Der Ausbildungsmarkt in Hagen ist schon auf der Zielgeraden, trotzdem ist
für die Bewerberinnen und Bewerber immer noch vieles möglich. Auch nach
Beginn der Sommerferien gibt es in der Volmestadt 328 offene Ausbildungsstellen,
aber auch noch 595 junge Ausbildungssuchende.
„Die Entwicklung zum Bewerbermarkt hat sich in Hagen bereits seit zwei Jahren nicht mehr fortgesetzt. Im Vergleich zum Vorjahr ist das Angebot an noch offenen Stellen um 112 oder 25,5 Prozent zurückgegangen. Damit ist die Auswahl nicht mehr so gut. Trotzdem haben Jugendliche, die noch eine Ausbildung anstreben, es sind fast 600 oder 3,7 Prozent mehr als vor einem Jahr, immer noch viele "Möglichkeiten“, so Katja Heck, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hagen. In Hagen kommen aktuell auf 100 unbesetzte Ausbildungsstellen 181 Ausbildungswillige, im Vorjahr waren es 130. Alle an einer Ausbildung interessierten Jugendlichen sollten sich jetzt dringend um ihr ganz persönliches „Ticket“ für die berufliche Zukunft kümmern und sich bei der Berufsberatung melden – für individuelle Beratung, Entscheidungshilfen und Ausbildungsstellen.“
Die Hagener Betriebe meldeten der Agentur für Arbeit von Oktober bis Juli 1.202 Ausbildungsstellen, damit 47 oder 3,8 Prozent weniger als im Vorjahr und sogar 16,6 Prozent weniger als vor zwei Jahren. Einen Grund für den wiederholten Rückgang der Zahl der betrieblichen Ausbildungsangebote sieht Heck in den schwierigen Rahmenbedingungen: "Wir erleben eine mehrjährige Wirtschaftsschwäche, die belastet und verunsichert viele Ausbildungsbetriebe. Sie machen sich das nicht leicht, doch die Abwägung ´Ausbildungsangebot oder nicht´ sollte häufiger zugunsten der Nachwuchsgewinnung ausfallen. Nur so schützen sich die Unternehmen vor dem bereits jetzt weitverbreiteten Fachkräftemangel. Insbesondere der eigene Nachwuchs sichert langfristig die Zukunft der Unternehmen.“
Gleichzeitig gab es mit insgesamt 1.625 jungen Menschen seit Oktober wieder viele Interessierte an betrieblichen Ausbildungsangeboten – ein leichtes Minus von 93 Jugendlichen oder 5,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr, was unter Berücksichtigung der Tatsache, dass in diesem Jahr aufgrund der Umstellung der Schulen von G8 auf G9 ein gymnasialer Abiturjahrgang ausfällt, beachtlich ist. Die betriebliche Ausbildung steht bei den Jugendlichen höher im Kurs als noch vor ein paar Jahren. Das Vor-Corona-Niveau von weit über 2.000 Bewerberinnen und Bewerbern und zugleich rund 1.400 Ausbildungsstellen wird aber nicht wieder erreicht.
Eine Vielzahl von freien Stellen ist in den Bereichen Handwerk, Handel und Industrie zu haben. In den Berufen Kaufmann/-frau im Einzelhandel, Verkäufer/in, Kaufmann/-frau im Groß- und Außenhandel, Maschinen-/Anlagenführer/in, Metall-,/ Kunststofftechniker/in, Fachverkäufer/in-Lebensmittelhandwerk (Bäckerei), Kaufmann/-frau Büromanagement, Industriekaufmann/-frau, Fachlagerist/in, Bäcker/in und Steuerfachangestellte/r gibt es derzeit noch echte Chancen für Interessierte.
„Nach den Sommerfreien werden wir mit den Partnern des Ausbildungskonsens zusammen wieder die Endspurtbörse organisieren“, so Heck weiter. „Aus Sicht der Jugendlichen sind Praktika eine gute Unterstützung bei der Berufswahl. Mehr Betriebe sollten diese ermöglichen. Und gerade in den Sommerferien sind Praktika-Angebote heimischer Unternehmen – auch in Form von Ferienjobs – willkommen. Keine Hochglanzbroschüre und kein Online-Video verrät so viel über den zukünftigen Job wie das, was man mit eigenen Augen beobachtet. Und wer dabei noch Unterstützung braucht oder sich kurzentschlossen noch auf die Suche nach einem Ausbildungsplatz machen möchte, findet bei der Berufsberatung genau die richtigen Ansprechpartner.“
Die Agenturchefin weist auf die komplexe Gesamtsituation hin: „Mehr als ein Drittel aller Jugendlichen, die in diesem Jahr eine Ausbildung beginnen möchten, ist noch komplett auf der Suche oder hat sich noch nicht auf eine Stelle festgelegt. Gleichzeitig steht noch etwas mehr als jede vierte gemeldete Stelle zur Verfügung. Das bedeutet insbesondere wachsende Herausforderungen für die Betriebe, den passenden beruflichen Nachwuchs zu finden. Dazu gehört auch, denjenigen Jugendlichen eine Chance zu geben, die erst auf den zweiten Blick überzeugen. Und wir unterstützen, wo nötig, mit der Einstiegsqualifizierung, bei der wir den Jugendlichen zunächst für einige Monate finanzieren. Ausbildungsreife erlernt man am besten im praktischen Kontext. Ich rate dringend, bei der Nachwuchsförderung, der Qualifizierung und der Fachkräftesicherung nicht nachzulassen. Sobald sich die Wirtschaft erholt, könnten sonst die dringend benötigten Kompetenzen und Fachkräfte fehlen!“
Jugendliche, die sich beruflich orientieren möchten, können sich jederzeit online bei der Berufsberatung melden unter www.arbeitsagentur.de/vor-ort/hagen/jugendberufsagentur. Wichtige Informationen bietet auch die Homepage der Jugendberufsagentur Hagen: jba-hagen.de
Arbeitgeber können jederzeit freie Arbeits- und Ausbildungsplätze kostenfrei melden unter: 0800 / 4 5555 20. Hier können sie auch Beratung zu Förderleistungen erhalten.