„Im Juni sinkt die Arbeitslosigkeit weiter – eine Entwicklung, die für diese Jahreszeit in den letzten Jahren eher untypisch geworden ist. Tatsächlich war ein Rückgang der Arbeitslosigkeit im Kreis Herford im Juni das letzte Mal im Jahr 2021 zu verzeichnen. Dass wir gerade jetzt – mitten in einer schweren wirtschaftlichen Lage – positive Signale am Arbeitsmarkt verzeichnen, ist erfreulich“, so Frauke Schwietert, Leiterin der Herforder Arbeitsagentur. Sie fügt jedoch hinzu: „Zur Wahrheit gehört aber auch: Die Arbeitslosigkeit mag im Juni gesunken sein, ist aber trotzdem weiterhin höher als im Vorjahr. Im Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGBIII) ist im Vorjahresvergleich ein Anstieg zu verzeichnen, der Rückgang ist somit hauptsächlich auf das Bürgergeld (SGBII) zurückzuführen“, analysiert sie und fügt hinzu: „Außerdem sind uns seit Jahresbeginn zu diesem Zeitpunkt in Summe circa 12 Prozent weniger Stellen gemeldet worden als 2025. Die Erholung am Arbeitsmarkt ist also nicht vollumfänglich, und die weitere Entwicklung muss – wie zumeist in den vergangenen Jahren – abgewartet werden.“
Mit Blick auf den Ausbildungsmarkt analysiert die Expertin: „Obwohl in diesem Jahr aufgrund des Wechsels von G8 auf G9 an den meisten Schulen der Abiturjahrgang wegfällt, steigt die Zahl der gemeldeten Bewerberinnen und Bewerber bei der Berufsberatung. Das zeugt von einem steigenden Interesse der Jugendlichen für die duale Ausbildung. Eine Chance, die die Unternehmen jetzt nutzen sollten, um potentielle Nachwuchskräfte für sich zu gewinnen.“ Die Agenturchefin fügt hinzu: „Dass wir im Kreis Herford trotz der schwierigen Lage – und trotz statistischer Untererfassung – keinen Rückgang bei den gemeldeten Ausbildungsstellen verzeichnen, ist ebenfalls ein gutes Zeichen. 476 Stellen sind zudem noch unbesetzt, und damit gibt es rein rechnerisch eine Ausbildungsstelle für mehr als die Hälfte der noch suchenden Jugendlichen. Wichtig ist es jetzt, dass Betriebe und junge Menschen zusammenfinden und Passungsprobleme überwunden werden – unsere Berufsberatung und unser Arbeitgeber-Service können dabei helfend zur Seite stehen.“
Arbeitslosigkeit
Die Zahl der Arbeitslosen im Kreis Herford sinkt im Juni 2026. Insgesamt sind 9.030 Personen arbeitslos. Dies sind zum Vormonat 116 Personen weniger (-1,3 Prozent). Im Vergleich zum selben Monat des Vorjahres steigt die Zahl der Arbeitslosen um 29 Personen (+0,3 Prozent). Die Arbeitslosenquote beträgt im Juni 6,4 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich ebenfalls auf 6,4 Prozent.
Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung (SGB III)
In der Arbeitslosenversicherung sind in diesem Monat 3.509 Personen gemeldet. Dies sind 47 Personen weniger als vor einem Monat (-1,3 Prozent). Zum selben Monat des Vorjahres steigt die Zahl um 61 Personen (+1,8 Prozent).
Entwicklung im Bürgergeld (SGB II)
Bürgergeld erhalten 69 Arbeitslose weniger als im Vormonat (-1,2 Prozent) und 32 weniger als im Vorjahr (-0,6 Prozent). Insgesamt zählen 5.521 Personen und damit 61,1 Prozent aller Arbeitslosen zum Bürgergeld gemäß SGB II.
