Kreis Herford - Der Arbeitsmarkt im Januar 2026

Die Entwicklung des Arbeitslosenbestandes im Kreis Herford

30.01.2026 | Presseinfo Nr. 12

„Im Januar ist die Arbeitslosigkeit im Kreis Herford deutlich angestiegen“, stellt Sebastian Placke, operativer Geschäftsführer der Herforder Arbeitsagentur, fest. „Das ist eine saisontypische Entwicklung, die sich aus witterungsbedingten Entlassungen sowie zum Jahresende ausgelaufenen befristeten Arbeitsverträgen ergibt. Insgesamt also eine Entwicklung, die wir erwartet haben“, führt er weiter aus.
Unterstrichen wird diese These durch die im Januar deutlich höheren Zugänge aus Erwerbstätigkeit – 769 Personen meldeten sich im Januar neu arbeitslos, das sind 155 Personen und damit rund 25 Prozent mehr als im Dezember. „Gleichzeitig konnten aber auch 431 Menschen eine neue Beschäftigung aufnehmen. Trotz sinkender Anzahl an offenen Arbeitsstellen und neuen Stellenmeldungen stagniert der Markt also nicht komplett“, so Placke. 
Für den Februar erwartet er – basierend auf den Erfahrungen der vergangenen Jahre – eine Stagnation oder leichte Erholung am Markt: „Einige der Menschen, die sich im Januar bei uns arbeitslos gemeldet haben, werden im Februar gegebenenfalls schon wieder eine neue Tätigkeit aufnehmen können – Neue werden jedoch wieder arbeitslos, und insgesamt kann die Jobsuche dauern. In einigen Branchen finden Einstellungen vor allem im Frühjahr wieder statt.“

Arbeitslosigkeit
Die Zahl der Arbeitslosen im Kreis Herford steigt im Januar 2026. Insgesamt sind 9.254 Personen arbeitslos. Dies sind zum Vormonat 380 Personen mehr (+4,3 Prozent). Im Vergleich zum selben Monat des Vorjahres steigt die Zahl der Arbeitslosen um 241 Personen (+2,7 Prozent). Die Arbeitslosenquote beträgt im Januar 6,6 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 6,4 Prozent (+0,2 Prozentpunkte).

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung (SGB III)
In der Arbeitslosenversicherung sind in diesem Monat 3.714 Personen gemeldet. Dies sind 237 Personen mehr als vor einem Monat (+6,8 Prozent). Zum selben Monat des Vorjahres steigt die Zahl um 195 Personen (+5,5 Prozent).

Entwicklung im Bürgergeld (SGB II)
Bürgergeld erhalten 143 Arbeitslose mehr als im Vormonat (+2,6 Prozent) und 46 mehr als im Vorjahr (+0,8 Prozent). Insgesamt zählen 5.540 Personen und damit 59,9 Prozent aller Arbeitslosen zum Bürgergeld gemäß SGB II.

Jugendarbeitslosigkeit
852 Arbeitslose sind im Januar 2026 im Kreis Herford unter 25 Jahre alt. Dies sind 18 Personen mehr als im Vormonat (+2,2 Prozent). Zum selben Monat des Vorjahres sind 6 junge Menschen weniger arbeitslos (-0,7 Prozent).

Arbeitslose ab 50 Jahre
Die Anzahl arbeitsloser Menschen ab 50 Jahren steigt zum Vormonat um 171 Personen (+5,2 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr sind es 150 Arbeitslose mehr (+4,5 Prozent). Insgesamt sind 3.471 Menschen ab 50 Jahren im Kreis Herford arbeitslos.

Langzeitarbeitslose
Die Zahl der Langzeitarbeitslosen im Kreis Herford steigt um 119 Personen (+3,6 Prozent). 3.394 Personen sind länger als ein Jahr nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt, darunter zählen 85,2 Prozent (2.891 Personen) zum Bürgergeld. Im Vergleich zum Vorjahr steigt die Zahl dieser Arbeitslosen um 243 Personen (+7,7 Prozent).

Unterbeschäftigung
Die Unterbeschäftigung im Kreis Herford steigt im Januar 2026. Insgesamt sind 11.255 Personen ohne Beschäftigung. Dies sind zum Vormonat 271 Personen mehr (+2,5 Prozent). Im Vergleich zum selben Monat des Vorjahres steigt die Unterbeschäftigung um 92 Personen (+0,8 Prozent). Die Unterbeschäftigung setzt sich zusammen aus der Anzahl der Menschen, die arbeitslos gemeldet sind, und denjenigen, die Arbeitslosengeld oder Bürgergeld erhalten, dem Arbeitsmarkt jedoch aktuell nicht zur Verfügung stehen und daher rechtlich nicht als arbeitslos gelten – wenn man zum Beispiel an einer Fördermaßnahme teilnimmt oder in Mutterschutz ist.

Stellenangebot
Die Arbeitgeber aus dem Kreis Herford haben in diesem Monat 361 Stellen gemeldet und damit 27 weniger als im Vormonat (-7,0 Prozent). Im Vergleich zum selben Monat des Vorjahres sinkt die Anzahl der neuen Stellenmeldungen um 148 Stellen (-29,1 Prozent). Im Bestand befinden sich insgesamt 1.838 offene Stellen, 159 weniger als vor einem Monat (-8,0 Prozent) und 260 weniger als vor einem Jahr (-12,4 Prozent).