Daten und Einschätzungen zur aktuellen Lage auf dem Arbeitsmarkt.
Hans-Martin Rump, Leiter der Agentur für Arbeit Kiel, sagte zur Entwicklung der Arbeitslosenzahlen im Kreis Plön:
„Die im April häufig feststellbare Belebung des Arbeitsmarktes fällt in diesem Jahr unterdurchschnittlich aus. Die Arbeitslosigkeit im Kreis sinkt seit dem Januar zwar kontinuierlich, jedoch in einem deutlich geringeren Maße als im Vorjahr. Seit dem Jahresstart reduzierte sich die Zahl der arbeitslosen Menschen zwischen Lütjenburg und Schwentinental um 94 Personen. In 2025 waren es zum gleichen Zeitpunkt 231. Trotz einer unverändert hohen Nachfrage nach Arbeitskräften hat die Dynamik auf der Angebotsseite ein Stück weit nachgelassen. Das ist schade, denn offenbar können die arbeitslosen Menschen im Kreis Plön in diesem Jahr bislang weniger vom Nach-Ostergeschäft und der gestarteten Tourismussaison in den Ostseebädern und der Seenregion profitieren. Unter anderem auch deshalb ist es bislang noch nicht gelungen, die Zahl von 3.000 arbeitslos gemeldeten Menschen im Kreis Plön in diesem Jahr zu unterschreiten. Auf der anderen Seite unterstreicht eine im Landesvergleich unverändert sehr niedrige Arbeitslosenquote von 4,4 Prozent die Robustheit des lokalen Arbeitsmarktes. Erfreulich ist zudem, dass wir auf dem lokalen Arbeitsmarkt mit 264 mehr Abgänge aus Arbeitslosigkeit in Erwerbstätigkeit als mit 261 Zugänge in Arbeitslosigkeit zu verzeichnen haben. Das verdeutlicht, dass in der Summe der Trend stimmt und in den nächsten Wochen eine weitere Reduzierung der Zahl der arbeitslosen Menschen möglich ist.“
Während die Zahl der arbeitslosen Menschen im Kreis Plön seit dem Januar kontinuierlich leicht sinkt, ist sie gegenüber April 2025 in einem ebenfalls geringen Maße um 37 oder 1,2 Prozent gestiegen. Ein Anstieg gegenüber dem jeweiligen Vorjahresmonat war im Kreis Plön zuletzt im November des Vorjahres zu verzeichnen.
„Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr um 37 oder 1,2 Prozent fällt verhältnismäßig gering aus und unterstreicht im langfristigen Vergleich die Stabilität des lokalen Arbeitsmarktes. Im Kreis Plön gibt es viele kleine und mittelständische Unternehmen, die den vielen überregionalen und konjunkturellen Einflüssen auf dem Arbeitsmarkt unverändert trotzen. Für zusätzliche Stabilität und Entlastung sorgen Agentur für Arbeit und das Jobcenter Kreis Plön durch unsere arbeitsmarktpolitischen Angebote. Aktuell haben wir 852 Frauen und Männer im Bestand, die an einer Qualifizierung teilnehmen. Das sind 70 oder 9 Prozent mehr als vor einem Jahr. Qualifizierung ist in Zeiten der steigenden Digitalisierung und der Entwicklung der Demographie ein wichtiger Baustein für eine nachhaltige Integration in den Arbeitsmarkt. Berufliche Inhalte unterliegen einem stetigen Wandel. Deshalb ist es richtig, Geld in die Hand zu nehmen und bei uns arbeitslose Menschen, aber auch Beschäftigte in den Betrieben gut auf diese Herausforderungen vorzubereiten. Diese Weiterbildungsangebote sind somit eine zielgerichtete Investition in die Zukunft. Dabei arbeiten Arbeitsagentur und das Jobcenter im Kreis Plön eng Hand in Hand zusammen, um Menschen aus beiden Rechtskreisen auf diesem Weg zu begleiten“, führt der Agentur-Chef aus und verweist auf die gemeinsam durch die Arbeitsagentur und die Jobcenter Kiel und Kreis Plön veranstaltete Weiterbildungsmesse für Frauen am 7. Mai im Berufsinformationszentrum (BiZ) in der Landeshauptstadt.
Gut qualifizierte Menschen brauchen auch entsprechende Arbeitsplätze, auf die sie einmünden können. Fakt ist, dass jede zusätzlich gemeldete sozialversicherungspflichtige Stelle gleichbedeutend mit einer Chance ist, Arbeitslosigkeit zu beenden oder bei einem Beschäftigungswechsel gar nicht erst entstehen zu lassen.
„Deshalb stimmt mich die aktuelle Entwicklung auf dem Stellenmarkt im Kreis Plön positiv“, sagte der Agentur-Chef mit Blick auf die Nachfrageseite des Arbeitsmarktes. „Es ist zumindest auf dem Stellenmarkt gelungen, den Schwung der letzten beiden Monate mitzunehmen. Der April ist schon in der Vergangenheit – bedingt durch den Start des Ostergeschäftes in den tourismusnahen Berufen – oft ein Monat mit guten Ergebnissen gewesen. Daher ist es umso erfreulicher, dass sich dieser Trend auch, nachdem Ostern bereits einige Wochen hinter uns liegt, in den aktuellen Zahlen widerspiegelt. Mit nunmehr 152 sozialversicherungspflichtigen Stellen haben wir ein Plus von 11 zusätzlichen Arbeitsplätzen gegenüber dem März aber auch eine deutlichere Steigerung von 60 gegenüber dem April 2025 zu verzeichnen. Jede neue unserem gemeinsamen Arbeitgeber-Service gemeldete Arbeitsstelle bietet die Chance, für einen bei und registrierten arbeitslosen Menschen die Arbeitslosigkeit zu beenden und für Berufswechsler die Möglichkeit der Veränderung.“
Die meisten der im April gemeldeten sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze im Kreis Plön entfielen auf die freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen, das Gesundheitswesen, den Handel und die Gastronomie.
„Das ist ein bunter Strauß aus unterschiedlichen Berufsfeldern. Ein breit aufgestelltes Portfolio an Stellen ist ein weiterer Garant für einen stabilen Arbeitsmarkt“, schließt Hans-Martin Rump seine Analyse.