichen Öffentliche Verwaltung/ Verteidigung/ Sozialversicherung, dem verarbeitenden Gewerbe sowie bei den sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen verzeichnet.
Die Zahl der Beschäftigten mit ausländischem Pass ist im Vergleich zum Dezember 2024 um 269 gestiegen. Gleichzeitig sank die Zahl der deutschen Beschäftigten demografisch bedingt um 1.267 Personen. Der Anteil ausländischer Beschäftigter hat damit weiter zugenommen. Aktuell besitzt fast jeder zehnte Beschäftigte eine ausländische Staatsbürgerschaft. Vor zehn Jahren war es jeder zwanzigste.
Arbeitslosenquoten in den Geschäftsstellen
Anklam 10,6 Prozent, Greifswald 7,8 Prozent, Pasewalk 11,7 Prozent, Ueckermünde 11,3 Prozent, Wolgast 7,2 Prozent
Im Vergleich zum Juli 2025 sank in Pasewalk, Ueckermünde und Wolgast die Arbeitslosigkeit. Für die Geschäftsstellen Greifswald und Anklam wurde dagegen ein Anstieg verzeichnet.
Dennoch bleiben Pasewalk und Ueckermünde die Geschäftsstellen mit der höchsten Arbeitslosenquote im Landkreis Vorpommern-Greifswald.
Unterschiede zwischen den Rechtskreisen im Vorjahresvergleich
SGB III + 9,7 Prozent
SGB II - 6,9 Prozent
Die Agentur für Arbeit (Rechtskreis SGB III, Arbeitslosenversicherung) betreute im Juli 3.525 Arbeitslose und damit 264 mehr als vor einem Jahr. Die Jobcenter (Rechtskreis SGB II, Grundsicherung) waren für 6.756 arbeitslose Personen verantwortlich, 497 weniger als im Juli 2025.
Stellenmarkt
Im Juli übermittelten die Unternehmen noch einmal 523 freie Stellen an den gemeinsamen Arbeitgeberservice von Arbeitsagentur und Jobcenter Vorpommern-Greifswald.
Die größte Nachfrage stammte aus dem Gesundheits- und Sozialwesen (96), dem Handel (47), dem verarbeitenden Gewerbe (37), der öffentlichen Verwaltung sowie Verwaltung und Führung von Unternehmen mit jeweils 35 Stellen und dem Baugewerbe mit 33 neuen Offerten.
Gesucht werden unter anderem: Fruchtsafttechniker/in, Glasreiniger/in, Fahrzeugpfleger/in, Schilder- und Lichtreklamehersteller/in, Textilreiniger/in, Brauer/in und Mälzer/in, Betonmischerfahrer/in, sowie Helfende Hände im Gastgewerbe u.v.m.
Ausblick
Auch für den kommenden Monat rechnet Klaus-Peter Köpcke mit wenig Dynamik am Arbeitsmarkt. „Während der Ferien- und Urlaubszeit stellen Unternehmen kaum ein.“ Für den September zeigt sich der Arbeitsmarktexperte optimistisch. „Angesichts der Stellenmeldungen und dem Ausbildungsstart gehe ich davon aus, dass im September die klassische Herbstbelegung für einen Rückgang der Arbeitslosigkeit sorgen wird.“