Der Arbeitsmarkt in Hamm und im Kreis Unna: Deutliche regionale Unterschiede Weniger Arbeitslose in Hamm, aber mehr im Kreis

30.06.2026 | Presseinfo Nr. 84

Stadt Hamm

Der Arbeitsmarkt in der Stadt Hamm hat sich im Juni weiterhin günstig entwickelt. Die Zahl der Arbeitslosen sank um 118 oder 1,4 Prozent auf 8.501. Der Rückgang betraf auch diesmal beide Rechtskreise. Die Arbeitslosenquote verringerte sich nochmals um 0,1 Punkte auf 8,7 Prozent.  Vor genau einem Jahr waren es 8,6 Prozent. 


„Die saisonale Belebung am heimischen Arbeitsmarkt hält weiter an. Im Agenturbezirk ist die aktuelle Entwicklung der Arbeitslosenzahlen in Hamm recht günstig, deutlich besser als im Kreis Unna, und sie ist nach wie vor besser als im Landesdurchschnitt. Auch profitieren wieder alle Personengruppen“, so Agenturchefin Sandra Pawlas. „Eine positive Nachricht gibt es zudem von der Beschäftigtenseite des Arbeitsmarktes. Nach den neuesten Daten haben wir in Hamm mit gut 64.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten genau 717 mehr als vor einem Jahr“.  


Für Juli rechnet die Arbeitsmarktexpertin mit einer Fortsetzung der saisonalen Gesamtbelebung, aber auch mit der dämpfenden Wirkung der bevorstehenden Sommerferien. Und zu den generellen Aussichten: „Sollten internationale Krisenherde befriedet werden und auch die bundespolitischen Reformankündigungen Gestalt annehmen, könnte sich auch endlich das konjunkturelle Rahmenklima verbessern.“  

Sandra Pawlas hat noch ein besonderes Anliegen: „Der Ausbildungsmarkt ist bereits auf der Zielgeraden. In einem Monat beginnt ein Großteil der diesjährigen Ausbildungen, und trotzdem sind noch 382 junge Menschen in Hamm auf der Suche, während 384 Ausbildungsstellen unbesetzt sind. Dies ist allerdings nur mathematisch ausgeglichen, denn leider passen hier Angebot und Nachfrage strukturell allzu häufig nicht zusammen. Ich richte daher folgenden Appell an die Unternehmen in Hamm, die ausbilden könnten, aber aktuell keine Ausbildungsplätze gemeldet haben: „Jeder und jede jetzt nicht ausgebildete Jugendliche wird in wenigen Jahren eine weitere fehlende Fachkraft sein. Hinzu kommt, dass in diesem Jahr ein ganzer gymnasialer Abiturjahrgang ausfällt. Unternehmen, die jetzt die Möglichkeit zur Ausbildung nicht wahrnehmen, gehen ein hohes Risiko für ihre Zukunft ein. Nutzen Sie die aktuellen Chancen und Potentiale – jeder junge Mensch ist eine Chance!“

Kreis Unna

Im Kreis Unna gab es im Juni 16.560 arbeitslose Menschen und damit 145 mehr als im Vormonat. Im Vergleich zu Juni 2025 stieg die Arbeitslosigkeit um 205 Personen (+1,3 Prozent). Die Arbeitslosenquote verblieb bei 7,6 Prozent und lag damit auf Vormonatsniveau. Im Juni 2025 betrug sie 7,5 Prozent. „Der Juni hat einen ersten Vorgeschmack auf das jährlich einsetzende Sommertief geliefert“, bilanziert Agenturchefin Sandra Pawlas und erklärt: „Eine deutlich gestiegene Arbeitslosigkeit, insbesondere bei langzeitarbeitslosen Menschen, gepaart mit nachlassender Dynamik bei neu gemeldeten Stellen sind normalerweise typische Entwicklungen während der Sommerferien. Da die konjunkturellen sowie politischen Rahmenbedingungen es den Unternehmen gerade jedoch erschweren, optimistisch nach vorne zu blicken, ist bereits jetzt ein vorsichtigeres Einstellungsverhalten zu erkennen. Und wo Stellen knapper werden, setzen Unternehmen auf Bewerber, die sich durch ein breit aufgestelltes Leistungsportfolio hervortun können: Qualifikation,  
Berufserfahrung, Lernbereitschaft, Mobilität - jeder Aspekt zählt. Langzeitarbeitslose bringen jedoch in der Regel Einschränkungen mit, die ihre Chancen auf eine Einstellung deutlich minimieren.“  


Insgesamt fielen die Tendenzen in überschaubarem Maße aus und seien keine Anzeichen für eine deutliche Verschlechterung der allgemeinen Arbeitsmarktlage im Kreis Unna. Entsprechend rechnet die Arbeitsmarktexpertin mit einer Fortschreibung im Verlauf der nächsten Monate. 

Arbeitsmarktreports