Arbeitsmarktbericht für die Landeshauptstadt Kiel

„Der Dezember bringt positive Lichtblicke auf dem lokalen Arbeitsmarkt – sinkende Arbeitslosenzahlen und Stellenzuwachs“

07.01.2026 | Presseinfo Nr. 2

Zur aktuellen Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt in der Landeshauptstadt Kiel sagte Hans-Martin Rump, Vorsitzender der Geschäftsführung und Leiter der Agentur für Arbeit Kiel: 

„Das Jahr schließt mit einem positiven Ergebnis. Erstmals liegt die Zahl der arbeitslosen Menschen unter dem Wert der Vorjahrsmonats. Wesentliche Gründe sind eine weiterhin hohe Nachfrage nach Arbeitskräften in der Region sowie eine deutliche Ausweitung der Förderangebote, die die Integration in Arbeit unterstützen.“

„Im Dezember beträgt der Rückgang gegenüber dem Vormonat November 186 oder 1,6 Prozent. Die aktuelle Zahl der arbeitslosen Menschen in der Landeshauptstadt Kiel von 11.155 ist der niedrigste Monatswert des gerade abgelaufenen Jahres. Das ist ein erfreuliches Signal vom Arbeitsmarkt. Zuletzt hatten wir im Jahr 2018 eine ähnliche Entwicklung mit dem Dezember als Monat mit der niedrigsten Arbeitslosenzahl. Neben einer hohen Nachfrage nach Arbeitskräften im verarbeitenden Gewerbe sowie im Gesundheitswesen, dem Schlussspurt im Weihnachtsgeschäft und den damit verbundenen kurzfristigen Einstellungen spielt sicherlich auch der Faktor eine Rolle, eingearbeitete Kräfte halten zu wollen.

Mit Blick auf die Entwicklung zum Vorjahr ergänzt er: „Kurz vor dem Jahresende gibt es eine weitere positive Nachricht vom lokalen Arbeitsmarkt. Erstmals in diesem Jahr liegt die aktuelle Zahl der arbeitslosen Menschen unter dem Wert des Vorjahres. Im Dezember 2024 waren 11.321 Frauen und Männer in der Landeshauptstadt arbeitslos. Aktuell sind es 11.155 und damit 166 oder 1,5 Prozent weniger als vor 12 Monaten. Für diese gute Nachricht gibt es unterschiedliche Gründe. Im Vergleich zum Vorjahr konnten acht Prozent mehr Menschen im Dezember eine neue Beschäftigung aufnehmen. Gleichzeitig ging auch die Zahl der Zugänge aus Beschäftigung in Arbeitslosigkeit um zwei Prozent zurück. Und rund 26 Prozent mehr Menschen als im Dezember 2024 sind mit einem Qualifizierungsangebot gestartet. Diese sinnvollen Investitionen in Weiterbildung entlasten aktuell den Arbeitsmarkt. In der Zukunft werden sie in vielen Fällen dafür sorgen, dass Menschen gut auf Herausforderungen an einem neuen Arbeitsplatz vorbereitet sind. Arbeitsagentur und das Jobcenter der Landeshauptstadt Kiel arbeiten eng Hand in Hand zusammen, um Menschen aus beiden Rechtskreisen durch gezielte Angebote entsprechend vorzubereiten. Das Stellenpotenzial ist vorhanden und damit steigen auch die Chancen für vormals arbeitslose Menschen, ihre Erwerbslosigkeit zu beenden“, schaut der Agentur-Chef auf die Nachfrageseite des Arbeitsmarktes.

Vom Stellenmarkt gibt es zum Jahresende ebenfalls positive Nachrichten, wie Hans-Martin Rump konstatiert: „Im Dezember sind unserem gemeinsamen Arbeitgeber-Service von Agentur für Arbeit und Jobcenter in der Landeshauptstadt Kiel 730 sozialversicherungspflichtige Stellen gemeldet worden. Das sind 152 oder 26,3 Prozent mehr als im November und 83 oder 12,8 Prozent mehr als im Dezember 2024. Zuletzt gab es im September mit 745 sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen einen ähnlich hohen Wert zu verzeichnen. Der Arbeitsmarkt in der Landeshauptstadt Kiel zeigt sich unverändert robust und weniger anfällig für konjunkturelle und globale Einflüsse. Das zeigt sich auch in der Jahressumme der gemeldeten sozialversicherungspflichtigen Stellen. Mit insgesamt 7.576 registrierten neuen Arbeitsplätzen konnte das Ergebnis des Vorjahres um 153 oder 2,1 Prozent übertroffen werden. Das ist ein schönes Signal von der Stellenseite. Nach einem starken Jahr 2022 war die Zahl der uns gemeldeten sozialversicherungspflichtigen Stellen in den letzten beiden Jahren zurückgegangen. Die jetzige Entwicklung unterstreicht noch einmal die Stabilität des lokalen Arbeitsmarktes aber auch die unveränderte Bereitschaft der Arbeitgebenden, ein breites Spektrum an Beschäftigungsmöglichkeiten anzubieten. 
Spannend ist aber und da unterscheidet sich Kiel von vielen Regionen in Deutschland, dass erstmals in diesem Jahr im Branchenvergleich im verarbeitenden Gewerbe die meisten Stellen gemeldet wurden. Da spielt sicherlich der Standortfaktor eine Rolle. Kieler Unternehmen der Wehrtechnik dürften aktuell Profiteure der geopolitischen Lage sein und sind auf der Suche nach qualifizierten Arbeitskräften. So wurden uns im Bereich des Verarbeitenden Gewerbes im Dezember 226 sozialversicherungspflichtige Stellen zur Besetzung gemeldet. Das sind 130 mehr im Zugang als vor einem Jahr.“