Die Arbeitsmarktentwicklung im März 2026 im Ennepe-Ruhr-Kreis

Anzeichen von Frühjahrsbelebung – Arbeitslosigkeit geht weiter zurück

31.03.2026 | Presseinfo Nr. 18

Der Rückgang der Arbeitslosigkeit hielt im Ennepe-Ruhr-Kreis im März weiter an.
Die Zahl der Arbeitslosen sank um 280 oder 2,2 Prozent auf 12.680, die Arbeitslosenquote
um 0,1 Punkte auf 7,3 Prozent. Vor einem Jahr waren es 118 Erwerbslose
mehr, die Quote lautete damals auch 7,3 Prozent.


„Die günstige Entwicklung im Kreis hat im Vergleich zur Stadt Hagen früher eingesetzt und sich nun verstärkt. Bei allen Zielgruppen sanken die Arbeitslosenzahlen. Die aktuell  wieder schwächere Kräftenachfrage zeigt aber noch große Zurückhaltung der Unternehmen“, so Katja Heck, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hagen. Die Arbeitsmarktexpertin ist trotz der sinkenden Arbeitslosenzahlen nicht optimistisch: „Eine echte konjunkturelle Erholung ist weiterhin nicht in Sicht, vielmehr durch die aktuellen internationalen Entwicklungen eher unwahrscheinlicher geworden. Wir sehen nur saisonal bedingte Entlastungseffekte. Die reine Frühjahrsbelebung sollte sich im April allerdings verstärken.“


Die Arbeitslosenzahlen entwickelten sich in den Zuständigkeitsbereichen der Arbeitsagentur und des Jobcenters EN im März in dieselbe Richtung. 4.494 Arbeitslose (Anteil 35,4 Prozent an allen Arbeitslosen) waren Kunden der Arbeitsagentur (58 oder 1,3 Prozent  weniger als im Vormonat), 8.186 (Anteil 64,6 Prozent an allen) wurden durch das Jobcenter EN betreut (222 oder 2,6 Prozent weniger). Die Tendenzen für die Zielgruppen waren ausnahmslos günstig. Bei den jüngeren Arbeitslosen unter 25 Jahren gab es mit 1.073 einen Rückgang um 42 oder 3,8 Prozent. Die Zahl der arbeitslosen Menschen mit Schwerbehinderung sank um acht oder 0,8 Prozent auf 941. Bei den Älteren über 50 Jahren war ein Rückgang um 91 oder 2,0 Prozent auf 4.492 feststellbar.
Die Arbeitslosigkeit von Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit nahm um 140 oder 3,1 Prozent auf 4.389 ab, und die Entwicklung bei den Langzeitarbeitslosen zeigte aktuell eine Abnahme um 57 oder 1,1 Prozent auf 5.362. Gleichzeitig waren es aber 62 oder 1,2 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Gemeldete Kräftenachfrage

Beim gemeldeten Kräftebedarf war von einer Frühjahresbelebung im Kreis im Gegensatz zur besseren Gesamtentwicklung noch nichts zu sehen. Die heimischen Unternehmen meldeten nur 287 Stellen und damit 73 oder 20,3 Prozent weniger als im Februar und 62 oder 17,8 Prozent weniger als vor einem Jahr.
Den größten Kräftebedarf hatten freiberufliche Arbeitgeber (Rechtsanwälte, Steuerberater etc., 66 Stellen für Assistenzkräfte, nach 32 im Vormonat) gefolgt von Personaldienstleistern (50 Stellen, Vormonat 86), dem Gesundheits- und Sozialwesen (43), dem verarbeitenden Gewerbe (39), dem Handel (31), dem Bereich Erziehung und Unterricht (25), der öffentlichen Verwaltung (10) und dem Baugewerbe (9).
Die Zahl der insgesamt bei der Arbeitsagentur zur Besetzung gemeldeten Stellen sank gegenüber Februar um 73 oder 4,2 Prozent auf 1.666, in Relation zum Vorjahresmonat sogar um 159 oder 8,7 Prozent.  Aktuell sind 63,5 Prozent aller Arbeitsstellen im Kreis für Fachkräfte mit dem Abschluss der dualen Ausbildung gemeldet, für Helfer hingegen nur 18,5 Prozent.

Kurzarbeit und tatsächliche Inanspruchnahme

Im März gab es im Ennepe-Ruhr-Kreis 22 neue Anzeigen von Kurzarbeit für 283 potentiell betroffene Arbeitnehmer. Erst nach Ablauf von einigen Monaten zeigt sich die tatsächliche Inanspruchnahme von Kurzarbeit, da die Betriebe innerhalb dieses Zeitraums nachträglich abrechnen. Für Oktober liegen inzwischen Daten zur effektiven Inanspruchnahme für den Kreis vor. Danach wurde Kurzarbeitergeld an 66 Betriebe für 954 Arbeitnehmer tatsächlich ausgezahlt.

Lokale Entwicklungen

Die Arbeitslosigkeit entwickelte sich im März in allen Städten des Kreises günstig. In Breckerfeld (- 3 auf 229), Herdecke (- 12 auf 745), Sprockhövel (- 12 auf 515), Hattingen (- 17 auf 1.829), Gevelsberg (- 30 auf 1.168), Wetter (- 31 auf 911), Schwelm (- 53 auf 1.476), Ennepetal (- 55 auf 1.176) und Witten (- 67 auf 4.631) sanken die Zahlen.

Gesamteinschätzung

„Wir erleben eine saisontypische Entwicklung ohne konjunkturelle Impulse. Positiv, weil typisch für den Frühjahrsaufschwung, ist die wachsende Dynamik am Arbeitsmarkt. So wächst sowohl der Zugang aus dem ersten Arbeitsmarkt in die Arbeitslosigkeit um 11,5 Prozent, als auch die Abgänge in den ersten Arbeitsmarkt – um 10,6 Prozent. Doch außer diesen nicht unerwarteten Faktoren ist die Entwicklung ziemlich unberechenbar“, so Heck weiter. „Der Einschätzungs- und Planungshorizont der Unternehmen wird immer kürzer, was sich mit der äußerst volatilen Weltwirtschaftslage sowie zunehmenden geopolitischen Spannungen erklären lässt. Wir müssen akzeptieren, dass es in diesen Zeiten keine typischen Verlaufskurven am Arbeitsmarkt gibt, sondern sich die Richtung monatlich verändern kann. All das sind gute Gründe für jeden einzelnen, sich selbst eine solide berufliche Grundlage zu schaffen. Wie die Wirtschaft sich entwickelt, ist unsicher. Dass die beruflichen Anforderungen steigen werden, ist dagegen sicher. Bessere Argumente für eine gute Ausbildung als Schutz vor Arbeitslosigkeit sind kaum vorstellbar. Doch die wirtschaftlichen Probleme haben auch klare Auswirkungen auf den Ausbildungsmarkt. In wenigen Tagen werden wir die Halbjahresbilanz veröffentlichen – mit teilweise ernüchternden Tendenzen.“