
Nachdem die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Kassel (Stadt Kassel, Landkreis Kassel, Werra-Meißner-Kreis) zuvor fünf Monate in Folge gesunken war, ist sie im Juli wieder angestiegen. Damit folgt die Entwicklung dem saisonüblichen Verlauf auf dem Arbeitsmarkt. Insgesamt waren 18.808 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 587 Personen oder 3,2 Prozent mehr als im Juni, aber 434 Personen beziehungsweise 2,3 Prozent weniger als vor einem Jahr.
Die Arbeitslosenquote betrug 6,4 Prozent. Gegenüber dem Vormonat stieg sie um 0,2 Prozentpunkte. Im Juli des vergangenen Jahres lag sie bei 6,5 Prozent.
„Der Anstieg der Arbeitslosigkeit in den Sommermonaten ist saisonal bedingt und daher nicht ungewöhnlich“, erklärt Alexandra Fuchs, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Kassel. „Vor allem junge Menschen melden sich nach dem Ende von Schule, Ausbildung oder Studium zunächst arbeitslos, bis sie ihre Ausbildung fortsetzen oder eine Beschäftigung aufnehmen. Diese Phase ist in den meisten Fällen nur von kurzer Dauer.“
Im Juli waren 2.060 junge Menschen zwischen 15 und 25 Jahren arbeitslos gemeldet. Das sind 227 mehr als im Vormonat. Ihr Anteil am gesamten Arbeitslosenbestand beträgt rund 11 Prozent.
Auch das Auslaufen vieler Arbeitsverträge zum Quartals- und Halbjahresende trägt zur saisonalen Entwicklung bei. Gleichzeitig sorgt die anhaltend verhaltene wirtschaftliche Entwicklung weiterhin für Zurückhaltung bei Neueinstellungen.
Im Juli meldeten die Unternehmen insgesamt 1.528 neue Stellen, vor allem in den Verkehrs- und Logistikberufen, in Land-, Forst- und Gartenbauberufen und in den medizinischen und nicht-medizinischen Gesundheitsberufen. Damit befanden sich in Summe 4.711 freie Stellen im Bestand der Arbeitsagentur.
Lage auf dem Ausbildungsmarkt im Juli
Bis Juli meldeten sich im Bezirk der Agentur für Arbeit Kassel insgesamt 2.699 junge Menschen als Bewerberinnen und Bewerber für eine Ausbildungsstelle oder ein duales Studium. Das sind 122 Personen beziehungsweise 4,3 Prozent weniger als im Juli vor einem Jahr. Aktuell suchen noch 900 Jugendliche aktiv nach einem Ausbildungs- oder dualen Studienplatz. Darüber hinaus sind 368 Bewerberinnen und Bewerber weiter auf Ausbildungssuche, haben aber eine Alternative (z.B. Schule/Studium/Praktikum).
748 junge Menschen nehmen nach den Angaben bei der Agentur für Arbeit eine Ausbildung auf. Weitere 254 Jugendliche haben sich in Schule, Studium oder Praktikum abgemeldet und 178 Personen verbleiben in Ausbildung. Die übrigen Jugendlichen nehmen eine Erwerbstätigkeit auf, starten eine berufsvorbereitende Fördermaßnahme oder leisten einen gemeinnützigen beziehungsweise sozialen Dienst.
Die Ausbildungsbetriebe im Agenturbezirk meldeten bislang 2.839 Ausbildungs- und duale Studienplätze – 88 beziehungsweise 3,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Erfreulicherweise konnten bereits 1.427 Ausbildungsstellen besetzt werden. Das sind 262 Stellen mehr als vor einem Jahr. Rechnerisch stehen aktuell 100 Ausbildungsstellen 97 Bewerberinnen und Bewerbern gegenüber.
Wer noch sucht, hat allerdings weiterhin Möglichkeiten: „Auch kurz vor Beginn des Ausbildungsjahres bestehen für Jugendliche noch gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz. Viele Betriebe suchen weiterhin Nachwuchskräfte und stellen noch ein. Die Berufsberatung hilft Jugendlichen, noch kurzfristig eine passende Ausbildung zu finden. Es lohnt sich, eine Beratung in Anspruch zu nehmen“, rät Alexandra Fuchs.
Aktuell zählt die Agentur für Arbeit noch 902 unbesetzte Ausbildungs- und duale Studienplätze. Besonders viele offene Stellen gibt es derzeit in den Berufen Kaufmann/-frau im Einzelhandel, Verkäufer/in, Bankkaufmann/-frau, Elektroniker/in für Betriebstechnik sowie Fachwirt/in im Handel.
Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung
Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag zum Stichtag 31. Dezember 2025 – dem aktuellsten verfügbaren Datenstand – bei 224.089 Beschäftigten. Gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht das einem Rückgang um 1.270 Personen beziehungsweise 0,6 Prozent. Im Vorquartal hatte der Rückgang noch 1.562 Personen beziehungsweise 0,7 Prozent betragen.
Die stärksten Beschäftigungszuwächse verzeichnete der Bereich Erziehung und Unterricht mit einem Plus von 432 Beschäftigten (+3,9 Prozent). Den deutlichsten Rückgang gab es im Verarbeitenden Gewerbe (-1.283 beziehungsweise -2,6 Prozent).
Die Rechtskreise im Vergleich
Im Rechtskreis SGB III (Agentur für Arbeit) lag die Arbeitslosigkeit bei 6.936 Personen (522 Personen mehr als im Vormonat und 620 Personen mehr als vor einem Jahr). Im Rechtskreis SGB II (Jobcenter) waren 11.872 Arbeitslose registriert (65 Personen mehr als im Vormonat, aber 1.054 Personen weniger als im Vorjahr). Durch die Träger der Grundsicherung (Jobcenter) wurden 63,1 Prozent aller Arbeitslosen betreut.
Entwicklung der Arbeitslosigkeit und offenen Stellen in den Regionen
So wie im gesamten Agenturbezirk, ist auch in der documenta-Stadt Kassel die Arbeitslosigkeit im Juli gestiegen. 9.826 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 188 Personen mehr (2 Prozent) als im Juni, aber 398 Personen bzw. 3,9 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 8,8 Prozent und lag mit 0,2 Prozentpunkten über dem Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie bei 9,1 Prozent. Die Unternehmen meldeten 666 neue Stellen, 154 mehr als im Vormonat und 251 mehr als vor einem Jahr. Aktuell befanden sich damit 2.387 freie Stellen im Bestand der Arbeitsagentur.
Im Landkreis Kassel waren im Juli 6.055 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 264 Personen (4,6 Prozent) mehr als im Juni, aber 155 Personen bzw. 2,5 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 4,6 Prozent und lag mit 0,2 Prozentpunkten über dem Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie bei 4,8 Prozent. In Juni wurden 282 Stellen neu gemeldet, das sind 62 mehr als im Vormonat und 42 mehr als vor einem Jahr. Aktuell befanden sich damit 1.322 freie Stellen im Bestand der Arbeitsagentur.
Auch im Werra-Meißner-Kreis ist die Arbeitslosigkeit im Juli 2026 gestiegen. 2.927 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 135 Personen mehr (4,8 Prozent) als im Juni und 119 Personen bzw. 4,2 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 5,6 Prozent und lag mit 0,3 Prozentpunkten über dem Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie bei 5,3 Prozent. 580 Stellen wurden im Juli neu gemeldet (465 mehr als im Vormonat und 417 mehr als vor einem Jahr). Aktuell befanden sich damit 1.002 freie Stellen im Bestand der Arbeitsagentur.