Arbeitsmarktbericht für die Landeshauptstadt Kiel

„Launischer April – Steigende Arbeitslosenzahl gegenüber März, aber Rückgang gegenüber dem Vorjahr; weiterhin gute Lage auf dem Stellenmarkt“

30.04.2026 | Presseinfo Nr. 26

Daten und Einschätzungen zur aktuellen Lage auf dem Arbeitsmarkt.

Hans-Martin Rump, Vorsitzender der Geschäftsführung und Leiter der Agentur für Arbeit Kiel sagte zur Entwicklung der Arbeitslosenzahlen in der Landeshauptstadt Kiel:

„Die Zahl der arbeitslosen Menschen zwischen Rönne und Schilksee ist in diesem Monat um 99 oder 0,9 Prozent gegenüber dem Vormonat März angestiegen. Das mag auf den ersten Blick für einen Frühjahrsmonat ungewöhnlich erscheinen, ist aber eine durchaus normale Entwicklung. Ein Anstieg der Arbeitslosigkeit von März auf den April ist tatsächlich in der Vergangenheit in der Mehrzahl gegenüber dem Vormonat zu beobachten gewesen. Seit der Einführung von Hartz IV im Jahr 2005 stieg die Zahl der arbeitslosen Menschen in der Landeshauptstadt Kiel elfmal zwischen den Monaten März und April an – zuletzt im Jahr 2024. Möglicherweise haben in diesem Jahr ‚Vorzugseffekte‘ in Hinblick auf das Ostergeschäft bei der Entwicklung der Zahl der arbeitslosen Menschen eine Rolle gespielt. Aber auch Quartalsentlassungen wirken in diesem Monat nach, was sich auch aus den Bewegungszahlen ablesen lässt.“

Der Vorjahresvergleich bleibt aber positiv. „Es ist sehr erfreulich, dass wir zum fünften Mal in Folge einen Rückgang der Arbeitslosigkeit gegenüber dem jeweiligen Vorjahresmonat zu verzeichnen haben. Aktuell ist die Zahl der arbeitslosen Frauen und Männer in der Landeshauptstadt Kiel um 274 oder 2,3 Prozent gegenüber April 2025 

zurückgegangen. Der Arbeitsmarkt wird deutlich durch vielfältige Angebote an Arbeitsmarktpolitik entlastet. Aktuell haben wir 3.168 Frauen und Männer in Kiel, die an einer Qualifizierung teilnehmen. Das sind 681 oder 27,4 Prozent mehr als vor einem Jahr. Qualifizierung ist in Zeiten der steigenden Digitalisierung und der Entwicklung der Demographie ein wichtiger Baustein für eine nachhaltige Integration in den Arbeitsmarkt. Berufliche Inhalte unterliegen einem stetigen Wandel. Deshalb ist es richtig, Geld in die Hand zu nehmen und bei uns arbeitslose Menschen, aber auch Beschäftigte in den Betrieben gut auf diese Herausforderungen vorzubereiten. Diese Weiterbildungsangebote sind somit eine zielgerichtete Investition in die Zukunft. Dabei arbeiten Arbeitsagentur und das Jobcenter der Landeshauptstadt Kiel eng Hand in Hand zusammen, um Menschen aus beiden Rechtskreisen auf diesem Weg zu begleiten“, führt der Agentur-Chef aus und verweist auf die gemeinsam durch beide Rechtskreise veranstaltete Weiterbildungsmesse für Frauen am 7. Mai im Kieler Berufsinformationszentrum (BiZ).

Zur Nachfrageseite auf dem Arbeitsmarkt sagte der Agentur-Chef:

„Die Stellenangebotsseite in der Landeshauptstadt Kiel bleibt stabil. Unserem gemeinsamen Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcenter sind im aktuellen Monat 759 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze zur Besetzung gemeldet worden. Das ist der beste Wert in einem April seit vier Jahren. Im Sog des starken Ergebnisses aus dem Vormonat März haben uns die Kieler Betriebe auch im April eine große Menge an zusätzlichen Arbeitsplätzen gemeldet. Das zeigt wiederum ganz deutlich, dass sich der lokale Arbeitsmarkt gegenüber geopolitischen und konjunkturellen Einflüssen gut zu behaupten weiß. Deutlich wird das auch im aktuellen Monat an der Zahl der gemeldeten sozialversicherungspflichtigen Stellen im Verarbeitenden Gewerbe. Mit 260 zusätzlichen Arbeitsplätzen bildet dieser Wirtschaftszweig, zu dem auch der Bereich der ‚Wehrtechnik‘ gehört, mehr als ein Drittel der uns in diesem Monat gemeldeten Stellen ab.“

 „Jede Stelle in der Industrie zieht auch im Dienstleistungssektor Stellen nach sich“, so heißt es in der Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. „Ob sich das eins zu eins auf die aktuelle Angebotssituation auswirkt, lässt sich nicht belegen, Fakt ist aber, dass die Kieler Berufswelt auch in diesem Monat neben dem Verarbeitenden Gewerbe einen bunten Mix an Stellen aus allen Branchen bereithält. Auch dies unterstreicht die geringere Anfälligkeit für Krisen und wirtschaftliche Schwankungen unseres lokalen Arbeitsmarktes“, schließt der Agentur-Chef.