Die Arbeitsmarktentwicklung im Juli 2026 in der Stadt Hagen

Ferienzeit lässt Arbeitslosigkeit steigen Viele Ausbildungsabsolventen und Betriebsferien

31.07.2026 | Presseinfo Nr. 31

Der Arbeitsmarkt in Hagen stand im Juli bereits im Zeichen der Ferienzeit. Die Zahl der Arbeitslosen stieg um 128 oder 1,0 Prozent 12.913, die Quote um 0,2 Punkte auf 12,6 Prozent. Vor genau einem Jahr waren es 67 Erwerbslose mehr, die Quote lautete damals ebenfalls 12,6 Prozent.

„Die aktuelle Arbeitsmarktentwicklung zeigt das für die Jahreszeit typische Bild im Ferienmonat Juli“, so Katja Heck, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hagen. „Einerseits sind es häufig die Betriebsferien, andererseits die hohen Neumeldungen von Ausbildungsabsolventen, die die Gesamtarbeitslosigkeit vorübergehend ansteigen lassen. Speziell bei den unter 25-Jährigen gibt es den erwarteten Anstieg. Doch gerade die Jüngeren mit Ausbildungsabschluss haben die besten Aussichten, da ihnen als qualifizierte Fachkräfte viele Türen offenstehen. Doch sie müssen etwas warten, denn die weiterhin niedrige Kräftenachfrage passt auch in das Bild der Sommerpause. Und für den August bleibt meine Einschätzung wegen der anhaltenden Urlaubszeit verhalten.“ Die Entwicklung von Arbeitslosenversicherung und Grundsicherung waren im Juli wieder gegenläufig, aber im Ausmaß sehr unterschiedlich. 3.395 Arbeitslose (Anteil 26,3 Prozent an allen Arbeitslosen) waren Kunden der Arbeitsagentur (165 oder 5,1 Prozent mehr als im Vormonat), 9.518 (Anteil 73,7 Prozent an allen) wurden durch das Jobcenter Hagen betreut (37 oder 0,4 Prozent weniger). Erneut hatten die Zielgruppen überwiegend ungünstige Tendenzen. Bei den Jüngeren unter 25 Jahren gab es wegen vieler Ausbildungsabsolventen mit 1.296 Arbeitslosen einen Anstieg um 58 oder 4,7 Prozent. Bei den Älteren über 50 Jahren war es eine Zunahme um 37 oder 0,9 Prozent auf 4.104. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen erhöhte sich nur um zwölf oder 0,2 Prozent auf 5.735. Zugleich waren dies 137 oder 2,4 Prozent mehr als vor einem Jahr. Eine leicht positive Veränderung gab es erneut bei den arbeitslosen Menschen mit Behinderung mit einem Rückgang um sieben oder 0,9 Prozent auf 805. Die Zahl der ausländischen Arbeitslosen sank um 116 oder 1,9 Prozent auf 6.144.

 

Gemeldete Kräftenachfrage

Jahreszeitlich normal war die Tatsache, dass der gemeldete Kräftebedarf im ersten Ferienmonat keine nennenswerte Belebung erfuhr. Die heimischen Unternehmen meldeten 262 Stellen und damit nur 15 oder 6,1 Prozent mehr als im Juni, zugleich 36 oder 15,9 Prozent mehr als vor einem Jahr. Innerhalb der Branchen gab es deutliche Veränderungen. Den größten Kräftebedarf hatten freiberufliche Arbeitgeber (Rechtsanwälte, Steuerberater etc., 54 Stellen für Assistenzkräfte, im Vormonat 63), gefolgt vom Handel (50, zuvor 26), von Personaldienstleistern (41 Stellen, zuvor 58), dem verarbeitenden Gewerbe (35, zuvor 19), der öffentlichen Verwaltung (33, zuvor 9), dem Gesundheits- und Sozialwesen (13, zuvor 23), der Logistik (10, zuvor 8) und dem Bereich Erziehung und Unterricht (9, zuvor 19). Die Zahl der insgesamt gemeldeten Stellen nahm aktuell nochmal um 27 oder 2,0 Prozent auf 1.327 ab, in Relation zum Vorjahresmonat sogar um 425 oder fast ein Viertel. Aktuell sind 63,7 Prozent aller Arbeitsstellen für Fachkräfte mit dem Abschluss der dualen Ausbildung vorgesehen, für Helfer hingegen nur 17,3 Prozent.

 

Kurzarbeit und tatsächliche Inanspruchnahme

Im Juli gab es bezirksweit 26 neue Anzeigen von Kurzarbeit für 323 potentiell betroffene Arbeitnehmer. Erst nach Ablauf von einigen Monaten zeigt sich die tatsächliche Inanspruchnahme von zuvor angezeigter Kurzarbeit, da die Betriebe innerhalb dieses Zeitraums nachträglich abrechnen. Für Februar liegen inzwischen Informationen zur effektiven Inanspruchnahme für die Stadt Hagen vor. Danach wurde Kurzarbeitergeld nur an 25 Betriebe für 270 Arbeitnehmer tatsächlich ausgezahlt.

 

Gesamteinschätzung

„Der Beginn der üblichen Sommerdelle – so könnte man die aktuelle Entwicklung am heimischen Arbeitsmarkt etwas salopp bezeichnen. Steigende Arbeitslosigkeit, mehr Dynamik bei Zu- und Abgängen bei gleichzeitig relativ niedriger Kräftenachfrage, da die Sommermonate häufig für Betriebsferien genutzt und Neueinstellungen in den frühen Herbst verschoben werden. Und Kurzarbeit hat seit Längerem kaum ein Unternehmen angemeldet“, so Katja Heck weiter. „Für die jungen Hagener, die ihre Ausbildung beendet und keinen Anschlussarbeitsvertrag haben und die jetzt übergangsweise in der Statistik auftauchen, werden wir Lösungen finden. Die Sommerpause mit ihrer dämpfenden Wirkung auf die Beschäftigung lässt eine Besserung erst nach den Ferien erwarten. Aber wir dürfen uns auch nichts vormachen: An den ungünstigen konjunkturellen Rahmenbedingungen hat sich noch nichts verändert.“ Abschließend hat sie noch einen Tipp für die Kundinnen und Kunden im Urlaub: „Unsere digitalen Dienstleistungen stehen jederzeit bereit. Inzwischen kann man ohne Weiteres auch am Strand unsere eServices aufrufen und nahezu unser gesamtes Dienstleistungsangebot bequem digital nutzen.“