Deutlicher Rückgang bei den abgeschlossenen Ausbildungsverträgen

Industrie und Handel am stärksten betroffen

17.12.2025 | Presseinfo Nr. 72

Im Jahr 2025 ist die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge in Hagen und im Ennepe-Ruhr-Kreis um 135 oder 4,6 Prozent auf 2.772 gesunken. Nach dem kleinen Anstieg im Vorjahr bestätigt die aktuelle Entwicklung den allgemeinen negativen Trend. Auch im langjährigen Vergleich bedeutet dies ein schlechtes Ergebnis. Den größten absoluten Rückgang hatten Industrie und Handel, einen kleinen Zuwachs das Handwerk.

„Die Krise bei den Ausbildungsverträgen war nach den Entwicklungen in diesem Jahr leider zu erwarten. Was sich schon bei den Stellenmeldungen andeutete, hat sich bewahrheitet. Insgesamt haben Ausbildungsbetriebe und Jugendliche 135-mal weniger zueinander gefunden als im Vorjahr, obwohl wir noch unbesetzte Stellen haben und es insgesamt deutlich mehr interessierte Jugendliche gibt, was die Entwicklung besonders brisant macht“, so die Chefin der Agentur für Arbeit Hagen, Katja Heck. „Der Rückgang bei den Verträgen im Bezirk ist noch etwas stärker als der landesweite Trend. In der langfristigen Betrachtung wird deutlich, wo wir stehen, nämlich in der Nähe des bisherigen Tiefpunktes mit nur 2.733 Ausbildungsverträgen im Pandemiejahr 2020. Das ist keine gute Nachricht in Anbetracht der demografischen Entwicklung und des unabweisbaren künftigen Fachkräftebedarfs, der auf die Unternehmen zukommen wird, besonders auf die, die selbst nicht ausbilden“. Hier sieht die Agenturchefin alle Partner am Ausbildungsmarkt in der Verantwortung: “Vor allem müssen aber die Betriebe wieder mehr Ausbildungsstellen anbieten. Nur sie sind in der Lage, die erforderlichen Kapazitäten zu schaffen. Und sie müssen für Jugendliche attraktiv sein.

Dies geht am besten mit Angeboten auf Ausbildungsmessen, bei Schulpartnerschaf-ten, über Praktika, mit Benefits in der Ausbildung, mit gelebter Wertschätzung und Kultur in einem Unternehmen, mit Übernahmen und Karrierechancen. All das spielt bei der Berufswahl von Jugendlichen eine große Rolle.“

Bei den abgeschlossenen Ausbildungsverträgen konnte das Handwerk, das trotzdem weiterhin große Nachwuchssorgen hat, gegen den allgemeinen Trend einen margina-len Zuwachs von drei oder 0,4 Prozent auf 747 verzeichnen. In Industrie und Handel waren es dagegen mit 1.617 genau 129 oder 7,4 Prozent weniger, beim öffentlichen Dienst mit 66 genau sechs oder 8,3 Prozent weniger. In der Landwirtschaft fanden mit 63 genauso viele junge Menschen ihren Berufsstart wie im Vorjahr. Die Verträge in den freien Berufen nahmen dagegen um sechs oder 2,3 Prozent auf 255 ab.

Die Chefin der Arbeitsagentur wendet sich insbesondere an die Unternehmen, die weniger oder gar nicht ausbilden: „Ressourcen einzusparen ist in wirtschaftlich unsicheren Zeiten sicher sinnvoll, aber nicht bei der Ausbildung, denn sie bedeutet Zukunft. Und wer sich nicht sicher ist, kann ziemlich risikolos geförderte Einstiegs- qualifizierungen für junge Leute anbieten.“