Die Arbeitslosigkeit ist im Bezirk der Agentur für Arbeit Kassel (Stadt Kassel, Landkreis Kassel, Werra-Meißner-Kreis) im Januar 2026 gestiegen. 19.793 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 1.218 Personen mehr (7 Prozent) als im Dezember und 384 Personen bzw. 2 Prozent mehr als vor einem Jahr.
„Wir haben im Agenturbezirk Kassel einen Anstieg der Arbeitslosenquote von 0,4 Prozentpunkten und liegen nun bei 6,7 Prozent“, fasst Alexandra Fuchs, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Kassel, zusammen. „Ein Anstieg der Arbeitslosigkeit zum Jahresbeginn ist saisontypisch. Auch im vergangenen Jahr gab es im Januar einen vergleichbar hohen Sprung auf 6,6 Prozent.“ Der aktuelle Zuwachs zeige sich vor allem im SGB III-Bereich, also in der Arbeitslosenversicherung. „Das spricht für eine überwiegend konjunkturell und saisonal bedingte Entwicklung mit eher kurzfristiger Arbeitslosigkeit.“
Die winterlichen Witterungsverhältnisse verstärken diesen Effekt zusätzlich. „In den vergangenen Wochen haben Schnee und anhaltend niedrige Temperaturen dazu geführt, dass Arbeiten im Freien teilweise nicht möglich waren“, so Alexandra Fuchs. Der größte Zuwachs an Arbeitslosen im Vormonatsvergleich kommt aus den Land-, Forst- und Gartenbauberufen und auch das Baugewerbe sticht prozentual hervor. Insgesamt startet der Arbeitsmarkt damit auf einem etwas höheren Niveau ins Jahr. Eine Arbeitslosenquote von 6,7 Prozent zu Jahresbeginn wurde im Agenturbezirk Kassel zuletzt 2017, in einem ebenfalls kalten Januar erreicht. Im längerfristigen Vergleich bleibt die Entwicklung somit im bekannten saisonalen Rahmen.
Auf der Nachfrageseite zeigt sich ein gemischtes Bild: Im Januar wurden 620 neue Stellen gemeldet. Das sind 116 weniger als im Dezember, aber 83 mehr als vor einem Jahr. Der Bestand an gemeldeten Arbeitsstellen lag bei 3.324.
„Jetzt kommt es darauf an, wie schnell sich die saisonalen Effekte wieder abschwächen“, betont die Agenturchefin. „Unser Ziel ist es, Menschen möglichst zügig wieder in Beschäftigung zu bringen und Betriebe dabei zu unterstützen, ihren Fachkräftebedarf zu decken – insbesondere, wenn sich der Arbeitsmarkt im Frühjahr wieder belebt.“
Die Rechtskreise im Vergleich
Im Rechtskreis SGB III (Agentur für Arbeit) lag die Arbeitslosigkeit bei 7.124 Personen (778 Personen mehr als im Vormonat und 577 Personen mehr als vor einem Jahr). Im Rechtskreis SGB II (Jobcenter) waren 12.669 Arbeitslose registriert (440 Personen mehr als im Vormonat, aber 193 Personen weniger als im Vorjahr). Durch die Träger der Grundsicherung (Jobcenter) wurden 64 Prozent aller Arbeitslosen betreut.
Entwicklung der Arbeitslosigkeit und offenen Stellen in den Regionen
Wie auch im gesamten Agenturbezirk, ist auch in der documenta Stadt Kassel die Arbeitslosigkeit gestiegen. 10.538 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 672 Personen mehr (7 Prozent) als im Dezember und 347 Personen bzw. 3 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 9,4 Prozent und lag mit 0,6 Prozentpunkten über dem Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie bei 9,2 Prozent. In der Stadt Kassel wurden 339 neue Stellen gemeldet (96 weniger als im Vormonat, aber 78 mehr als vor einem Jahr). Insgesamt waren 1.726 freie Stellen im Bestand der Arbeitsagentur.
Im Landkreis Kassel ist die Arbeitslosigkeit ebenfalls gestiegen. 292 Personen mehr (5 Prozent) als im Dezember und 64 Personen bzw. 1 Prozent mehr als vor einem Jahr und damit insgesamt 6.250 Menschen waren arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote betrug 4,8 Prozent und lag mit 0,2 Prozentpunkten über dem Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie bei 4,7 Prozent. Im Januar waren 179 Stellen neu zu besetzen (17 weniger als im Vormonat, aber 19 mehr als vor einem Jahr). Insgesamt befanden sich 1.085 offene Stellen im Bestand der Arbeitsagentur.
Mit 3.005 arbeitslos gemeldeten Personen im Januar ist auch im Werra-Meißner-Kreis die Arbeitslosigkeit gestiegen. Im Dezember waren 254 Personen weniger (9 Prozent), letztes Jahr allerdings 27 Personen mehr (1 Prozent) arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote betrug 5,7 Prozent und lag mit 0,5 Prozentpunkten über dem Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie bei 5,8 Prozent. 102 Stellen wurden im Januar neu gemeldet (3 weniger als im Vormonat und 14 weniger als vor einem Jahr). Aktuell befanden sich damit 513 freie Stellen im Bestand der Arbeitsagentur.