Arbeitslosigkeit im Januar erneut gestiegen - Berufliche Qualifikationen lohnen sich!

Märkischer Kreis. Im Januar ist die Arbeitslosigkeit im Märkischen Kreis um rund 424 Personen auf über 19.032 gestiegen. Trotz weiterer Zugänge in Arbeitslosigkeit bleibt die Nachfrage nach Fachkräften bestehen. Berufliche Qualifikationen sind gefragter
denn je.

30.01.2026 | Presseinfo Nr. 6

„Es handelt sich um eine saisontypische Entwicklung für diese Jahreszeit. Im Jahresverlauf gehen wir von eine Frühjahrsbelebung aus, wobei höhere berufliche Qualifikationen die Chancen für die Arbeitsaufnahme verbessern“, so Geschäftsführer operativ der Agentur für Arbeit Stefan Steinkühler.
Der beste Schutz gegen Arbeitslosigkeit ist eine für den Beruf geeignete Qualifikation, wie sie über eine Ausbildung oder eine berufliche Qualifizierung erworben werden kann. Mit Nachdruck verdeutlichen das die qualifikationsspezifischen Arbeitslosenquoten, die jährlich zu Beginn des Jahres (für das Vorjahr) auf regionaler Ebene veröffentlicht werden. Sie zeigen die durchschnittlichen Arbeitslosenquoten gegliedert nach der beruflichen Qualifikation der Arbeitslosen.
Wie aufnahmefähig der heimische Arbeitsmarkt ist, zeigt die Arbeitslosenquote insgesamt und die ist in dem vergangenen Jahr auf einen Jahresendwert von 8,3 Prozent merklich gestiegen. Entscheidend sind aber nach wie vor die beruflichen Qualifikationen. Das belegen eindrucksvoll die qualifikationsspezifischen Arbeitslosenquoten im Märkischen Kreis. Während
die Arbeitslosenquoten (Jahreswerte aus 2025) von Arbeitslosen mit abgeschlossener Berufsausbildung lediglich bei 4,3 Prozent liegen, liegen diese für Arbeitslose ohne abgeschlossene Berufsausbildung bei 23,8 Prozent und damit fast sechs Mal höher. Die Gefahr arbeitslos zu werden ist also bei ungelernten Kräften um ein Vielfaches höher. Um die Bedeutung für die Region einordnen zu können: im vergangenen Jahr hatten durchschnittlich 61,2 Prozent der Arbeitslosen keine abgeschlossene Berufsausbildung, das waren rund 11.500 Personen.
Mehr als drei von vier gemeldeten Arbeitsstellen im Märkischen Kreis setzten 2025 einen Berufsabschluss oder ein Studium voraus. Qualifizierte Arbeitskräfte haben somit deutlich bessere Jobchancen auf dem Arbeitsmarkt. Diese Arbeitsplätze sind zudem stabiler und bieten meist langfristige Perspektiven, d.h. mehr Sicherheit für die Zukunft, auch wenn der Arbeitsmarkt sich verändert.
„Deshalb setzen wir schon auf Qualifizierungsangebote während der Beschäftigung, aber erst recht, wenn Arbeitslosigkeit bei Kundinnen und Kunden eingetreten ist. Unsere VermittlerInnen unterstützen mit guten Beratungsangeboten damit passende Qualifizierungen ermöglicht werden“, so Stefan Steinkühler.

Die Zahlen im Einzelnen im Januar 2026

Die Arbeitslosigkeit ist im Märkischen Kreis im Januar gestiegen. 19.032 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 424 Personen mehr (+2,3 Prozent) als im Dezember und 85 Personen bzw. 0,4 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 8,5 Prozent und lag mit 0,2 Prozent über dem Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie bei 8,4 Prozent.
Im vergangenen Monat meldeten sich insgesamt 2.798 Personen arbeitslos. Davon kamen 1.234 Personen direkt aus Erwerbstätigkeit. 2.364 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit, davon nahmen 697 eine Erwerbstätigkeit auf.
Im Rechtskreis SGB III (Agentur für Arbeit) lag die Arbeitslosigkeit bei 6.278 Personen (283 Personen mehr als im Vormonat und 28 Personen mehr als vor einem Jahr).
Im Rechtskreis SGB II waren im Januar 2026 12.754 Arbeitslose registriert. Dies sind 141 Personen mehr als im Vormonat und 57 Personen mehr als im Vorjahr. Die Anzahl arbeitsloser Menschen im Bürgergeldbezug stagniert nahezu auf dem Niveau des
Vorjahres. „Der im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnende Rückgang der Bedarfsgemeinschaften und erwerbsfähigen Personen in der Grundsicherung ist erfreulich und maßgeblich durch die guten Integrationsraten von geflüchteten Menschen begründet“, so die Geschäftsführerin des Jobcenters Märkischer Kreis, Anna Mark, zu den aktuellen Zahlen.
Im Vergleich zum Vormonat Dezember ist ein leichter Aufwuchs sowohl bei den Bedarfsgemeinschaften als auch bei den erwerbsfähigen Personen zu verzeichnen (jeweils plus 0,5%). Die weitere Entwicklung bleibt abzuwarten, sie ist durch erhöhte Zugänge in den Bürgergeldbezug begründet.
Dazu sagt Markmann: „Wie sich die Bedürftigkeit in der Grundsicherung in den nächsten Monaten entwickelt, bleibt abhängig von der arbeitsmarktlichen Entwicklung - insbesondere in Bezug auf den regionalen Arbeitskräftebedarf auf Helferniveau.“