Pendler in der Region - ein Kommen und Gehen

Rund 60 Prozent der Arbeitnehmenden in Deutschland pendeln. Dies gilt auch für die Region 10 mit den Landkreisen Eichstätt, Neuburg-Schrobenhausen, Pfaffenhofen und dem Stadtgebiet Ingolstadt. Trotz Homeoffice gehört das Pendeln zwischen Arbeits- und Wohnort nach wie vor zum Arbeitsalltag. „Die Mobilität von Arbeitnehmenden erfüllt eine wichtige Funktion beim räumlichen Ausgleich von Arbeitsangebot und -nachfrage. Vor allem in konjunkturellen Schwächephasen steigt die Bereitschaft, auch größere Entfernungen in Kauf zu nehmen“, erklärt Peter Kundinger, Pressesprecher der Agentur für Arbeit Ingolstadt

18.02.2026 | Presseinfo Nr. 7

Stadtgebiet Ingolstadt und die Landkreise – große Unterschiede

Nach den Ergebnissen der jüngsten Pendlerstatistik wohnten zum Stichtag 30. Juni 2025 insgesamt 231.627 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in der Region 10, rund 1.400 mehr als ein Jahr davor und rund 10.000 mehr als noch vor zehn Jahren.
„Leicht rückläufig hingegen die Entwicklung bei den sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen. Waren es 2023 noch 226.359, sank die Zahl in den letzten Jahren auf aktuell 225.364. „Der Rückgang betrifft ausschließlich das Stadtgebiet Ingolstadt. Dort gingen zuletzt im Zeitraum Juni 2024 bis Juni 2025 knapp 500 Arbeitsplätze verloren. In den drei Landkreisen Eichstätt, Neuburg-Schrobenhausen und Pfaffenhofen konnten hingegen jeweils leichte Zuwächse verzeichnet werden “, so Kundinger. Im Detail: Eichstätt plus 234, Neuburg-Schrobenhausen plus 133, Pfaffenhofen plus 109.

Innerhalb der Stadtgrenzen Ingolstadts arbeiteten zum Stichtag 102.392 Beschäftigte sozialversicherungspflichtig, ihren Wohnsitz hatten hier aber „nur“ 66.026. Exakt 40.891 Ingolstädterinnen und Ingolstädter haben sowohl ihren Wohn- als auch ihren Arbeitsort im Stadtgebiet. 61.467 kommen von außerhalb zur Arbeit ins Stadtgebiet, 25.132 verlassen es, um an ihren Arbeitsplatz zu gelangen, bevorzugt Richtung Eichstätt (7.606), München (4.580) und Pfaffenhofen (4.259).
Komplett anders stellt sich die Situation im Landkreis Eichstätt dar: Hier wohnen 59.522 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, es arbeiten aber „nur“ 42.860 in der Altmühlregion. Während gut 20.000 „Auswärtige“ zur Arbeit in den Landkreis pendeln, kommen ihnen täglich rund 37.000 entgegen, die als Auspendler unterwegs sind, in erster Linie nach Ingolstadt (24.235), Pfaffenhofen (2.023), München (2.014) und Neuburg-Schrobenhausen (1.338). 22.608 Menschen wohnen und arbeiten im Landkreis Eichstätt.
Ähnlich die Situation im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen. Während dort 44.834 Beschäftigte ihren Wohnsitz haben, sind es auf den Arbeitsort bezogen gut 11.600 Menschen weniger (33.208). Täglich verlassen 23.544 den Landkreis (gegenüber 11.904 Einpendlern), am meisten nach Ingolstadt (8.272), Pfaffenhofen (3.295), München (2.235), Donauwörth (1.824) und Eichstätt (1.739). 21.289 Bürgerinnen und Bürger haben sowohl ihren Wohn- als auch ihren Arbeitsort im Landkreis.
Auf dem Areal des Landkreises Pfaffenhofen hatten am 30.06.2025 insgesamt 46.904 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte ihren Arbeitsort, wohnhaft sind hier allerdings beträchtlich mehr, nämlich 61.245. Knapp 22.200 Menschen passieren täglich die Landkreisgrenze, um in Pfaffenhofen und naher Umgebung zu arbeiten. Dem gegenüber stehen 36.559 Arbeitnehmer, die außerhalb beschäftigt sind und täglich in erster Linie nach München (10.824), Ingolstadt (10.778), Freising (2.475) und Eichstätt (2.192) zur Arbeit fahren. Knapp 24.700 Bürgerinnen und Bürger leben und arbeiten im Landkreis Pfaffenhofen.

Pendlersalden

Zieht man die Auspendler von den Einpendlern ab, ergibt sich für das Stadtgebiet der Schanz ein Einpendlerplus von 36.335 Beschäftigten, für die Landkreise Eichstätt (- 16.681), Neuburg-Schrobenhausen (- 11.640) und Pfaffenhofen (- 14.360) jeweils ein deutliches Minus. „Wohn- und Arbeitsort sind sehr häufig unterschiedlich. In unserer industriegeprägten Region, in der Wohnraum nahe am Arbeitsplatz häufig teuer ist, ziehen viele das Pendeln einem Umzug vor“, erläutert der Pressesprecher.

Viel Frequenz auch in kleinen Kommunen

Auffällig, in vielen - auch kleinen - Kommunen der Region gibt es häufig ähnlich viele Einpendler wie Arbeitsplätze und beinahe so viele Auspendler, wie die Zahl der dort wohnenden Sozialversicherungspflichtigen. Beispiel: In Lenting haben insgesamt 1.284 Personen ihren Arbeitsplatz, von denen 1.128 Beschäftige einpendeln, also von außerhalb kommen. Gleichzeitig wohnen dort 2.282 Beschäftigte, von denen die allermeisten - 2.106 - ihren Arbeitsort außerhalb Lentings haben. Ihren Wohn- und Arbeitsort haben dort nur 156. Ähnlich verhält es sich beispielsweise und stellvertretend für zahlreiche andere auch in Weichering: Auf 343 versicherungspflichtigen Arbeitsplätzen arbeiten 289 Einpendler. Gleichzeitig verlassen von den 1.104 dort wohnenden Beschäftigten 1.050 den Ort, um auswärts ihre Brötchen zu verdienen. Ihren Wohn- und Arbeitsort in Weichering haben 54 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte.