Aus der Apotheke in die eigene Galerie

63jährige Kielerin schafft Sprung in die Selbständigkeit

29.04.2026 | Presseinfo Nr. 25

Susanne Reibe hat es geschafft, sie hat nach einer Zeit der Arbeitslosigkeit einen ganz neuen Weg eingeschlagen. Die gebürtige Kielerin hat sich mit 63 Jahren als Künstlerin selbständig gemacht. Der Weg dorthin wurde eng durch die Agentur für Arbeit begleitet.

„Frau Reibe trug schon in unserem ersten Gespräch im Juli 2023 die Idee in sich, sich mit dem Verkauf bis dato in der Freizeit selbst gestalteter Kunstobjekte selbständig zu machen. In ihren Beruf als pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte konnte sie aus gesundheitlichen Gründen nicht zurückkehren“, erinnert sich die für sie zuständige Beraterin, Stefanie Küver, zurück.

Es musste deshalb eine gemeinsame Lösung gefunden werden. Susanne Reibe informierte sich im Herbst 2023 in Absprache mit ihrer Beraterin bei verschiedenen Anbietern über ein Coaching, das zur Vorbereitung auf eine Existenzgründung dient und durch die Agentur für Arbeit gefördert werden kann. Beim Frauennetzwerk zur Arbeitssituation e.V. in Kiel fand sie dann das für sie beste Angebot.

„Beim Frauennetzwerk gab es schon Erfahrungen im Coaching von angehenden Künstlerinnen, deswegen war das Angebot meine erste Wahl“, erinnert sich Susanne Reibe zurück. Das Coaching startete im Februar 2024, nachdem sie auch den Antrag auf Gründungszuschuss von der Agentur für Arbeit erhalten hatte.

„Ein Gründungszuschuss durch die Agentur für Arbeit wird unter anderem nur dann gewährt, wenn die Selbstständigkeit gute Aussichten auf Erfolg hat und der/die Kunde/in entsprechende Kompetenzen und Kenntnisse vorweisen kann, die diese Erfolgschancen erhöhen. Das war bei Frau Reibe gegeben. Auch die gesetzliche Voraussetzung, noch einen Restanspruch auf Arbeitslosengeld von mindestens noch 150 Tagen bei Start der Gründung zu haben, erfüllte sie,“ schildert Stefanie Küver kurz die Voraussetzungen für die Gewährung eines Gründungszuschusses.

Susanne Reibe erhielt, nachdem sie ihr Coaching beendet und ihr Konzept für die Existenzgründung durch die fachkundige Stelle – in ihrem Fall das Frauennetzwerk in Kiel - als tragfähig attestiert wurde, ab dem 1. Juli 2024 den Gründungszuschuss in Höhe des zuletzt bezogenen Arbeitslosengeldes plus einen Betrag von 300 € zur sozialen Absicherung. „Die Unterstützung durch die Agentur für Arbeit hat mir bei meinem Start in die Selbständigkeit auf jeden Fall geholfen“, führt Susanne Reibe aus. „Dadurch konnte ich an Kunstausstellungen und Messen teilnehmen, um meine Kunst einem breiten Publikum zu präsentieren.“  Ein großer Vorteil für Susanne Reibe war zudem, dass sie gerne am PC arbeitet. „Ich habe mir meine eigene Webseite mit einem Webshop erstellt und Accounts in den Sozialen Medien eingerichtet, um so meine Kunst auch Online zeigen und verkaufen zu können.“

Nach der ersten sechsmonatigen Förderperiode hat Susanne Reibe auch die zweite neunmonatige Förderphase des Gründungzuschusses in Anspruch genommen.

„Kundinnen und Kunden, die sich für eine Neugründung entscheiden, möchten damit möglichst bald ihren Lebensunterhalt bestreiten können. Gerade am Anfang ist dies aber oft noch eine Herausforderung. Unterstützend kann dann unter bestimmten Voraussetzungen noch ein Zuschuss in der zweiten Förderperiode mit monatlich 300 Euro gezahlt werden. Die Höhe und Dauer der Förderung hat der Gesetzgeber festgelegt. Frau Reibe hat durch den Verkauf von ihren eigenen Bildern auf Ausstellungen und Messen im In- und Ausland nachweisen können, dass dieser Plan bei ihr aufgeht. Insofern ist ihre Geschichte ein schönes Beispiel dafür, wie mit Glauben an die eigene Idee, dem dazugehörigen Talent, viel Engagement und Durchhaltevermögen, sowie ein wenig Unterstützung durch unsere Förderleistungen, ganz viel gelingen kann“, freut sich Stefanie Küver.

Susanne Reibe hat als vorläufigen Höhepunkt ihrer Selbstständigkeit am 22. März ihre eigene Galerie in Großbarkau (Kreis Plön) eröffnet und dort auch schon Ausstellungsflächen an zwei weitere Kunstschaffende vermieten können (Kontakt zur Galerie über www.susannereibe.de ). Doch auch das nächste Projekt steht bereits in den Startlöchern: „Ich habe vor kurzem meinen ersten eigenen Roman fertiggestellt. Die Veröffentlichung ist für den Sommer 2026 geplant.“, berichtet Susanne Reibe stolz.

„Ich bin der Agentur für Arbeit und Frau Küver für ihre Unterstützung sehr dankbar und die Zusammenarbeit mit dem Frauennetzwerk hat mir gezeigt, welches Potential in mir steckt. Deshalb kann ich jedem empfehlen, alles zu versuchen und vor allen Dingen die Unterstützung anzunehmen, die einem angeboten wird. Auch wenn immer eine große Portion Mut dazu gehört, etwas Neues anzufangen, möchte ich den Menschen zeigen, dass alles möglich ist, wenn man sein Ziel nie aus den Augen verliert“, möchte sie anderen Mut machen, ihrem Beispiel zu folgen. 

„Uns als Agentur für Arbeit ist es wichtig zu zeigen, dass wir auch Menschen, die schon etwas lebensälter sind, im Rahmen unserer gesetzlichen Möglichkeiten bei der Verwirklichung ihrer beruflichen Wünsche unterstützen. Das kann beispielsweise in Form eines Eingliederungszuschusses bei einem Arbeitsplatzwechsel, durch eine Fort- oder Umschulung oder wie im Fall von Frau Reibe mit einem Gründungszuschuss geschehen. Für uns steht im Vordergrund, dass Menschen sinnvoll ihre Arbeitslosigkeit beenden. Viele von ihnen haben noch mehrere Jahre Arbeitszeit vor sich, bevor sie in Ruhestand gehen und auch der Erfahrungsschatz, den sie mitbringen, kann für die neue berufliche Tätigkeit nur von Vorteil sein. Somit sind diese Förderungen dann am Ende in mehrfacher Hinsicht sinnvoll investiertes Geld,“ sagte Thomas Bohse, Pressesprecher der Agentur für Arbeit Kiel abschließend.

 

Daten:

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Kiel (Kreis Plön und Landeshauptstadt) wurden zuletzt 117 Menschen mit einem Gründungszuschuss gefördert (Stand: Dezember 2025; Statistik-Service Nordost). Im Jahr zuvor waren es 84.

Hinweis:

Der dazu gehörige Pressetermin fand bereits am 23. April statt. Da die Presse erst am 29.04 ihren Bericht veröffentlichte, wurde die PI entsprechend umdatiert!