Im Landkreis Vorpommern-Greifswald waren im Februar 11.181 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Das sind zwei Personen weniger als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote liegt weiterhin bei 9,8 Prozent. Nach dem saisonal bedingten Anstieg im Januar, verharrt die Arbeitslosigkeit damit auf diesem Niveau.
In den vergangenen Jahren zeichnete sich meist schon im Februar eine erste Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt ab. In diesem Jahr sorgten jedoch die anhaltend frostigen Temperaturen für eine deutlich geringere Dynamik. „Ist ein Winter besonders hart, wirkt sich das auch unmittelbar auf den Arbeitsmarkt aus“, erläutert Klaus-Peter Köpcke, Leiter der Arbeitsagentur Greifswald. „Ich gehe allerdings davon aus, dass sich das in den Folgemonaten wieder ausgleicht.“
Gegenüber dem Vorjahresmonat sank die Arbeitslosigkeit um 98 Personen. Damals lag die Arbeitslosenquote bei 9,9 Prozent. „Der insgesamt positive Trend am Arbeitsmarkt in Vorpommern-Greifswald hält an“, so Klaus-Peter Köpcke, Leiter der Arbeitsagentur Greifswald. Dennoch profitieren nicht alle Personengruppen gleichermaßen: Bei den unter 25-Jährigen sowie bei Menschen mit Schwerbehinderung stieg die Arbeitslosigkeit an. Auch die Zahl der Langzeitarbeitslosen, also Menschen, die bereits länger als ein Jahr arbeitslos gemeldet sind, nahm zu.
„Eine abgeschlossene Berufsausbildung ist nach wie vor der beste Schutz vor Arbeitslosigkeit“, so Arbeitsmarktexperte Köpcke. „Wir wollen junge Menschen daher gezielt in ihrer Ausbildung unterstützen“, betont Köpcke. „Wenn Auszubildende Schwierigkeiten in der Schule haben oder persönliche Probleme sie zu sehr belasten, kann die Arbeitsagentur oder das Jobcenter mit der ‚Assistierten Ausbildung‘ helfen. Die Unterstützung wird individuell an die Bedürfnisse der Jugendlichen angepasst und umfasst unter anderem Nachhilfe in Fachtheorie oder Allgemeinbildung, Sprachförderung, sozialpädagogischen Betreuung und Coaching. Auch Prüfungsvorbereitungen zählen dazu.
Im Juni 2025 (aktuellste verfügbare Daten auf Kreisebene) waren im Landkreis Vorpommern-Greifswald 83.277 Frauen und Männer sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Männer arbeiten überwiegend in Produktionsberufen (16.070 Männer), Frauen vor allem in personenbezogenen Dienstleistungsberufen (22.972 Frauen), wie beispielsweise im Gesundheitswesen und Gastgewerbe.
Im Vergleich zum Juni 2024 sank die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung um 1,1 Prozent (965 Personen). Von dem Rückgang sind Frauen und Männer gleichermaßen betroffen. Unterschiede zeigen sich jedoch bei der Herkunft: Während die Zahl der Beschäftigten mit deutschem Pass demografiebedingt um 1,9 Prozent (1.427 Personen) zurückging, nahm die Zahl der ausländischen Beschäftigten um 5,9 Prozent (462 Personen) zu.
Arbeitslosenquoten in den Geschäftsstellen
Anklam 11,2 Prozent, Greifswald 7,7 Prozent, Pasewalk 12,8 Prozent, Ueckermünde 11,7 Prozent, Wolgast 9,6 Prozent
Im Vorjahresvergleich stellt sich die Entwicklung des Arbeitsmarkts im Agenturbezirk unterschiedlich dar. Während die Arbeitslosigkeit in den Geschäftsstellen Wolgast (- 89 Personen), Ueckermünde (-69 Personen) und Pasewalk (-5 Personen) sank, stieg sie in Anklam (+8 Personen) und Greifswald (+57 Personen) an.
Unterschiede zwischen den Rechtskreisen im Vorjahresvergleich
Die Agentur für Arbeit (Rechtskreis SGB III, Arbeitslosenversicherung) betreute im Februar 4.103 Arbeitslose und damit 34 mehr als vor einem Jahr. Die Jobcenter (Rechtskreis SGB II, Grundsicherung) waren für 7.078 arbeitslose Personen verantwortlich, 132 weniger als im Februar 2025.
SGB III + 0,8 Prozent
SGB II - 1,8 Prozent
Geldleistungen
Im Februar erhielten 3.842 Personen Arbeitslosengeld, 58 weniger als vor einem Jahr. Die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten in der Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II) lag bei 12.582. Gegenüber Februar 2025 ist dies ein Rückgang um 751 Personen.
Stellenmarkt
Im aktuellen Berichtsmonat wurde der Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcentern bei der Besetzung von 463 neuen Arbeitsstellen eingeschaltet. Insgesamt betreuen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Arbeitgeberservices 2.251 offene Stellen.
Die meisten neuen Angebote stammen aus dem Gastgewerbe (85), dem Gesundheits- und Sozialwesen (71), der öffentlichen Verwaltung, dem Handel (43 und dem verarbeitenden Gewerbe mit ebenfalls 43 offenen Stellen.
Hinter den neuen Stellenangeboten verbergen sich die verschiedensten Berufe. Gesucht werden unter anderem: Apothekerassistent/in, Bauten- und Objektbeschichter/in, Gabelstaplerfahrer/in und Baggerführer/in, Schilder- und Lichtreklamehersteller/in, Forstwirt/in, Bauwerksmechaniker für Abbruch und Betontrenntechnik und viele mehr.
Ausblick
„Den Höhepunkt der Winterarbeitslosigkeit dürften wir überschritten haben“, so Klaus-Peter Köpcke. Der Arbeitsmarktexperte rechnet für die nächsten Monate mit einem weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit. Spätestens zum Ostergeschäft, das in diesem Jahr Anfang April liegt, rechnet Köpcke mit deutlichen Bewegungen am Arbeitsmarkt.