Kreis Minden-Lübbecke - Der Arbeitsmarkt und Ausbildungsmarkt im April 2026

Die Entwicklung des Arbeitsmarktes im Kreis Minden-Lübbecke im April 2026

30.04.2026 | Presseinfo Nr. 48

„Die Frühjahrsbelebung im Kreis Minden-Lübbecke setzt sich im April nicht fort, der sehr leichte Rückgang der Arbeitslosigkeit kommt vielmehr einer Stagnation gleich“, so Frauke Schwietert, Leiterin der Herforder Arbeitsagentur. „Gerade bei den älteren Arbeitnehmern und den Langzeitarbeitslosen verzeichnen wir einen Anstieg der Arbeitslosenzahlen. Gleichzeitig gehen die neuen Stellenmeldungen stark zurück – sowohl im Vormonats-, als auch im Vorjahresvergleich. Auch der Stellenbestand schrumpft im Vergleich zu 2025. All dies sind die Auswirkungen einer anhaltend schwierigen konjunkturellen Lage“, analysiert die Expertin. „Aktuell gibt es noch Jobchancen – im April konnten 662 Personen eine neue Erwerbstätigkeit aufnehmen – aber die Bedingungen am Markt bleiben herausfordernd“, so die Agenturleiterin.

Mit Blick auf den Ausbildungsmarkt sieht die Expertin auf Angebotsseite ein ähnliches Bild: „Die Anzahl der gemeldeten Ausbildungsstellen im Kreis ist stark rückläufig. Zwar ist mit einer leichten Untererfassung der Daten zu rechnen, es ist aber unwahrscheinlich, dass diese statistische Ungenauigkeit der alleinige Grund für den Rückgang ist. Vielmehr ist der Rückgang wohl in großen Teilen auf den starken wirtschaftlichen Druck zurückzuführen, dem sich Unternehmen aktuell ausgesetzt sehen. Dass das Thema Ausbildung in konjunkturell schwierigen Lagen nicht an erster Stelle steht, ist zwar nachvollziehbar, auf lange Sicht könnte die Lücke an Nachwuchskräften, die dadurch entsteht, diesen Betrieben nach der Krise jedoch Schwierigkeiten bereiten.“ Insbesondere aufgrund der demografischen Entwicklung sei die Fachkräftegewinnung auch in unsicheren Zeiten wichtig, denn: „In den nächsten Jahren erreichen viele Fachkräfte das Renteneintrittsalter. Wenn dann keine neuen Nachwuchskräfte vorhanden sind, wird sich das bemerkbar machen.“

Arbeitslosigkeit
Die Zahl der Arbeitslosen im Kreis Minden-Lübbecke sinkt im April 2026. Insgesamt sind 11.109 Personen arbeitslos. Dies sind zum Vormonat 10 Personen weniger (-0,1 Prozent). Im Vergleich zum selben Monat des Vorjahres steigt die Zahl der Arbeitslosen um 90 Personen (+0,8 Prozent). Die Arbeitslosenquote beträgt im April 6,4 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich ebenfalls auf 6,4 Prozent.

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung (SGB III)
In der Arbeitslosenversicherung sind in diesem Monat 4.593 Personen gemeldet. Dies sind 6 Personen mehr als vor einem Monat (+0,1 Prozent). Zum selben Monat des Vorjahres steigt die Zahl um 559 Personen (+13,9 Prozent).

Entwicklung im Bürgergeld (SGB II)
Bürgergeld erhalten 16 Arbeitslose weniger als im Vormonat (-0,2 Prozent) und 469 weniger als im Vorjahr (-6,7 Prozent). Insgesamt zählen 6.516 Personen und damit 58,7 Prozent aller Arbeitslosen zum Bürgergeld gemäß SGB II.

Jugendarbeitslosigkeit
1.307 Arbeitslose sind im April 2026 im Kreis Minden-Lübbecke unter 25 Jahre alt. Dies sind 56 Personen weniger als im Vormonat (-4,1 Prozent). Zum selben Monat des Vorjahres sind 128 junge Menschen mehr arbeitslos (+10,9 Prozent).