Jugendarbeitslosigkeit
808 Arbeitslose sind im Juni 2026 im Kreis Herford unter 25 Jahre alt. Dies sind 5 Personen weniger als im Vormonat (-0,6 Prozent). Zum selben Monat des Vorjahres sind 39 junge Menschen weniger arbeitslos (-4,6 Prozent).
Arbeitslose ab 50 Jahre
Die Anzahl arbeitsloser Menschen ab 50 Jahren sinkt zum Vormonat um 32 Personen (-0,9 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr sind es 57 Arbeitslose mehr (+1,7 Prozent). Insgesamt sind 3.434 Menschen ab 50 Jahren im Kreis Herford arbeitslos.
Langzeitarbeitslose
Die Zahl der Langzeitarbeitslosen im Kreis Herford steigt um 33 Personen (+0,9 Prozent). 3.532 Personen sind länger als ein Jahr nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt, darunter zählen 87,2 Prozent (3.080 Personen) zum Bürgergeld. Im Vergleich zum Vorjahr steigt die Zahl dieser Arbeitslosen um 331 Personen (+10,3 Prozent).
Unterbeschäftigung
Die Unterbeschäftigung im Kreis Herford sinkt im Juni 2026. Insgesamt sind 11.012 Personen ohne Beschäftigung. Dies sind zum Vormonat 93 Personen weniger (-0,8 Prozent). Im Vergleich zum selben Monat des Vorjahres sinkt die Unterbeschäftigung um 10 Personen (-0,1 Prozent). Die Unterbeschäftigung setzt sich zusammen aus der Anzahl der Menschen, die arbeitslos gemeldet sind, und denjenigen, die Arbeitslosengeld oder Bürgergeld erhalten, dem Arbeitsmarkt jedoch aktuell nicht zur Verfügung stehen und daher rechtlich nicht als arbeitslos gelten – wenn man zum Beispiel an einer Fördermaßnahme teilnimmt oder in Mutterschutz ist.
Stellenangebot
Die Arbeitgeber aus dem Kreis Herford haben in diesem Monat 638 Stellen gemeldet und damit 207 mehr als im Vormonat (+48,0 Prozent). Im Vergleich zum selben Monat des Vorjahres sinkt die Anzahl der neuen Stellenmeldungen um 26 Stellen (-3,9 Prozent). Im Bestand befinden sich insgesamt 1.822 offene Stellen, 2 mehr als vor einem Monat (+0,1 Prozent) und 97 weniger als vor einem Jahr (-5,1 Prozent).
Ausbildungsmarkt
Seit Oktober 2025 haben sich im Kreis Herford 1.867 Jugendliche und junge Erwachsene auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle bei der Berufsberatung der Arbeitsagentur gemeldet. Das sind 131 junge Menschen mehr als im Vorjahreszeitraum (+ 7,5 Prozent). Von den 1.867 Jugendlichen sind momentan 763 Ausbildungsinteressierte für das aktuelle Jahr noch unversorgt.
Seit Oktober 2025 meldeten Unternehmen und Verwaltungen aus dem Kreis Herford der Arbeitsagentur zudem insgesamt 1.361 Ausbildungsstellen. Dies sind 4 mehr als vor einem Jahr (+ 0,3 Prozent). Von den gemeldeten Ausbildungsplätzen sind 476 derzeit noch unbesetzt. Somit kommen derzeit rechnerisch auf 100 gemeldete Ausbildungsstellen 139 junge Menschen.
Hinweis: Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen ist aktuell unterzeichnet, es werden auf Bundesebene schätzungsweise rund fünf Prozent (Stand Mai) Ausbildungsstellen zu wenig ausgewiesen. Hintergrund sind veränderte Prozesse in Fachverfahren der BA. Diese müssen noch in die statistische Erhebung integriert werden. Die BA überprüft und vereinfacht derzeit Prozesse, um Angebote für Arbeitgebende und Unternehmen zu verbessern und bürokratischen Aufwand zu reduzieren. Diese Verfahrensänderung muss noch in die statistische Erhebung integriert werden, das wird im Sommer abgeschlossen.