Die Arbeitsmarktentwicklung im Februar 2026 im Ennepe-Ruhr-Kreis

Arbeitslosigkeit geht bereits zurück – Ausbildung bietet enorme Vorteile

27.02.2026 | Presseinfo Nr. 12

Nach dem starken Anstieg der Arbeitslosigkeit zum Jahreswechsel im Ennepe-Ruhr-Kreis zeigte der Februar bereits wieder einen Rückgang. Die Zahl der Arbeitslosen sank um 129 oder 1,0 Prozent auf 12.960, die Arbeitslosenquote um 0,1 Punkte auf 7,4 Prozent. Vor einem Jahr waren es nur 15 Erwerbslose mehr, die Quote lautete damals ebenfalls 7,4 Prozent. 

„Die Entwicklung im Kreis ist relativ günstig, insbesondere im Vergleich zur Stadt Hagen. Die einzige Zielgruppe ohne Rückgang sind die unter 25-jährigen, weil bei einigen die zweieinhalbjährigen Ausbildungsverhältnisse endeten und sie noch keine Anschlussbeschäftigung gefunden haben. Und doch werden gerade sie nur für einen kurzen Übergangszeitraum arbeitslos sein, weil ihnen als Fachkräften der Arbeitsmarkt offensteht“, so Katja Heck, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hagen. Die Arbeitsmarktexpertin setzt insgesamt aber nicht allzu große Erwartungen in die nächste Zeit: „Die höchste Arbeitslosigkeit des Jahres haben wir vermutlich im Januar schon gesehen. Wenn es gut läuft, könnte der März bei entsprechender Witterung Anzeichen einer beginnenden Frühjahrsbelebung bringen und die Arbeitslosenzahlen deutlicher senken. Mit einer konjunkturellen Wende hat dies jedoch nichts zu tun.“ 

Die Arbeitslosenzahlen entwickelten sich in den Zuständigkeitsbereichen der Arbeitsagentur und des Jobcenters EN im Februar unterschiedlich. 4.552 Arbeitslose (Anteil 35,1 Prozent an allen Arbeitslosen) waren Kunden der Arbeitsagentur (26 oder 0,6 Prozent mehr als im Vormonat), 8.408 (Anteil 64,9 Prozent an allen) wurden durch das Jobcenter EN betreut (155 oder 1,6 Prozent weniger). Die Tendenzen für die Zielgruppen waren fast ausnahmslos günstig. Nur bei den jüngeren Arbeitslosen unter 25 Jahren gab es mit 1.115 keinen Rückgang, sondern nahezu Stagnation. Die Zahl der arbeitslosen Menschen mit Schwerbehinderung sank um 12 oder 1,2 Prozent auf 949. Die Älteren über 50 Jahren verzeichneten einen Rückgang um 19 oder 0,4 Prozent auf 4.583. Die Arbeitslosigkeit von Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit nahm um 54 oder 1,2 Prozent auf 4.529 ab, und die Entwicklung bei den Langzeitarbeitslosen zeigte aktuell ein kleines Minus um 23 oder 0,4 Prozent auf 5.419. Gleichzeitig waren es aber 145 oder 2,7 Prozent mehr als vor einem Jahr. 

Gemeldete Kräftenachfrage 
Die Kräftenachfrage im Kreis hat sich belebt. Die heimischen Unternehmen meldeten 360 Stellen und damit 61 oder 20,4 Prozent mehr als im Januar, zugleich 53 oder 17,3 Prozent mehr als vor einem Jahr.
Den größten Kräftebedarf hatten Personaldienstleister (86 Stellen, Vormonat 70), das Gesundheits- und Sozialwesen (63), das verarbeitende Gewerbe (37), der Handel (34), die öffentliche Verwaltung (33) und danach erst freiberufliche Arbeitgeber (Rechtsanwälte, Steuerberater etc., 32 Stellen für Assistenzkräfte, nach 78 im Vormonat). Der Bereich Erziehung und Unterricht meldete 22 Stellen, das Baugewerbe 21 und das Gastgewerbe neun. 
Die Zahl der insgesamt bei der Arbeitsagentur zur Besetzung gemeldeten Stellen stieg gegenüber Januar um 60 oder 3,6 Prozent auf 1.739, sank hingegen in Relation zum Vorjahresmonat um 92 oder 5,0 Prozent. 
Aktuell sind 63,2 Prozent aller Arbeitsstellen im Kreis für Fachkräfte mit dem Abschluss der dualen Ausbildung gemeldet, für Helfer hingegen nur 20,2 Prozent. 

Kurzarbeit und tatsächliche Inanspruchnahme 
Im Februar gab es im Ennepe-Ruhr-Kreis nur sieben neue Anzeigen von Kurzarbeit für 119 potentiell betroffene Arbeitnehmer. Erst nach Ablauf von einigen Monaten zeigt sich die tatsächliche Inanspruchnahme von Kurzarbeit, da die Betriebe innerhalb dieses Zeitraums nachträglich abrechnen. Für September liegen inzwischen Daten zur effektiven Inanspruchnahme für den Kreis vor. Danach wurde Kurzarbeitergeld an 63 Betriebe für 712 Arbeitnehmer tatsächlich ausgezahlt.

Lokale Entwicklungen 
Die Arbeitslosigkeit entwickelte sich im Februar in den Städten durchaus unterschiedlich. In Herdecke (+ 1 auf 757) und Schwelm (- 1 auf 1.529) veränderte sich im Ergebnis zum Monatsende fast gar nichts. In Wetter gab es einen kleinen Anstieg (+ 9 auf 942). Die übrigen Städte hatten rückläufige Arbeitslosenzahlen: Gevelsberg (- 12 auf 1.198), Breckerfeld (- 16 auf 232), Hattingen (- 22 auf 1.846), Sprockhövel (- 24 auf 527), Ennepetal (- 28 auf 1.231) und Witten (- 36 auf 4.698). 

Gesamteinschätzung 
„Die aktuelle Lage am heimischen Arbeitsmarkt ist zwar von saisonalen Effekten geprägt und daher nicht untypisch, doch sie bleibt durch das Fehlen konjunktureller Impulse schwierig. Eine Trendwende ist nach wie vor nicht in Sicht. Unternehmen nutzen die Kurzarbeit nicht mehr in großem Umfang, um Beschäftigte zu halten. Personalanpassung findet aufgrund des Kostendrucks direkt statt. Wem es nicht gelingt, sofort wieder eine neue Beschäftigung aufzunehmen, für den wird es mit zunehmender Dauer der Arbeitslosigkeit immer schwieriger, wieder in Arbeit zu kommen. Die Anforderungen werden höher. Der Anteil an Arbeitsstellen, für die ausschließlich Fachkräfte oder sogar Spezialisten in Frage kommen, ist auch im Februar wieder gestiegen. Heck ist es daher ein besonderes Anliegen, den Stellenwert der betrieblichen Berufsausbildung zu betonen: „In Zeiten, in denen es junge Menschen für möglich halten, auch ohne Ausbildung langfristig Geld zu verdienen, rate ich dringend, sich an den Fakten zu orientieren. Und die sind nun einmal eindeutig: Eine Berufsausbildung ist der beste Schutz vor Arbeitslosigkeit und die Voraussetzung, um langfristig beruflich erfolgreich zu sein. Außerdem ist und bleibt Ausbildung die erste und wichtigste Säule der Fachkräftesicherung. Dafür werden wir im März mit der „Woche der Ausbildung“ bei Unternehmen und jungen Menschen werben.“