Christine Groß-Herick, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Karlsruhe-Rastatt sagt: „Der zu Jahresbeginn übliche Anstieg der Arbeitslosigkeit wird aktuell durch die schwierige wirtschaftliche Lage verstärkt. Bereits im abgelaufenen Jahr hat der konjunkturelle Gegenwind den Arbeitsmarkt erheblich unter Druck gesetzt und auch im neuen Jahr sind die Herausforderungen gewaltig. Während der Anstieg der Arbeitslosigkeit die Arbeitslosenversicherung im SGB III betrifft, verzeichnen wir gleichzeitig einen Rückgang in den Jobcentern. Erfreulich ist, dass es zunehmend besser gelingt, auch Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit, vielfach Menschen mit Fluchthintergrund, in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Wir freuen uns, dass die vielfältigen Integrationsbemühungen, wie z.B. Sprachkurse und Qualifizierungsangebote der vier Jobcenter in unserer Region erfolgreich sind. Daher setzen wir auch 2026 auf Qualifizierungsangebote für unsere Kundinnen und Kunden. Ausbildung und Qualifizierung sind immer noch der beste Schutz vor Arbeitslosigkeit. Denn auch in den nächsten Jahren bleibt der Fachkräftebedarf der Unternehmen eine Herausforderung.“
Arbeitslosigkeit
Die Arbeitslosigkeit ist im Bezirk der Agentur für Arbeit Karlsruhe-Rastatt im Januar 2026 wieder gestiegen. 27.822 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 1.743 Personen mehr (6,7 Prozent) als im Dezember und 169 Personen bzw. 0,6 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 4,6 Prozent und lag mit 0,3 Prozentpunkten über dem Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie ebenfalls bei 4,6 Prozent.
Die Arbeitslosigkeit an sich ist keine statische Größe, vielmehr herrscht weiterhin eine hohe Dynamik am Arbeitsmarkt. So meldeten sich im vergangenen Monat insgesamt 7.022 Personen arbeitslos. 5.322 Menschen konnten gleichzeitig ihre Arbeitslosigkeit beenden.
Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung und in der Grundsicherung
Im Rechtskreis SGB III (Agentur für Arbeit) lag die Arbeitslosigkeit bei 13.692 Personen (1.089 Personen mehr als im Vormonat und 1.081 Personen mehr als vor einem Jahr). Im Rechtskreis SGB II (Jobcenter) waren 14.130 Arbeitslose registriert (654 Personen mehr als im Vormonat, aber 912 Personen weniger als im Vorjahr). Durch die Träger der Grundsicherung (Jobcenter) wurden 51 Prozent aller Arbeitslosen betreut.
Arbeitskräftenachfrage
Die Unternehmen suchen trotz der wirtschaftlichen Schwäche weiterhin Mitarbeitende: 1.027 Stellen wurden im Januar neu gemeldet (686 weniger als im Vormonat und 9 weniger als vor einem Jahr). Die meisten freien Stellen gibt es aktuell in den Branchen sonstige wirtschaftliche, freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen, Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kfz, Gesundheits- und Sozialwesen, Verarbeitendes Gewerbe und Baugewerbe. Aktuell befanden sich damit 6.969 freie Stellen im Bestand der Arbeitsagentur.