Der Ausbildungsmarkt im EN-Südkreis: Noch fast 400 Tickets für die berufliche Zukunft

Auch in der Krise bietet der Ausbildungsmarkt Chancen

05.08.2026 | Presseinfo Nr. 35

Der Ausbildungsmarkt im südlichen Ennepe-Ruhr-Kreis ist schon auf der Zielgeraden, trotzdem ist für die Bewerberinnen und Bewerber immer noch vieles möglich. Auch nach Beginn der Sommerferien gibt es hier 384 offene Ausbildungsstellen, aber auch noch 395 junge Ausbildungssuchende.

„Die Entwicklung zum Bewerbermarkt hat sich im Bezirk bereits seit zwei Jahren nicht mehr fortgesetzt. Im Vergleich zum Vorjahr ist das Angebot an noch offenen Stellen um 117 oder 23,4 Prozent zurückgegangen. Damit ist die Auswahl nicht mehr so gut. Trotzdem haben Jugendliche, die noch eine Ausbildung anstreben, es sind 395 und damit 91 oder 29,9 Prozent mehr als vor einem Jahr, immer noch viele Möglichkeiten“, so Katja Heck, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hagen. „Im Südkreis kommen aktuell auf 100 unbesetzte Ausbildungsstellen 103 Ausbildungswillige, im Vorjahr waren es nur 61. Alle an einer Ausbildung interessierten Jugendlichen sollten sich jetzt dringend um ihr ganz persönliches „Ticket“ für die berufliche Zukunft kümmern und sich bei der Berufsberatung melden – für individuelle Beratung, Entscheidungshilfen und Ausbildungsstellen.“

Die heimischen Betriebe meldeten der Agentur für Arbeit von Oktober bis Juli 939 Ausbildungsstellen, damit 221 oder 19,1 Prozent weniger als im Vorjahr und sogar 21,6 Prozent weniger als vor zwei Jahren. Einen Grund für den wiederholten Rückgang der Zahl der betrieblichen Ausbildungsangebote sieht Heck in den schwierigen Rahmenbedingungen: "Wir erleben eine mehrjährige Wirtschaftsschwäche, die belastet und verunsichert viele Ausbildungsbetriebe. Sie machen sich das nicht leicht, doch die Abwägung ´Ausbildungsangebot oder nicht´ sollte häufiger zugunsten der Nachwuchsgewinnung ausfallen. Nur so schützen sich die Unternehmen vor dem bereits jetzt weitverbreiteten Fachkräftemangel. Insbesondere
der eigene Nachwuchs sichert langfristig die Zukunft der Unternehmen.“

Gleichzeitig gab es mit insgesamt 1.243 jungen Menschen seit Oktober wieder viele Interessierte an betrieblichen Ausbildungsangeboten – ein Plus von 119 Jugendlichen oder 10,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr, was unter Berücksichtigung der Tatsache, dass in diesem Jahr aufgrund der Umstellung der Schulen von G8 auf G9 ein gymnasialer Abiturjahrgang ausfällt, beachtlich ist. Die betriebliche Ausbildung steht bei den Jugendlichen höher im Kurs als noch vor ein paar Jahren. Das Vor-Corona-Niveau von kreisweit über 2.200 Bewerberinnen und Bewerbern und zugleich rund 2.000 Ausbildungsstellen wird aber nicht wieder erreicht.

Eine Vielzahl von freien Stellen ist in den Bereichen Handel, Gesundheit und Industrie zu haben. In den Berufen Kaufmann/-frau im Einzelhandel, Verkäufer/in, Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r, Fachwirt/in Handel, Industriekaufmann/-frau, Kaufmann/-frau Büromanagement, Zerspanungsmechaniker/in, Fachkraft Lagerlogistik, Industriemechaniker/in und Medizinische/r Fachangestellte/r gibt es derzeit noch echte Chancen für Interessierte.

„Nach den Sommerfreien werden wir mit den Partnern des Ausbildungskonsens zusammen wieder die Endspurtbörsen in Witten und Hagen organisieren“, so Heck weiter. „Aus Sicht der Jugendlichen sind Praktika eine gute Unterstützung bei der Berufswahl. Mehr Betriebe sollten diese ermöglichen. Und gerade in den Sommerferien sind Praktika-Angebote heimischer Unternehmen – auch in Form von Ferienjobs willkommen. Keine Hochglanzbroschüre und kein Online-Video verrät so viel über den zukünftigen Job wie das, was man mit eigenen Augen beobachtet. Und wer dabei noch Unterstützung braucht oder sich kurzentschlossen noch auf die Suche nach einem Ausbildungsplatz machen möchte, findet bei der Berufsberatung genau die richtigen Ansprechpartner.“

Die Agenturchefin weist auf die komplexe Gesamtsituation hin: „Fast ein Drittel aller Jugendlichen, die in diesem Jahr eine Ausbildung beginnen möchten, ist noch komplett auf der Suche oder hat sich noch nicht auf eine Stelle festgelegt. Gleichzeitig stehen noch durchschnittlich vier von zehn gemeldeten Stellen zur Verfügung. Das bedeutet insbesondere wachsende Herausforderungen für die Betriebe, den passenden beruflichen Nachwuchs zu finden. Dazu gehört auch, denjenigen Jugendlichen eine Chance zu geben, die erst auf den zweiten Blick überzeugen. Und wir unterstützen, wo nötig, mit der Einstiegsqualifizierung, bei der wir den Jugendlichen zunächst für einige Monate finanzieren. Ausbildungsreife erlernt man am besten im praktischen Kontext. Ich rate dringend, bei der Nachwuchsförderung, der Qualifizierung und der Fachkräftesicherung nicht nachzulassen. Sobald sich die Wirtschaft erholt, könnten sonst die dringend benötigten Kompetenzen und Fachkräfte fehlen!“

Jugendliche im EN-Südkreis können sich jederzeit kostenfrei bei der Berufsberatung melden unter 0800 / 4 5555 00. Auch online können Termine gebucht werden. Videoberatung ist ebenso möglich.

Arbeitgeber können jederzeit freie Arbeits- und Ausbildungsplätze kostenfrei melden unter: 0800 / 4 5555 20. Hier können sie auch Beratung zu Förderleistungen erhalten.