Das Jahr 2025 war problematisch für den heimischen Arbeitsmarkt. Die konjunkturelle
Schwäche prägte zunehmend die Entwicklung und überlagerte auch positive saisonale Einflüsse. Insgesamt haben sich die Chancen für Arbeitslose deutlich verschlechtert.
Hagen hatte im vergangenen Jahr den höchsten Beschäftigungsrückgang aller Kreise und kreisfreien Städte im Ruhrgebiet. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sank hier um nahezu 1000 oder 1,4 Prozent auf 68.326. Am stärksten betroffen waren die Metall- und Elektroindustrie, die Logistik sowie die Arbeitnehmerüberlassung.
Arbeitsplatzzuwächse hatten hingegen das Gesundheits- und Sozialwesen, die öffentliche Verwaltung und der Bereich Erziehung und Unterricht.
Die Zahl der Arbeitslosen stieg im dritten Jahr in Folge auf den höchsten Jahresdurchschnitt
seit 15 Jahren. Allein in Relation zum Vorjahr stieg sie um 388 oder 3,2 Prozent auf 12.682, die Jahres-Arbeitslosenquote um 0,3 Punkte auf 12,3 Prozent.
„Bereits das Ausbleiben der Frühjahresbelebung zeigte an, dass es ein schwieriges Jahr werden würde. Im zweiten Halbjahr besserte sich die Lage zeitweise, doch auch die Herbstbelebung war unterdurchschnittlich und früh zu Ende“, fasst Katja Heck, Chefin der Agentur für Arbeit Hagen, das letzte Jahr zusammen. „Die Arbeitsmarktentwicklung war bei der Arbeitsagentur und beim Jobcenter ähnlich. Auch die Zielgruppen hatten überwiegend ungünstige Trends. Insbesondere die Dynamik, das heißt die Zu- und Abgänge, hat sich deutlich verändert. Wer im Laufe des Jahres arbeitslos geworden ist, hat schlechtere Chancen auf eine zeitnahe Rückkehr in Arbeit als in den Jahren zuvor. Die konjunkturelle Schwäche liegt wie ein wachsender Schatten auf dem Arbeitsmarkt. Der Rückgang bei den gemeldeten Stellen zeigt dies eindringlich. Eines der größten Probleme, aber nicht erst seit 2025, ist die Diskrepanz zwischen den vorhandenen Qualifikationen der Arbeitslosen und den Anforderungen der gemeldeten Stellen. 7.500 Helfer kommen auf 300 Helferstellen.“
Gemeldete Kräftenachfrage 2025 auf langjährigem Tiefstand
Besonders die Kräftenachfrage in Hagen zeigte die konjunkturelle Schwäche. Die hei-mischen Unternehmen meldeten im gesamten Jahr 2.838 Stellen, was einen langjährigen Tiefstand bedeutet. Allein gegenüber 2024 war es nochmal ein Rückgang um 148 oder 5,0 Prozent.
Trotzdem nahm der Stellenbestand, also die Zahl der insgesamt bei der Arbeitsagentur zur Besetzung gemeldeten Stellen, im Jahr 2025 um 138 oder 2,2 Prozent auf 1.718 zu. Dies ist auch Ausdruck der gestiegenen Probleme, Stellen kurzfristig passgenau zu besetzen. Die Dauer der durchschnittlichen Stellenbesetzung war mit 195 Tagen, also mehr als einem halben Jahr, noch nie so hoch wie im vergangenen Jahr.
Über 60 Prozent aller Arbeitsstellen waren für Fachkräfte mit dem Abschluss der dualen Ausbildung gemeldet, für Helfer hingegen nur 18,5 Prozent.
Hecks Prognose für das Jahr 2026: „Die Arbeitsmarktentwicklung in Hagen war im vergangenen Jahr überwiegend negativ. Der zwischenzeitliche Optimismus im zweiten Halbjahr war verfrüht. Eine Trendwende am Arbeitsmarkt ist weiterhin nicht in Sicht. Unabhängig von allen saisonalen Schwankungen bleibt zu hoffen, dass sich im zweiten Halbjahr 2026 langsam eine konjunkturelle Besserung einstellt, weil politische Entscheidungen wie Investitionsprogramme greifen und auch die Demografie sich aus-wirkt. Wir werden konkret diejenigen unterstützen, deren Chancen am Arbeitsmarkt aktuell schlecht stehen. Wir konzentrieren uns auf Menschen, die einen höheren Unterstützungsbedarf haben. Mit mehr Qualifizierung wollen wir nachhaltige Integrationen sicherstellen. Und mit personalabgebenden und -aufnehmenden Unternehmen organisieren wir Arbeitsmarktdrehscheiben. Flexibilität wird in hohem Maße erforderlich sein – bei Arbeitnehmern wie bei Unternehmen.“