Arbeitslosigkeit steigt im Juli aufgrund der Ferien- und Urlaubszeit an

Die Arbeitslosigkeit ist im Bezirk der Agentur für Arbeit Helmstedt (Stadt Wolfsburg, Landkreis Gifhorn, Landkreis Helmstedt) im Juli 2026 gestiegen. 13.977 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 349 Personen mehr (2,6 Prozent) als im Juni und 1.080 Personen bzw. 8,4 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 6,5 Prozent und lag damit 0,1 Prozentpunkte über dem Vormonat. Vor einem Jahr lag sie bei 6,0 Prozent.

31.07.2026 | Presseinfo Nr. 53

Die Unterbeschäftigung lag nach vorläufigen Angaben im Juli bei 16.555 Personen. Sie erhöhte sich gegenüber dem Vormonat Juni (200 Personen bzw. 1,2 Prozent) und er-höhte sich verglichen mit Juli 2025 (1.183 Personen bzw. 7,7 Prozent). Zur Unterbeschäftigung zählen neben den Arbeitslosen solche Personen, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie beispielsweise im Rahmen von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen gefördert werden.

„Die steigenden Arbeitslosenzahlen im Juli haben verschiedene Ursachen. Zum einen meldeten sich junge Menschen nach dem Ende der Schulzeit zur Überbrückung oder nach dem Ende ihrer betrieblichen oder schulischen Ausbildung arbeitslos. Wir gehen aber davon aus, dass die jungen Menschen in den nächsten Monaten gute Chancen haben, einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz zu finden. Ein weiterer Grund für steigende Arbeitslosenzahlen im Juli ist die Urlaubs- und Ferienzeit und die damit saisonal bedingte abnehmende Dynamik des, ohnehin nach wie vor konjunkturell schwachen, Arbeits-markts“, erklärt Ulf Steinmann, Leiter der Agentur für Arbeit Helmstedt, die Entwicklung im Juli.

Die Agentur für Arbeit Helmstedt unterstützt Menschen und Unternehmen auf ganz unterschiedliche Weise. Dazu erläutert Ulf Steinmann: „Die Transformation des Arbeits-marktes in Richtung Digitalisierung, Automatisierung und E-Mobilität in unserer Region ist spürbarer denn je. Der Bedarf an Personal in einigen Branchen sinkt stark, andere Unternehmen hingegen suchen weiterhin Fach- und Arbeitskräfte. Wir, als Agentur für Arbeit, unterstützen diesen Veränderungsprozess unter anderem mit den sogenannten Arbeitsmarktdrehscheiben. Gemeinsam mit unseren regionalen Partnern schaffen wir

Plattformen, um Beschäftigte aus abgebenden Betrieben mit aufnehmenden Unternehmen zusammenzubringen, bevor Arbeitslosigkeit eintritt oder Menschen unserer Region als Arbeitskraft verlorengehen. Dabei unterstützt die Agentur für Arbeit Beschäftigte in Betrieben auf Wunsch auch dabei, neue berufliche Perspektiven zu erarbeiten. Im Idealfall gelingt der Wechsel direkt in eine neue Beschäftigung, ohne Umwege über die Arbeitslosigkeit. Die Transformation bringt viele neue Herausforderungen und Aufgaben-bereiche in nahezu allen Branchen mit sich. Daher unterstützen wir die Unternehmen auch bei der Weiterbildung ihrer Beschäftigten. Wir sind Partner an der Seite vieler regionaler Betriebe und beraten zu Weiterbildungen und Qualifizierungen. Bei Vorliegen der Voraussetzungen können wir mit finanzieller Förderung unterstützen. Betriebe, die Interesse haben an einer Arbeitsmarktdrehscheibe teilzunehmen oder Qualifizierungsbedarfe für ihre Beschäftigten sehen, nehmen gern Kontakt zu unserem Arbeitgeber-Service auf. Die Kolleginnen und Kollegen beraten gern zu diesen Themen.“

Den gemeinsamen Arbeitgeber-Service von Agentur für Arbeit und Jobcenter erreicht man telefonisch unter 0800 4 5555 20.

