Arbeitsmarktbericht für den Monat Juli 2026

Saisonaler Anstieg der Arbeitslosigkeit im Juli im Bezirk der Agentur für Arbeit Hildesheim – Chance für Unternehmen bei der Fachkräftegewinnung
 

31.07.2026 | Presseinfo Nr. 19

Agentur für Arbeit Hildesheim

Der regionale Arbeitsmarkt zeigt sich im Juli von seiner saisonal typischen Seite: Mit dem Beginn der Sommerferien und dem Ende vieler Ausbildungen ist die Zahl der arbeitslosen Menschen im Bezirk der Agentur für Arbeit Hildesheim (Landkreis Peine, Landkreis Hildesheim) im Juli 2026 gestiegen. 16.427 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 685 Personen mehr (4 Prozent) als im Juni und 53 Personen bzw. 0,3 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 7,3 Prozent und lag mit 0,3 Prozentpunkten über dem Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie bei 7,2 Prozent.
Insgesamt bleibt die wirtschaftliche Entwicklung eine enorme Herausforderung, sodass das Niveau der Arbeitslosigkeit weiterhin auch über dem des Vorjahres liegt.

Zitat:

„Der Anstieg im Juli ist nicht ungewöhnlich und lässt sich vor allem durch saisonale Effekte erklären. Gleichzeitig spüren wir aber weiterhin die Folgen der angespannten wirtschaftlichen Lage“, erläutert Daniel Raabe, Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit Hildesheim. „Unternehmen agieren bei Neueinstellungen derzeit zurückhaltender. Gleichzeitig nehmen Kurzarbeit und Unternehmensinsolvenzen leicht zu. Das erschwert vielen Menschen den Weg in eine neue Beschäftigung.“

Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung bei jungen Erwachsenen. Nach dem Ende ihrer schulischen oder betrieblichen Ausbildung melden sich viele zunächst arbeitslos, weil der direkte Übergang in ein Beschäftigungsverhältnis nicht immer gelingt.

Zitat:

„Diese Phase ist in den Sommermonaten regelmäßig zu beobachten und in vielen Fällen nur von kurzer Dauer“, erklärt Raabe.

Im Juli waren 1.723 Jugendliche unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet – das sind 214 mehr als im Vormonat (+14,2 %).
Der Geschäftsführer sieht darin zugleich Potenzial für die Unternehmen der Region:

Zitat:

„Gerade jetzt haben Betriebe die Möglichkeit, gut qualifizierte Nachwuchskräfte für sich zu gewinnen. Wer jungen Menschen den Berufseinstieg ermöglicht, investiert gleichzeitig in die Fachkräftesicherung des eigenen Unternehmens. Deshalb lohnt es sich, freie Stellen auch in wirtschaftlich anspruchsvollen Zeiten zu besetzen.“

Die Unterbeschäftigung lag nach vorläufigen Angaben im Juli bei 19.312 Personen. Sie erhöhte sich gegenüber dem Vormonat Juni (413 Personen bzw. 2,2 Prozent) und erhöhte sich verglichen mit Juli 2025 (325 Personen bzw. 1,7 Prozent). Zur Unterbeschäftigung zählen neben den Arbeitslosen solche Personen, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie beispielsweise im Rahmen von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen gefördert werden.

Im Rechtskreis SGB III (Agentur für Arbeit) lag die Arbeitslosigkeit bei 5.637 Personen (433 Personen mehr als im Vormonat, aber 10 Personen weniger als vor einem Jahr). Im Rechtskreis SGB II (Jobcenter) waren 10.790 Arbeitslose registriert (252 Personen mehr als im Vormonat und 63 Personen mehr als im Vorjahr). Durch die Träger der Grundsicherung (Jobcenter) wurden 66 Prozent aller Arbeitslosen betreut.

Im vergangenen Monat meldeten sich insgesamt 3.124 Personen arbeitslos. Davon kamen 1.098 Personen direkt aus Erwerbstätigkeit. 2.445 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit, davon nahmen 776 eine Erwerbstätigkeit auf.

Die Unternehmen suchen weiterhin Mitarbeitende: 510 Stellen wurden im Juli neu gemeldet (40 mehr als im Vormonat, aber 50 weniger als vor einem Jahr). Die meisten freien Stellen gibt es aktuell in den Branchen sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen, Gesundheits- und Sozialwesen, Handel Instandhaltung und Reparatur von Kfz, Verarbeitendes Gewerbe, freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen, Baugewerbe. Aktuell befanden sich damit 2.279 freie Stellen im Bestand der Arbeitsagentur.

*********************************************************************************************************

Die Regionen im Überblick

Landkreis Peine

Die Arbeitslosigkeit ist im Landkreis Peine im Juli 2026 gestiegen. 4.842 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 162 Personen mehr (4 Prozent) als im Juni und 178 Personen bzw. 4 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 6,4 Prozent und lag mit 0,2 Prozentpunkten über dem Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie bei 6,1 Prozent.

Im Rechtskreis SGB III (Agentur für Arbeit) lag die Arbeitslosigkeit bei 1.722 Personen (115 Personen mehr als im Vormonat und 89 Personen mehr als vor einem Jahr). Im Rechtskreis SGB II (Jobcenter) waren 3.120 Arbeitslose registriert (47 Personen mehr als im Vormonat und 89 Personen mehr als im Vorjahr). Durch die Träger der Grundsicherung (Jobcenter) wurden 64 Prozent aller Arbeitslosen betreut.

Im vergangenen Monat meldeten sich insgesamt 972 Personen arbeitslos. Davon kamen 325 Personen direkt aus Erwerbstätigkeit. 816 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit, davon nahmen 259 eine Erwerbstätigkeit auf.

*********************************************************************************************************

Landkreis Hildesheim

Die Arbeitslosigkeit ist im Landkreis Hildesheim im Juli 2026 gestiegen. 11.585 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 523 Personen mehr (5 Prozent) als im Juni, aber 125 Personen bzw. 1 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 7,7 Prozent und lag mit 0,3 Prozentpunkten über dem Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie bei 7,8 Prozent.

Im Rechtskreis SGB III (Agentur für Arbeit) lag die Arbeitslosigkeit bei 3.915 Personen (318 Personen mehr als im Vormonat, aber 99 Personen weniger als vor einem Jahr). Im Rechtskreis SGB II (Jobcenter) waren 7.670 Arbeitslose registriert (205 Personen mehr als im Vormonat, aber 26 Personen weniger als im Vorjahr). Durch die Träger der Grundsicherung (Jobcenter) wurden 66 Prozent aller Arbeitslosen betreut.

Im vergangenen Monat meldeten sich insgesamt 2.152 Personen arbeitslos. Davon kamen 773 Personen direkt aus Erwerbstätigkeit. 1.629 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit, davon nahmen 517 eine Erwerbstätigkeit auf.