Die Arbeitsmarktentwicklung im März 2026 in der Stadt Hagen

Erste Anzeichen von Frühjahresbelebung – Arbeitslosigkeit sinkt leicht

 

31.03.2026 | Presseinfo Nr. 17

Im März zeigten sich erste Anzeichen einer Frühjahresbelebung auf dem Arbeits markt in Hagen. Die Zahl der Arbeitslosen ging um 104 oder 0,8 Prozent auf 12.889 zurück, die Quote um 0,1 Punkte auf 12,5 Prozent. Vor einem Jahr waren es 232 Erwerbslose weniger, die Quote lautete 12,3 Prozent.

„Die höchste Arbeitslosigkeit des Jahres haben wir wahrscheinlich bereits hinter uns. Bei den unter 25-Jährigen hielt der Zugang gegen den Trend wegen der Beendigung einiger zweieinhalbjährigen Ausbildungsverhältnisse an. Aufgrund ihrer guten Perspektive als gesuchte Fachkräfte mache ich mir um sie aber keine Sorgen“, so Katja Heck, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hagen. Die Arbeitsmarktexpertin ist trotz der insgesamt sinkenden Arbeitslosenzahlen nicht optimistisch: „Eine echte konjunkturelle Erholung ist weiterhin nicht in Sicht, vielmehr durch die aktuellen internationalen Entwicklungen eher unwahrscheinlicher geworden. Wir sehen nur saisonal bedingte Entlastungseffekte. Die reine Frühjahrsbelebung sollte sich im April allerdings verstärken.“

Die Entwicklung von Arbeitslosenversicherung und Grundsicherung verlief auch im März parallel. 3.357 Arbeitslose (Anteil 26,0 Prozent an allen Arbeitslosen) waren Kunden der Arbeitsagentur (60 oder 1,8 Prozent weniger als im Vormonat), 9.532 (Anteil 74,0 Prozent an allen) wurden durch das Jobcenter Hagen betreut (44 oder 0,5 Prozent weniger). Auch bei den Zielgruppen waren die Tendenzen überwiegend günstig. Nur der nochmalige leichte Anstieg bei den Jüngeren unter 25 Jahren mit plus 22 oder 1,9 Prozent auf 1.208 Arbeitslose fiel aus den bekannten Gründen nochmals etwas aus dem Rahmen. Außerdem erhöhte sich die Arbeitslosigkeit von Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit geringfügig um 28 oder 0,5 Prozent auf 6.228 Personen. Die anderen Zielgruppen verzeichneten dagegen positive Entwicklungen. Bei den Älteren über 50 Jahren war es ein Rückgang um 91 oder 2,2 Prozent auf 4.121. Bei arbeitslosen Menschen mit Behinderung gab es ein Minus von 20 oder 2,4 Prozent auf 797. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen stagnierte hingegen erneut mit 5.612. Gleichzeitig waren dies 77 oder 1,4 Prozent mehr als vor genau einem Jahr.

Gemeldete Kräftenachfrage

Beim gemeldeten Kräftebedarf war von einer Frühjahresbelebung in Hagen im Gegensatz zur besseren Gesamtentwicklung noch nichts zu sehen. Die heimischen Unternehmen meldeten nur 187 Stellen und damit 31 oder 14,2 Prozent weniger als im Februar und sogar 144 oder 43,5 Prozent weniger als vor einem Jahr. Den größten Kräftebedarf hatten dabei noch Personaldienstleister (38 Stellen, zuvor 27) und freiberufliche Arbeitgeber (Rechtsanwälte, Steuerberater etc., 34 Stellen für Assistenzkräfte, zuvor 45), gefolgt vom Gesundheits- und Sozialwesen (23), dem Handel (23) und dem verarbeitenden Gewerbe (23). Stellen meldeten auch die öffentliche Verwaltung (12), die Logistik (7) und das Baugewerbe (6). Die Zahl der insgesamt bei der Arbeitsagentur zur Besetzung gemeldeten Stellen nahm um 148 oder 9,2 Prozent auf 1.461 ab, sank in Relation zum Vorjahresmonat sogar um 413 oder 22,0 Prozent. Aktuell sind 66,2 Prozent aller Arbeitsstellen für Fachkräfte mit dem Abschluss der dualen Ausbildung gemeldet, für Helfer hingegen nur 14,0 Prozent.

Kurzarbeit und tatsächliche Inanspruchnahme

Im März gab es in Hagen sechs neue Anzeigen von Kurzarbeit für 175 potentiell betroffene Arbeitnehmer. Erst nach Ablauf von einigen Monaten zeigt sich die tatsächliche Inanspruchnahme von zuvor angezeigter Kurzarbeit, da die Betriebe innerhalb dieses Zeitraums nachträglich abrechnen. Für Oktober liegen inzwischen Informationen zur effektiven Inanspruchnahme für die Stadt Hagen vor. Danach wurde Kurzarbeitergeld nur an 23 Betriebe für 610 Arbeitnehmer tatsächlich ausgezahlt.

Gesamteinschätzung

„Wir erleben eine saisontypische Entwicklung ohne konjunkturelle Impulse. Positiv, weil typisch für den Frühjahrsaufschwung, ist die wachsende Dynamik am Arbeitsmarkt. So wächst sowohl der Zugang aus dem ersten Arbeitsmarkt in die Arbeitslosigkeit um 11,9 Prozent, als auch die Abgänge in den ersten Arbeitsmarkt – um 19,7 Prozent. Doch außer diesen nicht unerwarteten Faktoren ist die Entwicklung ziemlich unberechenbar“, so Heck weiter. „Der Einschätzungs- und Planungshorizont der Unternehmen wird immer kürzer, was sich mit der äußerst volatilen Weltwirtschaftslage sowie zunehmenden geopolitischen Spannungen erklären lässt. Wir müssen akzeptieren, dass es in diesen Zeiten keine typischen Verlaufskurven am Arbeitsmarkt gibt, sondern sich die Richtung monatlich verändern kann. All das sind gute Gründe für jeden einzelnen, sich selbst eine solide berufliche Grundlage zu schaffen. Wie die Wirtschaft sich entwickelt, ist unsicher. Dass die beruflichen Anforderungen steigen werden, ist dagegen sicher. Bessere Argumente für eine gute Ausbildung als Schutz vor Arbeitslosigkeit sind kaum vorstellbar. Doch die wirtschaftlichen Probleme haben auch klare Auswirkungen auf den Ausbildungsmarkt. In wenigen Tagen werden wir die Halbjahresbilanz veröffentlichen – mit teilweise ernüchternden Tendenzen.“