Die Entwicklung der Arbeitsstellensituation

Die Unternehmen suchen weiterhin Mitarbeitende: 604 Stellen wurden im Juli neu gemeldet (141 mehr als im Vormonat, aber 106 weniger als vor einem Jahr). Derzeit sind insgesamt 2.630 vakante Arbeitsstellen zur Besetzung bei der Arbeitsagentur und den Jobcentern gemeldet, das sind 781 (22,9 %) weniger als vor einem Jahr.

Die meisten Jobangebote gibt es derzeit als Hilfskraft für Kranführung/ Bediener Hebeeinrichtungen (190), Fachkraft im Verkauf (126), Hilfskräften in der Lagerwirtschaft (124), gefolgt von Berufskraftfahrerinnen und - kraftfahrern (76) und Fachkräften Kin-derbetreuung- erziehung (68).

Blick auf den Ausbildungsmarkt

Am 1. August starten die ersten Azubis des Jahrgangs 2026 in ihre Ausbildung, den-noch gibt es auch jetzt noch zahlreiche offene Ausbildungsplätze. Auch wenn für die ein oder andere Ausbildung die Auswahlprozesse schon fortgeschritten oder teil-weise auch beendet sind, galten mit dem Stichtag im Juli noch 573 Ausbildungsstellen im Agenturbezirk Helmstedt als unbesetzt.

Seit Oktober des letzten Jahres wurden der Agentur für Arbeit insgesamt 1.763 Aus-bildungsplätze gemeldet. Das sind 272 weniger als im Vorjahr.

Auf der anderen Seite stehen noch 605 Jugendliche, die mit dem Stand Juli noch als unversorgt gelten. Insgesamt meldeten sich seit Oktober 1.729 Ausbildungsplatzsuchende bei der Agentur für Arbeit. Das sind 83 weniger als im Vorjahr.

In diesen Berufen gibt es derzeit noch die meisten vakanten Ausbildungsplätze:

Ulf Steinmann rät: „Für diejenigen, die jetzt noch nicht versorgt sind, heißt es: Nicht den Kopf hängen lassen. Auch über den September hinaus sind, mit Zustimmung der jeweiligen Kammer, noch Ausbildungseinstiege möglich.“

Wer noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz ist, vereinbart unter 0800 4 5555 00 einen Beratungstermin. Gemeinsam werden dort auch Alternativen gefunden, wenn es mit dem Ausbildungsplatz doch noch nicht klappt.

Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit in den Landkreisen Gifhorn und Helmstedt sowie der kreisfreien Stadt Wolfsburg

In den Landkreisen Helmstedt und Gifhorn sowie der Stadt Wolfsburg stieg die Zahl der Arbeitslosen im Juli.

Im Landkreis Helmstedt waren im Juli 3.754 Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren 49 oder 1,3 % mehr als im Vormonat und 97 bzw. 2,7 % mehr als im Vorjahresmonat. Die Arbeitslosenquote betrug 7,5 % und lag damit 0,2 Prozentpunkte über dem Vorjahresniveau.

Im Landkreis Gifhorn waren im zurückliegenden Monat 5.151 Menschen arbeitslos, 216 bzw. 4,4 % mehr als im Juni und 557 bzw. 12,1 % mehr als im Vorjahresmonat. Die Arbeitslosenquote beträgt 5,3 % und liegt damit 0,6 Prozentpunkte über dem Vorjahresniveau.

In Wolfsburg stieg die Arbeitslosigkeit um 84 Personen bzw. 1,7 % auf 5.072. Das waren 426 oder 9,2 % mehr als im Vorjahresvergleich. Die Arbeitslosenquote liegt bei 7,4 % und damit 0,6 Prozentpunkte über dem Vorjahresniveau.