Der saisonale Anstieg der Arbeitslosigkeit hielt in der Stadt Hagen im Februar noch an, wenn auch deutlich geringer als im Januar. Die Zahl der Arbeitslosen stieg um 117 oder 0,9 Prozent auf 12.993, die Quote um 0,1 Punkte auf 12,6 Prozent. Vor einem Jahr waren es 376 Erwerbslose weniger, die Quote lautete 12,3 Prozent.
„In den meisten Jahren steigt die Arbeitslosigkeit von Januar auf Februar nochmals leicht. Die Entwicklung ist daher saisontypisch. Ein wesentlicher Grund ist auch, dass viele junge Menschen auf den Arbeitsmarkt kommen, wenn ihre zweieinhalbjährigen Ausbildungsverhältnisse auslaufen und sie noch keine Anschlussbeschäftigung gefunden haben“, so Katja Heck, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hagen. Die Arbeitsmarktexpertin setzt nicht allzu große Erwartungen in die nächste Zeit: „Die höchste Arbeitslosigkeit des Jahres haben wir hoffentlich jetzt erreicht. Wenn es gut läuft, könnte der März bei entsprechender Witterung Anzeichen einer beginnenden Frühjahrsbelebung bringen. Mit einer konjunkturellen Wende hat dies jedoch nichts zu tun.“
Die Entwicklung verlief bei der Arbeitslosenversicherung und bei der Grundsicherung im Februar ähnlich. 3.417 Arbeitslose (Anteil 26,3 Prozent an allen Arbeitslosen) waren Kunden der Arbeitsagentur (43 oder 1,3 Prozent mehr als im Vormonat), 9.576 (Anteil 73,7 Prozent an allen) wurden durch das Jobcenter Hagen betreut (74 oder 0,8 Prozent mehr). Auch bei den Zielgruppen waren die Tendenzen wie im Vormonat ungünstig. Auffällig war der Anstieg aus den genannten Gründen bei den Jüngeren unter 25 Jahren um 57 oder 5,0 Prozent auf 1.186 Arbeitslose. Bei den Älteren über 50 Jahren war es nur eine Zunahme um sieben oder 0,2 Prozent auf 4.212. Bei Menschen mit Behinderung gab es ein Plus von 13 oder 1,6 Prozent auf 817. Die Arbeitslosigkeit von Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit erhöhte sich um 76 oder 1,2 Prozent auf 6.200 Personen, die der Langzeitarbeitslosen stagnierte mit 5.612. Gleichzeitig waren es hier 114 oder 2,1 Prozent mehr als Ende Februar letzten Jahres.
Gemeldete Kräftenachfrage
Noch wenig Impulse zeigte die Kräftenachfrage in Hagen. Die heimischen Unternehmen meldeten 218 Stellen und damit nur 17 oder 8,5 Prozent mehr als im schwachen Januar, zugleich aber 37 oder 14,5 Prozent weniger als vor einem Jahr.
Den größten Kräftebedarf hatten freiberufliche Arbeitgeber (Rechtsanwälte, Steuerberater etc., 45 Stellen für Assistenzkräfte), gefolgt vom Gesundheits- und Sozialwesen (31) und dem verarbeitenden Gewerbe (30). Erst an vierter Stelle folgten Personaldienstleister (27 Stellen, zuvor 53), im Übrigen die öffentliche Verwaltung (24) und der Handel (20). Der Bereich Erziehung und Unterricht hatte 13 Vakanzen, die Logistik nur acht.
Die Zahl der insgesamt bei der Arbeitsagentur zur Besetzung gemeldeten Stellen nahm um 72 oder 4,7 Prozent auf 1.609 zu, sank hingegen in Relation zum Vorjahresmonat deutlich um 131 oder 7,5 Prozent.
Aktuell sind 67,7 Prozent aller Arbeitsstellen für Fachkräfte mit dem Abschluss der dualen Ausbildung gemeldet, für Helfer hingegen nur 14,8 Prozent.
Kurzarbeit und tatsächliche Inanspruchnahme
Im Februar gab es in Hagen nur sechs neue Anzeigen von Kurzarbeit für 28 potentiell betroffene Arbeitnehmer. Erst nach Ablauf von einigen Monaten zeigt sich die tatsächliche Inanspruchnahme von zuvor angezeigter Kurzarbeit, da die Betriebe innerhalb dieses Zeitraums nachträglich abrechnen. Für September liegen inzwischen Informationen zur effektiven Inanspruchnahme für die Stadt Hagen vor. Danach wurde Kurzarbeitergeld nur an 24 Betriebe für 447 Arbeitnehmer tatsächlich ausgezahlt.
Gesamteinschätzung
„Die aktuelle Lage am heimischen Arbeitsmarkt ist zwar von saisonalen Effekten geprägt und daher nicht untypisch, doch sie bleibt durch das Fehlen konjunktureller Impulse schwierig. Eine Trendwende ist nach wie vor nicht in Sicht. Unternehmen nutzen die Kurzarbeit nicht mehr in großem Umfang, um Beschäftigte zu halten. Personalanpassung findet aufgrund des Kostendrucks direkt statt. Wem es nicht gelingt, sofort wieder eine neue Beschäftigung aufzunehmen, für den wird es mit zunehmender Dauer der Arbeitslosigkeit immer schwieriger, wieder in Arbeit zu kommen. Die Anforderungen werden höher. Der Anteil an Arbeitsstellen, für die ausschließlich Fachkräfte oder sogar Spezialisten in Frage kommen, ist auch im Februar wieder gestiegen. Heck ist es daher ein besonderes Anliegen, den Stellenwert der betrieblichen Berufsausbildung zu betonen: „In Zeiten, in denen es junge Menschen für möglich halten, auch ohne Ausbildung langfristig Geld zu verdienen, rate ich dringend, sich an den Fakten zu orientieren. Und die sind nun einmal eindeutig: Eine Berufsausbildung ist der beste Schutz vor Arbeitslosigkeit und die Voraussetzung, um langfristig beruflich erfolgreich zu sein. Außerdem ist und bleibt Ausbildung die erste und wichtigste Säule der Fachkräftesicherung. Dafür werden wir im März mit der „Woche der Ausbildung“ bei Unternehmen und jungen Menschen werben.“