Die Arbeitsmarktentwicklung im April 2026 in der Stadt Hagen

Keine echte Fortsetzung der Frühjahrsbelebung – Arbeitslosigkeit leicht gestiegen

30.04.2026 | Presseinfo Nr. 22

Die Hoffnung auf eine sich verstärkende Frühjahrsbelebung auf dem Arbeitsmarkt in Hagen hat sich nicht erfüllt. Die Zahl der Arbeitslosen erhöhte sich leicht um 13 oder 0,1 Prozent auf 12.902, die Quote von 12,5 Prozent blieb unverändert. Vor genau einem Jahr waren es 257 Erwerbslose weniger, die Quote lautete damals 12,3 Prozent.

„Anzeichen einer echten und nachhaltigen Belebung lassen weiter auf sich warten. Die erhoffte saisonale Verstärkung ist ausgeblieben. Es hat sich bestätigt, in diesen Zeiten besser keinen Optimismus zu haben, denn nach einem guten Monat folgt Ernüchterung. Das einzig Positive ist der aktuelle Anstieg der Kräftenachfrage“, so Katja Heck, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hagen. Die Arbeitsmarktexpertin blickt sorgenvoll in die nähere Zukunft: „Die saisonalen Entlastungseffekte werden zum Teil durch die schwache Konjunktur überlagert und sind damit kaum sichtbar. Und so lange die enormen geopolitischen Unsicherheiten anhalten, entwickelt sich der Arbeitsmarkt sehr volatil und außerhalb der bekannten Muster. Daher sind seriöse Prognosen derzeit nahezu unmöglich.“ Die Entwicklung von Arbeitslosenversicherung und Grundsicherung verlief im April unterschiedlich. 3.345 Arbeitslose (Anteil 25,9 Prozent an allen Arbeitslosen) waren Kunden der Arbeitsagentur (12 oder 0,4 Prozent weniger als im Vormonat), 9.557 (Anteil 74,1 Prozent an allen) wurden durch das Jobcenter Hagen betreut (25 oder 0,3 Prozent mehr). Bei den Zielgruppen waren die Tendenzen überwiegend ungünstig. Nur bei den Jüngeren unter 25 Jahren gab es mit 1.208 Arbeitslosen im Ergebnis keine Änderung, und bei den ,ausländischen Arbeitslosen war es ein marginaler Rückgang um fünf oder 0,1 Prozent auf 6.223. Bei den Älteren über 50 Jahren war es dagegen ein Anstieg um 16 oder 0,4 Prozent auf 4.137. Bei arbeitslosen Menschen mit Behinderung war es sogar ein Plus von 41 oder 5,1 Prozent auf 838. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen erhöhte sich um 96 oder 1,7 Prozent auf 5.706. Gleichzeitig waren es 192 oder 3,5 Prozent mehr als vor genau einem Jahr.

 

Gemeldete Kräftenachfrage

Der gemeldete Kräftebedarf zeigte sich im Gegensatz zum Vormonat belebt. Die heimischen Unternehmen meldeten 250 Stellen und damit 63 oder über ein Drittel mehr als im März und immerhin noch elf oder 4,6 Prozent mehr als vor einem Jahr. Den größten Kräftebedarf hatte das verarbeitende Gewerbe (73 Stellen, nach 23 im Vormonat), gefolgt von Personaldienstleistern (44 Stellen, zuvor 38), freiberuflichen Arbeitgebern (Rechtsanwälte, Steuerberater etc., 33 Stellen für Assistenzkräfte), der öffentlichen Verwaltung (21), dem Gesundheits- und Sozialwesen (19) und dem Handel (19). Die Logistik meldete nur fünf Vakanzen. Die Zahl der insgesamt bei der Arbeitsagentur zur Besetzung gemeldeten Stellen nahm um 18 oder 1,2 Prozent auf 1.479 zu, sank in Relation zum Vorjahresmonat aber um 371 oder 20,1 Prozent. Aktuell sind 65,0 Prozent aller Arbeitsstellen für Fachkräfte mit dem Abschluss der dualen Ausbildung gemeldet, für Helfer hingegen nur 15,6 Prozent.

 

Kurzarbeit und tatsächliche Inanspruchnahme 

Im April gab es im Gesamtbezirk zehn neue Anzeigen von Kurzarbeit für 100 potentiell betroffene Arbeitnehmer. Erst nach Ablauf von einigen Monaten zeigt sich die tatsächliche Inanspruchnahme von zuvor angezeigter Kurzarbeit, da die Betriebe innerhalb dieses Zeitraums nachträglich abrechnen. Für November liegen inzwischen Informationen zur effektiven Inanspruchnahme für die Stadt Hagen vor. Danach wurde Kurzarbeitergeld nur an 21 Betriebe für 663 Arbeitnehmer tatsächlich ausgezahlt.

 

Gesamteinschätzung

„Ein deutlicher Rückgang der Arbeitslosigkeit im März, danach wieder ein Anstieg im April – mit der dämpfenden Wirkung der Osterferien ist dies nicht zu erklären. Ein Dämpfer ist es trotzdem. Die Arbeitslosigkeit sinkt üblicherweise im April. Aufgrund der krisenhaften Lage in der Weltwirtschaft war das in den vergangenen Jahren landesweit mehrfach nicht der Fall. Schlechte Konjunktur, schlechte Stimmung, keine guten Nachrichten in Sicht. Vielmehr werfen weitere Insolvenzen ihre Schatten voraus“, so Katja Heck weiter. „Für die Unternehmen ist es derzeit nicht leicht, eine verlässliche Zukunftsplanung vorzunehmen. Umso erfreulicher ist es, dass wenigstens die Kräftenachfrage wieder gestiegen ist und damit die Zurückhaltung der Betriebe etwas abgenommen hat.“ Die insgesamt schwache Entwicklung macht auch vor dem Ausbildungsmarkt nicht halt. Im Vergleich zum Vorjahr wurden in Hagen 14 Prozent weniger Ausbildungsstellen gemeldet. Katja Heck appelliert mit Nachdruck an alle Unternehmen, mehr jungen Leuten noch in diesem Jahr eine Chance zu geben und damit auch dem künftigen Fachkräftemangel zu begegnen.