Daten und Einschätzungen zur aktuellen Lage auf dem Arbeitsmarkt.
Hans-Martin Rump, Leiter der Agentur für Arbeit Kiel, sagte zur Entwicklung der Arbeitslosenzahlen in der Landeshauptstadt Kiel:
„In der Mehrheit der Vorjahre gab es im Vergleich zum Vormonat Januar einen leichten Rückgang der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen. Das ist in diesem Jahr anders. Die Zahl der arbeitslosen Frauen und Männer zwischen Rönne und Schilksee ist gegenüber dem Januar leicht gestiegen. Ein Grund dafür mag das bis zuletzt andauernde Winterwetter gewesen sein, dass frühzeitige Einstellungen in Grün- und Außenberufen, aber auch im Baugewerbe zeitlich nach hinten geschoben hat. Zudem kommen im Februar auch immer Absolventinnen und Absolventen aus beendeten Ausbildungen hinzu, die nicht immer nahtlos in ihren Lehrbetrieben eingestellt werden.“
Der Arbeitsmarkt bleibt in Bewegung, was sich auch an den Zu- und Abgangszahlen ablesen lässt. 794 Menschen wechselten aus einer vorherigen Erwerbstätigkeit in Arbeitslosigkeit, 677 Frauen und Männern gelang es, mit einer beruflichen Tätigkeit Arbeitslosigkeit zu beenden.
Unter Bezugnahme auf diese Zahlen sagte Hans-Martin Rump mit Blick auf den Vorjahresvergleich: „Einerseits beschreiben die Zahlen eine für den Winter übliche Entwicklung, es kommen auf den ersten Blick mehr Menschen in Arbeitslosigkeit und verlassen weniger die Arbeitslosigkeit in Richtung Erwerbsleben. Interessant und erfreulich ist aber dabei, dass immerhin in dieser kalten Jahreszeit 42 Frauen und Männer mehr als im Vorjahr eine berufliche Tätigkeit aufgenommen haben.“
Zudem geht auch der Bestand an arbeitslosen Menschen im Vergleich zum Vorjahresmonat zurück. Dazu sagte Hans-Martin Rump: „Der Kieler Arbeitsmarkt bleibt dem Kurs der vergangenen Monate treu. Der Rückgang der Zahl der arbeitslosen Menschen im Vergleich zum jeweiligen Vorjahresmonat setzt sich auch in diesem Monat fort. So beträgt der aktuelle Rückgang gegenüber Februar 2025 112 oder 0,9 Prozent. Die Arbeitslosenquote bleibt stabil bei 8,2 Prozent. Das ist unter der Berücksichtigung der aktuellen wirtschaftlichen und konjunkturellen Rahmenbedingungen ein gutes Ergebnis, das unter anderem auch durch eine konsequente Förderpolitik zustande kommt, um Menschen auf Herausforderungen des Arbeitsmarktes gezielt vorzubereiten.“
„Rechtzeitig mit Ausbildung und Qualifizierung zu starten, lohnt sich also auf allen Ebenen. So unterstützen wir auch Arbeitgebende, die ihre eigenen Beschäftigten zu einer Fachkraft weiterentwickeln oder einen vormals arbeitslosen Menschen, beispielsweise mit einem Eingliederungszuschuss, einstellen wollen. Aber auch jede Ausbildungs- und Arbeitsstelle ist uns willkommen. In allen diesen Fragen hilft gern unser gemeinsamer Arbeitgeber-Service von Agentur für Arbeit und Jobcenter Kiel.“ – Der gemeinsame Arbeitgeber-Service ist unter der gebührenfreien Rufnummer 0800 4 5555 20 erreichbar.
„Wer auf der Messe der Jobwoche am 11. März am Ostseekai unterwegs ist, wird auch dort Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des gemeinsamen Arbeitgeber-Services antreffen. Nutzen Sie auch diese einfache Form des Kontaktes und kommen Sie mit uns ins Gespräch“, so der Agentur-Chef.
Mit Blick auf die Nachfrageseite sagte er:
„Danke für die vielen gemeldeten freien Arbeitsplätze im Februar“, richtet Rump seine Worte zunächst an die Arbeitgebenden. „Jede zusätzliche freie Stelle ist gleichbedeutend mit einer Chance, die bei uns gemeldeten arbeitslosen Menschen in Beschäftigung zu bringen.“
„829 gemeldete sozialversicherungspflichtige Stellen in einem Februar sind ein richtig guter Wert. Zuletzt war die Zahl der gemeldeten zusätzlichen Arbeitsplätze – als Nachholeffekt nach Corona – im Jahr 2022 mit mehr als 1.000 deutlich höher. Das lässt für das kommende Frühjahr unter ersten zarten Anzeichen einer sich erholenden Konjunktur hoffen. Neue Aufträge und angekündigter zusätzlicher Personalbedarf in der Kieler Industrie könnten neben der ‚normalen‘ Frühjahrsbelebung für einen positiven Trend auf dem Stellenmarkt sorgen.“