In der vergangenen Woche gab es eine ungewöhnliche Veranstaltung in den Räumlichkeiten der insolventen Kabel Premium Pulp & Paper GmbH (KPPP) in Hagen. Der gemeinsame Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcenter Hagen hatte alle ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Hagen und dem Ennepe-Ruhr-Kreis mit Genehmigung des Insolvenzverwalters in die stillgelegte Kantine des ruhenden Papierherstellers eingeladen. In wochenlangen Vorbereitungen hatten die Vermittler dreizehn Unternehmen akquiriert, die sich auf der Suche nach Fachkräften besonders für die ehemaligen Kräfte von KPPP interessierten. Sie stellten sich nun mit ihrem individuellen Arbeitsplatzangebot im Rahmen einer kleinen Messe vor.
121 ehemalige KPPP-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kamen und nutzten die Gelegenheit. Die teilnehmenden Unternehmen kamen überwiegend aus Hagen, aber auch aus Witten, Castrop-Rauxel und Lachendorf bei Celle in Niedersachsen. Sie hatten sehr unterschiedliche Arbeitsplatzangebote, die für die diversen Qualifikationen der KPPP-Ehemaligen in Frage kamen. Nach Branchen betrachtet war der Schwerpunkt die Metallverarbeitung. Außerdem gab es Anbieter wie Ofenbauer, Kanaltechniker, Experten für Fernmeldeanlagen und eine Druckerei. Ein Unternehmen war wie KPPP Hersteller von Spezialpapieren und damit fachlich besonders passend, allerdings mit Firmensitz in Niedersachsen, rund 170 km entfernt von Hagen. Aber auch hierfür gab es Interessenten, für die man einen Bus organisieren wollte, um ihnen das Werk vorzustellen. Auch wurde Unterstützung für einen möglichen Umzug angekündigt.
„Wir haben gezeigt, dass trotz schwieriger Rahmenbedingungen eine tolle Messe und damit konkrete berufliche Perspektiven für die KPPP-Kunden geschaffen werden konnten. Ich freue mich über das positive Feedback von allen Beteiligten!“ so Katja Heck, Chefin der Agentur für Arbeit Hagen. „Noch während der Veranstaltung gab es bereits zwei Vermittlungen in neue Arbeitsplätze und eine in eine Bildungsmaßnahme in einem der Unternehmen. Weitere aussichtsreiche Vorstellungsgespräche fanden statt. Wir bleiben dran und halten nach, was sich daraus ergibt.“