Hamm. Für das neue Ausbildungsjahr haben sich im in der Stadt Hamm bisher 944 ausbildungsinteressierte Jugendliche gemeldet (7,5 Prozent weniger als im Vorjahr), während 900 Ausbildungsstellen* gemeldet wurden (7,0 Prozent weniger). Aktuell suchen noch 536 junge Männer und Frauen einen Ausbildungsplatz. Ihnen stehen derzeit 535 unbesetzte Ausbildungsstellen zur Verfügung und damit statistisch eine Stelle pro Bewerber. Die Chancen für junge Menschen in Hamm haben sich damit im Vergleich zum Vorjahr in der Relation kaum verändert, doch der Ausbildungsmarkt ist insgesamt kleiner geworden.
„Der Ausbildungsmarkt hat sich im ersten Halbjahr ungünstig entwickelt, wir verzeichnen sinkende Bewerber- sowie Stellenmeldungen“, beschreibt Sandra Pawlas, Leiterin der Agentur für Arbeit Hamm, die aktuelle Situation. Dies sei aufgrund besonderer Rahmenbedingungen aber nachvollziehbar: „Der in diesem Jahr fehlende gymnasiale Abiturjahrgang hat sich negativ auf die Anzahl ausbildungsinteressierter junger Menschen ausgewirkt, während die anhaltenden wirtschaftlichen Probleme und geopolitischen Unwägbarkeiten zu einer ausgeprägten Zurückhaltung bei den heimischen Unternehmen führen, was das Angebot an Ausbildungsstellen zurückgehen lässt.“
Da die Rückgänge bei Angebot und Nachfrage in etwa gleich groß sind, weist Pawlas auf die Besonderheiten trotz nahezu unveränderter Relationen hin: „Dass wir rein zahlenmäßig einen ziemlich ausgeglichenen Ausbildungsmarkt haben und so eine Stelle auf jeden Bewerber oder Bewerberin kommt, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass dies strukturell niemals aufgeht, weil Anforderungen und Fähigkeiten häufig nicht übereinstimmen. Der Markt ist nicht wirklich ausgeglichen.“ Es sei von zentraler Bedeutung, Jugendliche und Betriebe für die gemeinsame Sache zu begeistern und auch mehr Ausbildungsstellen zu generieren: „Wenige Monate vor dem Starttermin zögern noch viele Unternehmen, Ausbildungsplätze anzubieten, um auch in diesem Jahr Nachwuchs für ihr Unternehmen auszubilden. Als Alternative bietet sich auch die Einstiegsqualifizierung an, in sozialversicherungspflichtiges Praktikum, das vier bis zwölf Monate dauert und jungen Menschen erste Schritte in die Berufswelt ermöglicht, sozusagen ein unverbindliches Kennenlernen in einem geförderten Betriebspraktikum.“
Jugendliche, die sich beruflich orientieren möchten, können sich jederzeit bei der Berufsberatung kostenfrei melden unter: 0800 / 4 5555 00, Arbeitgeber können jederzeit freie Arbeits- und Ausbildungsplätze kostenfrei melden unter: 0800 / 4 5555 20.
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