Arbeitslose ab 50 Jahre
Die Anzahl arbeitsloser Menschen ab 50 Jahren steigt zum Vormonat um 23 Personen (+0,6 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr sind es 157 Arbeitslose mehr (+4,5 Prozent). Insgesamt sind 3.652 Menschen ab 50 Jahren im Kreis Minden-Lübbecke arbeitslos.

Langzeitarbeitslose
Die Zahl der Langzeitarbeitslosen im Kreis Minden-Lübbecke steigt um 29 Personen (+0,6 Prozent). 4.660 Personen sind länger als ein Jahr nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt, darunter zählen 86,0 Prozent (4.008 Personen) zum Bürgergeld. Im Vergleich zum Vorjahr steigt die Zahl dieser Arbeitslosen um 160 Personen (+3,6 Prozent).

Unterbeschäftigung
Die Unterbeschäftigung im Kreis Minden-Lübbecke sinkt im April 2026. Insgesamt sind 13.741 Personen ohne Beschäftigung. Dies sind zum Vormonat 28 Personen weniger (-0,2 Prozent). Im Vergleich zum selben Monat des Vorjahres sinkt die Unterbeschäftigung um 344 Personen (-2,4 Prozent). Die Unterbeschäftigung setzt sich zusammen aus der Anzahl der Menschen, die arbeitslos gemeldet sind, und denjenigen, die Arbeitslosengeld oder Bürgergeld erhalten, dem Arbeitsmarkt jedoch aktuell nicht zur Verfügung stehen und daher rechtlich nicht als arbeitslos gelten – wenn man zum Beispiel an einer Fördermaßnahme teilnimmt oder in Mutterschutz ist.

Stellenangebot
Die Arbeitgeber aus dem Kreis Minden-Lübbecke haben in diesem Monat 429 Stellen gemeldet und damit 37 weniger als im Vormonat (-7,9 Prozent). Im Vergleich zum selben Monat des Vorjahres sinkt die Anzahl der neuen Stellenmeldungen um 463 Stellen (-51,9 Prozent). Im Bestand befinden sich insgesamt 2.181 offene Stellen, 36 mehr als vor einem Monat (+1,7 Prozent) und 614 weniger als vor einem Jahr (-22,0 Prozent).

Ausbildungsmarkt
Seit Oktober 2025 haben sich im Kreis Minden-Lübbecke 1.590 Jugendliche und junge Erwachsene auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle bei der Berufsberatung der Arbeitsagentur gemeldet. Das sind 9 junge Menschen weniger als im Vorjahreszeitraum (- 0,6 Prozent). Von den 1.590 Jugendlichen sind momentan 902 Ausbildungsinteressierte für das aktuelle Jahr noch unversorgt.
Seit Oktober 2025 meldeten Unternehmen und Verwaltungen aus dem Kreis Minden-Lübbecke der Arbeitsagentur zudem insgesamt 1.286 Ausbildungsstellen. Dies sind 164 weniger als vor einem Jahr (-11,3 Prozent). Von den gemeldeten Ausbildungsplätzen sind 912 derzeit noch unbesetzt. Somit kommen derzeit rechnerisch auf 100 gemeldete Ausbildungsstellen 125 junge Menschen.
Hinweis: Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen ist aktuell unterzeichnet, es werden auf Bundesebene schätzungsweise rund sechs Prozent (Stand März) Ausbildungsstellen zu wenig ausgewiesen. Hintergrund sind veränderte Prozesse in Fachverfahren der BA. Diese müssen noch in die statistische Erhebung integriert werden. Die BA überprüft und vereinfacht derzeit Prozesse, um Angebote für Arbeitgebende und Unternehmen zu verbessern und bürokratischen Aufwand zu reduzieren. Diese Verfahrensänderung muss noch in die statistische Erhebung integriert werden, das wird im Sommer abgeschlossen.