Die Arbeitsmarktentwicklung im Mai 2026 in der Stadt Hagen

Frühlingserwachen auf dem Arbeitsmarkt? Arbeitslosigkeit in Hagen gesunken

29.05.2026 | Presseinfo Nr. 25

Die im Vormonat kaum zu spürende Frühjahrsbelebung auf dem Arbeitsmarkt in Hagen hat sich wieder eingestellt. Die Zahl der Arbeitslosen sank um 117 oder 0,9 Prozent auf 12.785, die Quote um 0,1 Punkte auf 12,4 Prozent. Vor einem Jahr waren es nur 23 Erwerbslose weniger, die Quote lautete damals auch 12,4 Prozent.

„Nach einem unerwartet schwachen Monat folgt eine Belebung. Es geht volatil weiter. Der Mai brachte aktuell sinkende Arbeitslosenzahlen für die meisten Personengruppen. Dafür hat die Kräftenachfrage jetzt wieder Nachholbedarf“, so Katja Heck, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hagen. Für Juni rechnet die Arbeitsmarktexpertin mit einer Fortsetzung der saisonalen Gesamtbelebung – ohne besondere Erwartungen wecken zu wollen: „Was wir aktuell und kurzfristig weiterhin haben werden, sind nur jahreszeitlich bedingte Entlastungen. Solange aber die bekannten geopolitischen Risiken und ihre Auswirkungen auf die heimische Wirtschaft anhalten, wird sich an den ungünstigen konjunkturellen Rahmenbedingungen nichts ändern.“

Die Entwicklung von Arbeitslosenversicherung und Grundsicherung verlief im Mai tendenziell ähnlich. 3.307 Arbeitslose (Anteil 25,9 Prozent an allen Arbeitslosen) waren Kunden der Arbeitsagentur (38 oder 1,1 Prozent weniger als im Vormonat), 9.478 (Anteil 74,1 Prozent an allen) wurden durch das Jobcenter Hagen betreut (79 oder 0,8 Prozent weniger). Auch bei den Zielgruppen waren die Tendenzen überwiegend günstig. Nur bei den Jüngeren unter 25 Jahren gab es mit 1.221 Arbeitslosen im Ergebnis einen kleinen Anstieg um 13 oder 1,1. Bei den ausländischen Arbeitslosen war es dagegen ein Rückgang um 32 oder 0,5 Prozent auf 6.191. Die Älteren über 50 Jahren verzeichneten eine Abnahme um 54 oder 1,3 Prozent auf 4.083. Bei arbeitslosen Menschen mit Behinderung war es ein Minus von 21 oder 2,5 Prozent auf 817. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen verringerte sich um 81 oder 1,4 Prozent auf 5.627. Zugleich waren dies 57 oder 1,0 Prozent mehr als vor genau einem Jahr.

 

Gemeldete Kräftenachfrage

Nach dem späten Anstieg im Vormonat hat sich beim gemeldeten Kräftebedarf im Mai keine weitere Steigerung ergeben. Die heimischen Unternehmen meldeten 240 Stellen und damit zehn oder 4,0 Prozent weniger als im April, aber zumindest 43 oder 21,6 Prozent mehr als vor einem Jahr. Den größten Kräftebedarf hatten Personaldienstleister (62 Stellen, nach 44 im Vormonat), gefolgt von freiberuflichen Arbeitgebern (Rechtsanwälte, Steuerberater etc., 40 Stellen für Assistenzkräfte, zuvor 33), dem verarbeitenden Gewerbe (39 Stellen, zuvor 73), dem Handel (31), der öffentlichen Verwaltung (14), dem Gesundheits- und Sozialwesen (13) und der Logistik (11). Viele Stellen, häufig schon länger gemeldet, konnten besetzt werden. Die Zahl der insgesamt gemeldeten Stellen nahm um 114 oder 7,7 Prozent auf 1.365 ab, in Relation zum Vorjahresmonat sogar um 447 oder fast ein Viertel. Die Agentur für Arbeit und ihre Partner setzen auf kleine Speeddatings, um Unternehmen und Interessierte aussichtsreich zusammenzubringen. Aktuell sind 61,6 Prozent aller Arbeitsstellen für Fachkräfte mit dem Abschluss der dualen Ausbildung vorgesehen, für Helfer hingegen nur 17,7 Prozent.

 

Kurzarbeit und tatsächliche Inanspruchnahme

Im Mai gab es in Hagen nur vier neue Anzeigen von Kurzarbeit für 42 potentiell betroffene Arbeitnehmer. Erst nach Ablauf von einigen Monaten zeigt sich die tatsächliche Inanspruchnahme von zuvor angezeigter Kurzarbeit, da die Betriebe innerhalb dieses Zeitraums nachträglich abrechnen. Für Dezember liegen inzwischen Informationen zur effektiven Inanspruchnahme für die Stadt Hagen vor. Danach wurde Kurzarbeitergeld nur an 18 Betriebe für 518 Arbeitnehmer tatsächlich ausgezahlt.

 

Gesamteinschätzung

„Zuletzt ein ungewohnter Anstieg der Arbeitslosigkeit im April, jetzt wieder ein spürbarer Rückgang im Mai – damit ist man wieder auf dem saisonal üblichen Kurs, aber wie lange? Der nächste Dämpfer kommt bestimmt. Die krisenhafte Lage der Weltwirtschaft bedeutet auch ein ständiges Auf und Ab für den heimischen Arbeitsmarkt. Unsicherheit, wenig Zuversicht und das fehlende Licht am Ende des Tunnels prägen die Wahrnehmung. Das sind natürlich denkbar schlechte Voraussetzungen für eine grundlegende konjunkturelle Erholung“, so Katja Heck weiter. „So haben wir nur saisonale Effekte. Bei der Arbeitskräftenachfrage sind auch diese belebenden Impulse eingeschränkt, weil die Situation von einem sehr kurzen Planungshorizont und der daraus resultierenden abwartenden Haltung der Unternehmen in Bezug auf Neueinstellungen gekennzeichnet bleibt.“

Auch am Hagener Ausbildungsmarkt, der auf die Zielgerade einbiegt, bleibt die Lage problematisch. Im Vergleich zum Vorjahr wurden in Hagen aktuell sieben Prozent weniger Ausbildungsstellen gemeldet. Doch gerade im letzten Monat sind noch einige spätentschlossene Ausbildungssuchende auf den Plan getreten. Auf 100 unbesetzte Berufsausbildungsstellen kommen derzeit 163 unversorgte Bewerberinnen und Bewerber. Das bedeutet natürlich auch neue Chancen für Betriebe, die nur schwer beruflichen Nachwuchs finden. In erster Linie fehlen jedoch viele Ausbildungsstellen von Unternehmen, die früher mehr ausgebildet haben. Katja Heck wiederholt ihren Appell an die Unternehmen, etwas gegen den künftigen Fachkräftemangel zu tun und mehr jungen Leuten noch in diesem Jahr eine Chance zu geben. Auch betriebliche Einstiegsqualifizierungen helfen hier sehr. Das sind sozialversicherungspflichtige Praktika von mindestens vier bis zwölf Monaten Dauer. Wir fördern diese mit hohen Zuschüssen. So lernen Ausbildungsbetriebe mögliche Auszubildende kennen und sichern sich zukünftige Fachkräfte – eine Win-win-Situation für alle Beteiligten. Ansprechpartner für interessierte Unternehmen ist unser Arbeitgeber Service.“