Die Situation auf dem Ausbildungsmarkt im Ennepe-Ruhr-Kreis hat sich verschlechtert. In diesem Jahr haben sich bisher 1.684 ausbildungsinteressierte Jugendliche gemeldet (184 oder 12,3 Prozent mehr als im Vorjahr), während 1.336 Ausbildungsstellen* von den Unternehmen zur Verfügung gestellt wurden (329 oder 19,8 Prozent weniger). Aktuell suchen noch 959 junge Männer und Frauen einen Ausbildungsplatz. Ihnen stehen derzeit 929 unbesetzte Ausbildungsstellen zur Verfügung und damit statistisch fast zehn Stellen auf zehn Bewerber. Die Agentur für Arbeit Hagen legte die Zwischenbilanz für das Ausbildungsmarktjahr 2024/25 für den Kreis vor.
„Die Entwicklung zum Bewerbermarkt hat sich im Kreis auch in diesem Jahr nicht fortgesetzt. Die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen ist aufgrund der anhaltenden schwierigen wirtschaftlichen Lage und der unklaren Perspektiven angesichts der geopolitischen Unwägbarkeiten gesunken“, so Katja Heck, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hagen, zur Entwicklung im ersten Halbjahr. „Positiv ist hervorzuheben, dass trotz des in diesem Jahr fehlenden gymnasialen Abiturjahrgangs die Zahl auf der Bewerberseite so deutlich gestiegen ist. Mehr Jugendliche als in den Jahren zuvor sind im Kreis an dualer Ausbildung interessiert. Ihre Chancen sind damit nicht besser geworden, aber insgesamt auch nicht schlecht.“
Die Ausbildungsmarkt-Expertin appelliert an die Betriebe, nicht nachzulassen, alle vorhandenen Potentiale bei den Jugendlichen zu nutzen: „Ausbildung ist immer noch das stärkste Mittel gegen den Fachkräftemangel, der weiter zunehmen wird. Unternehmen fördern die Attraktivität der Ausbildung, indem sie trotz wirtschaftlicher Herausforderungen in die Fachkraftausbildung investieren“. Heck rät, alle Möglichkeiten zu nutzen, zum Beispiel durch Angebote von Betriebspraktika: „Als Alternative bietet sich auch die Einstiegsqualifizierung an, ein sozialversicherungspflichtiges Praktikum, das vier bis zwölf Monate dauert und jungen Menschen erste Schritte in die Berufswelt ermöglicht. Es wird von uns gefördert.“
Die Tabelle (siehe Downloads) liefert einen Überblick über das aktuelle Verhältnis von Angebot und Nachfrage.
Jugendliche, die sich beruflich orientieren möchten, können sich jederzeit bei der Berufsberatung kostenfrei melden unter: 0800 / 4 5555 00. Auch online können Termine gebucht werden. Videoberatung ist ebenso möglich. Arbeitgeber können jederzeit freie Arbeits- und Ausbildungsplätze kostenfrei melden unter: 0800 / 4 5555 20. Hier können sie auch Beratung zu Förderleistungen erhalten