Die Arbeitslosigkeit ist im Bezirk der Agentur für Arbeit Iserlohn im Juni 2026 gestiegen. 18.563 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 4 Personen mehr als im Mai, aber 121 Personen bzw. 1 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 8,3 Prozent und war identisch zum Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie ebenfalls bei 8,3 Prozent.
„Die Entwicklung am Arbeitsmarkt im Märkischen Kreis zeigt sich im Juni insgesamt etwas stabiler. Erfreulich ist, dass die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk gegenüber dem Vorjahr leicht zurückgegangen ist und sich die Lage im Bereich der Arbeitslosenversicherung mit 41 Arbeitslosen weniger als im Vormonat zunächst etwas beruhigt hat. Von einer echten Trendwende können wir aber noch nicht sprechen. In unseren Gesprächen mit Unternehmen, Wirtschaftsverbänden und Gewerkschaften erleben wir weiterhin große Zurückhaltung und erhebliche Unsicherheiten. Gerade unsere industriell geprägte Region mit ihrem hohen Anteil an der Automobilzulieferindustrie spürt die anhaltende Konjunkturschwäche deutlich. Deshalb müssen wir uns darauf einstellen, dass es in den kommenden Monaten auch zu weiteren Personalanpassungen kommen kann. Umso wichtiger bleibt es, die Transformation des Arbeitsmarktes aktiv zu begleiten, Beschäftigte frühzeitig weiterzubilden und Unternehmen bei der Sicherung ihrer Fachkräfte zu unterstützen“ so Agenturchef Sebastian Unkhoff zur aktuellen Lage.
Die Unterbeschäftigung lag nach vorläufigen Angaben im Juni bei 22.561 Personen. Sie sank gegenüber dem Vormonat Mai (-112 Personen bzw. -0,5 Prozent) und sank verglichen mit Juni 2025 (-517 Personen bzw. -2,2 Prozent). Zur Unterbeschäftigung zählen neben den Arbeitslosen solche Personen, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie beispielsweise im Rahmen von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen gefördert werden.
Im Rechtskreis SGB III (Agentur für Arbeit) lag die Arbeitslosigkeit bei 6.036 Personen (41 Personen weniger als im Vormonat, aber 37 Personen mehr als vor einem Jahr). Im Rechtskreis SGB II (Jobcenter) waren 12.527 Arbeitslose registriert (45 Personen mehr als im Vormonat, aber 158 Personen weniger als im Vorjahr). Durch die Träger der Grundsicherung (Jobcenter) wurden 68 Prozent aller Arbeitslosen betreut.
Im vergangenen Monat meldeten sich insgesamt 2.660 Personen arbeitslos. Davon kamen 895 Personen direkt aus Erwerbstätigkeit. 2.648 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit, davon nahmen 810 eine Erwerbstätigkeit auf.
Die Unternehmen suchen weiterhin Mitarbeitende: 664 Stellen wurden im Juni neu gemeldet (8 weniger als im Vormonat und 99 weniger als vor einem Jahr). Die meisten freien Stellen gibt es aktuell in den Branchen sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen, Verarbeitendes Gewerbe, Gesundheits- und Sozialwesen, freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen, Handel Instandhaltung und Reparatur von Kfz, Baugewerbe. Aktuell befanden sich damit 3.364 freie Stellen im Bestand der Arbeitsagentur.
Im Rechtskreis SGB II sind im Juni im Märkischen Kreis 12.527 Arbeitslose registriert. Dies sind 158 Personen weniger als im Juni 2025. Damit werden durch das Jobcenter Märkischer Kreis momentan 67,5 Prozent aller Arbeitslosen im Märkischen Kreis betreut.
Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften fällt im Vorjahresvergleich um 2,1 Prozent auf insgesamt 17.143. 23.367 erwerbsfähige Personen beziehen aktuell Bürgergeld. Das sind 671 Personen bzw. 2,8 Prozent weniger als im Juni 2025 und 46 Personen weniger als im Vormonat. Insgesamt bleiben die Zahlen der Personen, die auf Leistungen des Jobcenters MK angewiesen sind auf Vormonatsniveau. Der im Vergleich zum Vorjahr leichte Rückgang der Menschen, die Grundsicherungsleistungen beziehen, setzt sich fort.
„Die gemeldeten Arbeitsstellen bleiben im aktuellen Monat unter dem Vorjahresniveau und die Anzahl sozialversicherungspflichtiger Beschäftigter im Märkischen Kreis ist gesunken. Viele Betriebe sind auf der Suche nach Fachkräften und es bleibt weiterhin herausfordernd, für die überwiegend ungelernten Menschen, die Grundsicherungsleistungen beziehen, passende Arbeitsstellen zu finden“, erläutert Anna Markmann (Geschäftsführerin Jobcenter Märkischer Kreis). „Unser Fokus liegt auf der Verbesserung des Arbeitsmarktzugangs durch die Förderung beruflicher Weiterbildung, Integration junger Menschen in Ausbildung und der Gewährung von Lohnkostenzuschüssen an Arbeitgebende, die den erhöhten Aufwand der Einarbeitung ausgleichen“ ergänzt sie.
(Grundsicherungsdaten sind vorläufig und hochgerechnet)